Nach zehntägiger Radtour Werlter erreicht sein Ziel Wittenberg

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Vor der Thesentür an der Schlosskirche in der Lutherstadt Wittenberg hat Herbert Kessen (r.) nun sein Ziel erreicht. Auf den letzten drei Etappen begleitet haben ihn seine Lebensgefährtin Annelene Theile und die Freunde Christel und Willi Thaben. Foto: KessenVor der Thesentür an der Schlosskirche in der Lutherstadt Wittenberg hat Herbert Kessen (r.) nun sein Ziel erreicht. Auf den letzten drei Etappen begleitet haben ihn seine Lebensgefährtin Annelene Theile und die Freunde Christel und Willi Thaben. Foto: Kessen

Werlte/Wittenberg. Der Werlter Herbert Kessen hat nach zehn Tagen sein Ziel Wittenberg mit dem Rad erreicht. Vor der Schlosskirche in der Lutherstadt stellte der Katholik symbolisch seinen Antrag auf eine zusätzliche Mitgliedschaft in der evangelischen Kirche auf. Nun fährt er wieder zurück.

Mit den 95 Thesen Luthers im Rücken an der Tür zur Schlosskirche in Wittenberg präsentierte sich Kessen am späten Donnerstagnachmittag. Damit hat er sein erstes Ziel erreicht: Er hat damit die katholisch-evangelische Doppelmitgliedschaft beantragt – zumindest symbolisch. Der auf den hölzernen Aufsteller geklebte Umschlag steht für den entsprechenden Antrag bei der evangelischen Landeskirche in Hannover und der Evangelischen Kirche Deutschland. Auch in Wirklichkeit hat er ein Schreiben an beide Kirchen verschickt. Um entsprechende Aufmerksamkeit für seine Kampagne zu bekommen, hatte sich der 68-Jährige zehn Tage zuvor mit einem Dreirad samt Aufbau von Werlte aus auf den Weg gemacht, um sein Anliegen öffentlich – und nicht zufällig im 500. Jahr der Reformation – in der Lutherstadt vorzustellen.

(Weiterlesen: Werlter will katholisch und evangelisch sein)

„Die Tour ist bisher gut verlaufen. Die Seifenkiste funktioniert einwandfrei“, teilt Kessen am Tag nach der Ankunft mit. Bisher habe er 639 Kilometer einschließlich Umwegen und Abstechern zurückgelegt – nicht ganz ohne Muskelkater und Schmerzen im Gesäß, wie er sagt. Wie er es sich zuvor erhofft hatte, kam es unterwegs zu vielen kleinen aber auch sehr intensiven Gesprächen über Kessens ökumenische Mission, mit der er auf die Wiedervereinigung beider Kirchen zielt, sich aber realistischerweise zumindest eine Diskussion darüber wünscht. „Es gab viele Umarmungen, Zuspruch und Aufmunterung“, sagt Kessen, der während seiner auch erlebte, dass „je weiter ich nach Osten kam, desto weniger spielte die Kirche eine Rolle.“ Weil er sich körperlich so gut fühlt, möchte er auch den Rückweg mit seiner „Seifenkiste“ bewältigen. Kessen: „So würde es dann eine Pilgerfahrt von 20 Tagen und circa 1300 Kilometern Länge.“


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