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Betreiber melden sich zu Wort Campingplatz Werlte: Gäste bedrohen Pächterin

Von Mirco Moormann, Mirco Moormann | 21.06.2016, 18:21 Uhr

Nachdem einige Bewohner des Campingplatzes Hümmlinger Land im Werlter Gemeinderat ihren Unmut kundgetan hatten, melden sich nun die Pächter zu Wort. Einem Ehepaar, das Betreiberin Wiebke Albers beschimpft und bedroht hatte, wurde ein Platzverweis ausgesprochen.

So richtig verstehen kann Wiebke Albers den ganzen Wirbel um die Stellplätze nicht. In der vergangenen Woche ging der Ärger los: Sie und ihr Mann Andy Albers hatten vier Campern mitgeteilt, dass im kommenden Jahr die sogenannten Dreimonatsstellplätze an einen anderen Ort verlagert werden sollen.

„An der Stelle sollen Tagesplätze entstehen“, so Albers. Die Dreimonatsplätze sollen in Zukunft in die Nähe der Dauercamper verlegt werden. Das schien den vier betroffenen Paaren nicht gepasst zu haben. Nachdem am vergangenen Montag die Pläne mitgeteilt wurden, kam es auf dem Platz zum Eklat: Eines der vier Ehepaare habe Albers angeschrien, beleidigt und sogar bedroht, so die Pächterin. „Darüber mussten wir erst eine Nacht schlafen“, sagt die Werlterin.

Am kommenden Dienstagmorgen hätten sie und ihr Mann dann den Platzverweis gegen das Camperpaar ausgesprochen. Am Mittwochabend machten dann die Camper ihrem Ärger in der Bürgerfragestunde Luft.

Noch immer steht die Betreiberin unter dem Eindruck des Geschehenen. „Wir haben den Gästen angeboten, einen Dauercampingplatz zu vergünstigten Konditionen zu mieten, doch das wurde abgelehnt“, so Albers. „Es macht uns unwahrscheinlich viel Spaß, auf dem Campingplatz zu arbeiten, und wir bekommen auch sehr viele positive Rückmeldungen“, so Albers. Der Platz entwickle sich gut, und letztlich trügen solche Umstrukturierungen wie die jetzige Umsiedlung weiter dazu bei. Zahlreiche Bewertungen auf Online-Portalen attestierten ihnen dies ebenfalls, so Albers. Auch nennt das Betreiberehepaar zahlreiche Investitionen in den Platz, wie etwa neue, behindertengerechte Duschen, die geplante Versetzung der Schranke oder einen Brötchendienst.

In der Bürgerfragestunde hatten sich die Camper, von denen bereits drei den Platz verlassen haben, an Bürgermeister Daniel Thele (CDU) gewandt. Auch ein dreiseitiges Schreiben wurde an ihn übergeben. Dieser hatte darauf hingewiesen, dass es sich um private vertragliche Angelegenheiten handele, für die Rat und Verwaltung nicht zuständig seien. Nun meldet sich die Rastdorfer Ratsfrau Brigitte Sturm (SPD) zu Wort. Sie stellt sich auf die Seite der Camper. Es handele sich um ältere Menschen, die „seit 15 bis 17 Jahren Werlte besuchen“. Sie suchten Erholung und Ruhe, was sie aber seit dem Pächterwechsel und aufgrund neuer Konzepte nicht mehr fänden. Diese Camper, die ihren Unmut mitgeteilt hätten, seien von Bürgermeister Thele während der Ratssitzung „arrogant abgefertigt“ worden.

Die Camper hätten über die Jahre in Werlte ihr Geld ausgegeben. „Ich finde, dass der Bürgermeister sich die Zeit nehmen kann, um diesen Familien einmal zuzuhören“, so Sturm.