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Arbeitskreis entwirft Konzept und Projekte für die Dorferneuerung in Werlte „Wir sind mittendrin in der Arbeit“

Von Hermann Hinrichs | 22.09.2011, 22:00 Uhr

Die Planungen zur Dorferneuerung in Werlte laufen auf Hochtouren. Das dritte Großprojekt in der Gemeinde Werlte innerhalb weniger Jahre soll im Herbst kommenden Jahres in die Umsetzung gehen. Dann ist nach dem Um- und Ausbau des Schulzentrums, dem Bau der Ortskernentlastung nun folgerichtig die Ortslage selbst an der Reihe. „Wir sind zurzeit mittendrin in der Arbeit“, umreißt Richard Gertken vom „Büro für Landschaftsplanung“ mit Sitz in Werlte den Stand der Dinge.

Im Ort wird zwar schon das eine oder andere Projekt als beschlossene Sache von Mund zu Mund getragen, doch festgezurrt ist noch gar nichts. Gleichwohl: Es gibt Richtungen, in die intensiv überlegt wird. Und daran sind die Bürger besonders beteiligt, denn sie bilden den Arbeitskreis Dorferneuerung, in dem alles auf den Tisch kommt und beraten wird. Dessen Vorsitzender ist Dr. Wilhelm Bowe. Er bestätigt: „Es wird alles Sinnvolle angesprochen und beraten.“ Die Planer würden anschließend zu den Vorstellungen passende Entwürfe fertigen. Erster Samtgemeinderat Ludger Kewe ergänzt: „Es werden aktuell 20 Einzelmaßnahmen betrachtet.“

Dazu gehört als ein Kernpunkt die Umgestaltung der Hauptstraße, die nach dem Bau der Umgehungsstraße nun ein neues Gesicht erhalten soll. Für diese Fragestellungen ist laut Planer Gertken eigens die Arbeitsgruppe Hauptstraße gegründet worden, in der die Anliegerschaft und die Kaufmannschaft „stark vertreten“ seien. Für die „neue Hauptstraße“ sind die beiden großen Ziele, für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen und deren bisher tristes Erscheinungsbild durch einen angenehm gestalteten Verkehrsraum zu ersetzen. Überlegt wird beispielsweise, Rad- und Fußgängerwege sowie die Straße selbst höhengleich zu bauen und die Sögeler Straße beim Werlte Center künftig als abknickende Vorfahrtstraße in die Loruper Straße zu lenken. „Gut angekommen ist bei einer Bereisung anderer Gemeinden das ,Shared Space‘- Modell, nach dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind“, berichtete AK-Vorsitzender Bowe von einer grundsätzlichen Überlegung. Aber: „Das ist bei uns schwer umzusetzen.“ Im Kern geht es nach Darstellung des Fachbereichsleiters Bauen der Gemeinde Werlte, Dieter Cloppenburg, darum, „die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu stärken“.

Die Überlegungen im Arbeitskreis ziehen aber noch weitere Kreise. So werfen Bürger und Planer ihren Blick beispielsweise auch auf Gestaltungsmöglichkeiten der Eingangsbereiche der beiden Friedhöfe, den Bahnhof, den Schützenplatz, den Busbahnhof am Schulzentrum, das Stadion und das Rathausumfeld.

Wie geht es weiter? Der AK Dorferneuerung hat sich vorgenommen, nach etwa elf Sitzungen den Dorferneuerungsplan entworfen zu haben. Aktuell ist damit Halbzeit. Planer Gertken hofft, dass bereits im Frühjahr das Konzept so weit gereift ist, dass es präsentiert werden kann. Dieses muss dann noch genehmigt werden, und ein wichtiger Schritt ist schließlich auch, in welcher Reihenfolge die Einzelmaßnahmen abgearbeitet werden sollen. Erst dann folgen die ersten Antragstellungen auf Förderung. Und die ist besonders attraktiv, denn immerhin werden 50 Prozent der Nettoinvestitionskosten vornehmlich aus EU-Mitteln beigesteuert. Gemeindedirektor Werner Gerdes betont, dass die Umsetzungsphase mehrere Jahre dauern wird. Offen ist indes, ob tatsächlich alle Projekte umgesetzt werden können.

Froh sind AK-Vorsitzender Bowe und seine Mitstreiter auch darüber, dass die Bevölkerung durchaus interessiert ist, an dem, was da auf den Ort zukommt. „Dass die Menschen darüber sprechen, bedeutet für uns auch, dass wir Rückmeldung auf die Ideen und Vorschläge bekommen“, so Wilhelm Bowe. Richard Gertken: „Wir erfahren so, ob wir richtig liegen.“

Da dieses Verfahren letztlich darauf basiert, dass die Bürger aktiv eingebunden werden, gibt es den Arbeitskreis und die Arbeitsgruppe, aber auch alle Protokolle der Sitzungen sind im Internet auf der Seite www.werlte.de auffindbar. Wichtig ist den Verantwortlichen auch, dass das Dorferneuerungsprogramm nicht allein dazu da ist, öffentliche Räume schöner und nutzbringender zu gestalten, sondern auch Privatleuten Fördermöglichkeiten anbietet, beispielsweise um ortsbildprägenden Gebäuden ein neues Gewand zu geben.