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Dachstuhl, Schuppen und Hecken in Flammen Emsland: Brände und ein Unfall in der Neujahrsnacht

01.01.2014, 09:09 Uhr

gs/br/jbw Papenburg. Eine so unruhige Silvesternacht haben die Feuerwehren im nördlichen Emsland seit Jahren nicht erlebt. Gebäudebrände in Werlte, Klein Berßen und Aschendorf sowie mehrere Heckenbrände, die vermutlich durch Feuerwerkskörper entzündet wurden, hielten die Einsatzkräfte in Atem. In Werpeloh gab es am Neujahrsmorgen einen schweren Autounfall.

Das Unglück ereignete sich um kurz nach 7 Uhr auf der Hauptstraße. Wie die Feuerwehr mitteilte, geriet ein aus Richtung Sögel kommender Pkw am Ortseingang nach links von der Fahrbahn ab, durchbrach die Gartenmauer und Hecke eines Wohnhauses und landete schließlich zwischen Bäumen im Garten. Der verletzte Fahrer wurde vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gefahren. Am Auto entstand nach Angaben eines Feuerwehrsprechers Totalschaden. Auch der Schaden im Garten ist demnach erheblich. In den ersten Meldungen war von einem Verkehrsunfall zwischen Werpeloh und Börger mit eingeklemmter Person die Rede gewesen, sodass neben der Wehr Werpeloh auch die Feuerwehr Börger alarmiert worden war. Die Feuerwehrleute konnten sich aber auf Sicherungsmaßnahmen während der Rettungs- und Bergungsarbeiten beschränken.

Als langwieriger Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr Werlte entpuppte sich ein Dachstuhlbrand im Ortsteil Wehm (Zum Beekefeld), zu dem die Einsatzkräfte am Silvesterabend gegen 23.25 Uhr gerufen wurden. Die Ursache für das Feuer in dem Einfamilienhaus ist nach Angaben eines Sprechers der Werlter Wehr noch unklar. Die Hausbewohner, die den Brand bemerkten, versuchten die Flammen mit zwei Feuerlöschern einzudämmen, konnten aber die dem Sprecher zufolge „rasend schnell“ voranschreitende Ausbreitung des Brandes nicht verhindern. Noch vor Eintreffen der ersten Einsatzkräfte griffen die Flammen auf den gesamten Dachstuhl über. Die Feuerwehrleute drangen mit mehreren Trupps unter schwerem Atemschutz in das Gebäude ein und versuchten von dort den Brand zu bekämpfen, was sich aufgrund der Bauart des Hauses als äußerst schwierig herausstellte. Weil sich die Flammen schnell ausbreiteten, entschieden sich die Einsatzkräfte daraufhin für einen massiven Löschangriff über die Drehleiter und mehrere Strahlrohre, mit denen sie dem Feuer von außen in dem offen liegenden Dachstuhl zu Leibe rückten. Nach dem Löschen des sogenannten Vollbrandes dämmten die Feuerwehrleute „in mühsamer Kleinarbeit“ mehrere Glutnester in der Dachfläche gezielt ein und suchten mithilfe einer Wärmebildkamera nach weiteren Gefahrenquellen. Nach rund vier Stunden konnte die Feuerwehr ihren Einsatz beenden – zumindest vorerst. Denn am Neujahrstag gegen 13.45 Uhr musste sie erneut anrücken, um ein weiteres Glutnest im Dachstuhl zu löschen.

Das Haus ist nach Angaben des Feuerwehrsprechers unbewohnbar, beim Dachstuhl besteht laut Polizei Einstürzgefahr. Die Höhe des Sachschadens beläuft sich nach Angaben der Beamten auf mehr als 250000 Euro. Neben der Freiwilligen Feuerwehr Werlte war vorsorglich auch ein Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes vor Ort, dessen Einsatzkräfte aber nicht eingreifen mussten.

Vor ihrem nächtlichen Einsatz in Wehm war die Feuerwehr am späten Silvesterabend zu zwei weiteren Brandeinsätzen ausgerückt. Gegen 21.15 Uhr und 22 Uhr waren an der Kirchstraße und der Loruper Straße in Werlte jeweils Hecken in Brand geraten. An der Einsatzstelle in der Kirchstraße brauchten die vor Ort eingetroffenen Einsatzkräfte allerdings nicht mehr tätig zu werden, da umsichtige Anwohner das Feuer bereits in seiner Entstehung gelöscht hatten. An der Loruper Straße brannte hingegen eine Lebensbaumhecke mit zum Teil drei bis vier Meter hohen Flammen. Hier konnte die Feuerwehr größeren Schaden durch ein schnelles Ablöschen der Hecke verhindern.

Ebenfalls noch im alten Jahr fing eine 50 mal 50 Meter große Scheune mit Stroh an der Kirchstraße in Klein Berßen Feuer. Die Alarmmeldung ging um 22.25 Uhr ein. Die Einsatzkräfte konnten den Brand bis Mitternacht löschen. Durch das Feuer wurde nach Angaben der Polizei das Dach der Scheune zerstört. Die Höhe des entstandenen Sachschadens steht den Beamten zufolge derzeit nicht fest. Die Polizei schließt nicht aus, dass das Feuer durch Feuerwerkskörper entstanden ist. Die Ermittlungen dauern an.

Glimpflich verliefen ebenfalls dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehrleute Heckenbrände in Hüven und Aschendorf. In Aschendorf musste die Feuerwehr nach Angaben eines Sprechers gleich dreimal zu Einsätzen in die Haydnstraße, die Bokeler Straße und die Wagnerstraße ausrücken, weil sich Hecken durch Feuerwerkskörper entzündet hatten. Die Einsatzkräfte bekamen die Flammen jeweils schnell unter Kontrolle.

Die Feuerwehr Sögel musste bereits kurz nach 21 Uhr nach Hüven ausrücken. Hier brannte in der Straße Zum Donshorn eine längere Hecke, die Anwohner mit dem Gartenschlauch löschen konnten.

Das neue Jahr war gerade zwölf Minuten alt, als ein Brand in der Straße im Eickel in Sögel gemeldet wurde. Die Feuerwehrleute mussten sich nach Angaben eines Sprechers auf der Anfahrt zum Feuerwehrhaus und zur Einsatzstelle einen „Weg durch die Feuerwerke“ bahnen, die von feiernden Gruppen auf den Straßen abgeschossen wurden. Im Garten einer Reihenhaussiedlung war eine mehrere Meter hohe Hecke in Brand geraten. Das Feuer griff auf ein Trampolin über und drohte über eine direkt angebaute hölzerne Gartenterrasse auf die Reihenhäuser überzugreifen. Ein Holzschuppen war ebenfalls gefährdet. Bewohner und Nachbarn unternahmen geistesgegenwärtig Löschmaßnahmen mit Gartenschläuchen und Wassereimern und konnten das Feuer glücklicherweise unter Kontrolle bringen. Die Feuerwehr führte die Löscharbeiten zu Ende und beseitigte weitere Glutnester in der Hecke.

Ein weiterer Einsatz führte die Sögeler Feuerwehrleute schließlich in den Ortsteil Jägerhöhe, wo Anwohner eine brennende Hecke mit Pulverlöschern und Wasser bekämpften. Der Sprecher der Feuerwehr Sögel lobte das couragierte Vorgehen der Anwohner in allen drei Fällen. So habe erheblicher Schaden verhindert werden können. Er wies allerdings auch auf das Brandrisiko hin, das durch das Abbrennen von Feuerwerk in der Nähe von Hecken, offenen Schuppen, Carports und Holzlagern entstehen könne.

Weitere Hecken gerieten nach Angaben der Einsatz-Leitstelle in Papenburg (Erste Wiek und Am Stadion) sowie in Oberlangen in Brand. In Börgerwald geriet eine Viertelstunde nach Mitternacht ein Schuppen in der Straße Am Kiefernkamp in Brand.