Stromtrassen-Gegner protestieren Gegenwind für Merkel in Cloppenburg

Von Mirco Moormann

Gemeinsam mit CDU-Generalsekretär Peter Tauber und dem Landesvorsitzenden der CDU Niedersachsen, Bernd Althusmann, bahnte sich Kanzlerin Angela Merkel in Cloppenburg den Weg durch die Menge. Foto: Mirco MoormannGemeinsam mit CDU-Generalsekretär Peter Tauber und dem Landesvorsitzenden der CDU Niedersachsen, Bernd Althusmann, bahnte sich Kanzlerin Angela Merkel in Cloppenburg den Weg durch die Menge. Foto: Mirco Moormann

Cloppenburg. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist bei ihrem Auftritt in Cloppenburg auf lautstarken Widerstand von Gegnern der geplanten Nord-Süd-Stromtrassen des Betreibers Tennet gestoßen.

Vor etwa 3000 Anhängern war die Kanzlerin am Montagabend zum Wahlkampf im Oldenburger Münsterland erschienen. Kurz vor ihrem Auftritt – Merkel kam im Helikopter – liefen etwa 500 Demonstranten vor dem Veranstaltungsgelände auf und machten lautstark mit Pfiffen und Trillerpfeifen auf sich aufmerksam. Sie machten mobil gegen die Pläne des Betreibers Tennet, Überland-Stromtrassen durch die Region zu bauen.

Merkel ging kurz auf den Protest ein und sagte, dass der Anteil an erneuerbaren Energien noch wachsen müsse. Eine Stromtrasse sei „ein schwieriger Eingriff“, jedoch würden diese Leitungen benötigt, um den Strom nach Süddeutschland zu transportieren. Sie sprach sich weiter für „ein transparentes Verfahren mit Tennet“ aus.

In ihrer etwa 40-minütigen Rede ging die Kanzlerin auf die Wahlkampf-Themen der Union ein. In Sachen Infrastruktur etwa gebe es „in Niedersachsen noch eine Menge zu tun“, so Merkel. Dabei nannte sie neben dem geplanten Ausbau der Küstenautobahn A 20 auch die digitale Infrastruktur, etwa an Schulen. Nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer müssten hier besser auf den digitalen Wandel vorbereitet werden. Auch der Ausbau der Breitbandnetze müsse vorangetrieben werden, besonders im ländlichen Raum, so Merkel.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sprach Merkel in Cloppenburg an. In der geburtenstärksten Stadt in Deutschland würden die familiären Werte noch gepflegt, so die Kanzlerin. Beim Thema Sicherheit machte sie sich dafür stark, Wohnungseinbrüche strenger zu ahnden. Auf internationaler Ebene müsse die EU noch stärker zusammenstehen, etwa gegen den islamistischen Terror oder in Krisengebieten wie der Ukraine.

Die Flüchtlingssituation im Jahr 2015 sei gemeistert worden, auch durch das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen, so Merkel. Sie machte aber deutlich, dass sich ein solches Szenarion nicht wiederholen dürfe.

Neben Merkel standen am Montag noch weitere CDU-Mitglieder auf der Bühne. Die Kandidaten für die Bundestagswahl im September und die vorgezogene Landtagswahl im Oktober stellten sich den Fragen einer Moderatorin.