Teilsanierung in Spahn fertig Wasserverband Hümmling investiert in neues Rohrnetz


Werlte/Spahnharrenstätte. Nachdem insbesondere die Gemeinde Spahnharrenstätte in jüngerer Vergangenheit von Wasserrohrbrüchen betroffen war, treibt der Wasserverband Hümmling die Planungen für umfangreiche Arbeiten am Rohrnetz in den Samtgemeinden Werlte und Sögel voran. Auch der stetig steigende Wasserbedarf spielt dabei eine Rolle.

„Aufgrund vermehrter Rohrbrüche hat der Wasserverband in den letzten Wochen das Rohrnetz im Bereich Neustadt/Spahn vollständig erneuert.“ Was Spahnharrenstättes Bürgermeister Reinhard Timpker (CDU) bereits während der letzten Ratssitzung erfreut mitgeteilt hatte, bestätigte Verbandsgeschäftsführer Thomas Rakers jetzt auf Anfrage unserer Redaktion.

Im November letzten Jahres platzte an der Hauptstraße in der Hümmlinggemeinde zum wiederholten Mal eine Trinkwasserleitung. Eine Durchgangsstraße wurde geflutet. Zudem waren einige Baugebiete im Ortsteil Spahn kurzzeitig von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Aufgrund der Häufung der Vorfälle an der maroden Leitung äußerte Timpker daraufhin seinen Unmut und kündigte Gespräche mit dem Wasserverband an.

Direkte Leitung vom Wasserwerk Werlte nach Sögel

Die bereits durchgeführte Teilsanierung des Rohrnetzes in Spahn stellt Rakers zufolge einen Bestandteil größerer Bauvorhaben des Wasserverbandes dar. So werde aktuell über den weiteren Nutzen der Druckerhöhungsstation in Werpeloh nachgedacht. Die Station kann nach Angaben des Geschäftsführers von den Wasserwerken in Surwold und Werlte gespeist werden. Versorgt werden mit der Werpeloher Station Haushalte in den Großräumen Sögel und Lathen.

Da die Station aber auf dem Windberg und somit am höchsten Punkt des Hümmlings liegt, ist nach seinen Worten ein entsprechender Energieaufwand erforderlich. „Zur besseren und effizienteren Versorgung sowie entsprechend der Entwicklung dieser Gebiete soll von 2017 bis 2019 eine Leitung vom Wasserwerk Werlte direkt nach Sögel gebaut werden“, kündigt Rakers an.

Entwicklung des Wasserbedarfs im nördlichen Emsland. Quelle: Wasserverband Hümmling // Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Kurzfristige Versorgungsausfälle vermeiden

Aktuell laufe eine kleinere Befüllleitung zur Station in Werpeloh vom Wasserwerk Werlte auch durch Spahnharrenstätte und stellt die dortige Versorgung sicher. Rakers: „Diese Leitung ist aber sowohl von ihrer Kapazität als auch von ihrem Alter her zum Teil ersatzwürdig.“ Um kurzfristige Versorgungsausfälle bis zur Fertigstellung des Leitungsneubaus zwischen den Wasserwerken in Werlte und Sögel zu vermeiden, wurde bereits jetzt eine Teilsanierung in Spahn durchgeführt. „Die weitere Sanierung der Spahnharrenstätte versorgenden Leitung wird im Zuge der Ortskernsanierung in den nächsten Jahren durchgeführt“, so Rakers.

1,6 Millionen Euro werden investiert

Wie der Verbandsgeschäftsführer weiter mitteilt, soll noch in diesem Jahr mit dem in drei Schritten vorgesehenen Bau einer neuen Leitung zwischen dem Wasserwerk Werlte und Sögel begonnen werden. Den Auftakt hat diese Maßnahme mit dem Bau eines 3,8 Kilometer langen Teilstück südlich von Spahnharrenstätte. Die Kosten hierfür veranschlagt der Verbandsgeschäftsführer mit rund 450.000 Euro.

Im kommenden Jahr soll der zweite Abschnitt mit etwa vier Kilometer Länge bis nach Sögel realisiert werden. Vorgesehen dafür sind etwa 475.000 Euro. Der Abschluss der Baumaßnahme ist 2019 mit einem Teilstück von etwa 5,5 Kilometer bis zum Wasserwerk Werlte geplant. Hier kalkuliert Rakers mit Kosten von rund 655.000 Euro.

Wasserbedarf verdoppelt sich

Mit den jetzt geplanten Investitionen reagiert der Wasserverband Hümmling auch auf den stetig steigenden Wasserbedarf. „Lag die Fördermenge an Grundwasser im Verbandsgebiet im Jahr 1979 noch bei knapp sechs Millionen Kubikmeter im Jahr, waren es 2015 mehr als elf Millionen“, so Rakers. Eine Prognose bis in das Jahr 2038 sieht gar einen Bedarf von 14 Millionen Kubikmetern. Mit Wasser versorgt der Verband die Samtgemeinden (SG) Dörpen, Lathen, Nordhümmling, Sögel und Werlte. Hinzu kommen ebenfalls die Städte Papenburg und Friesoythe (Gehlenberg und Neuvrees) sowie die Gemeinden Rhede und Westoverledingen. In der SG Sögel werden aber nicht alle Mitgliedsgemeinden vom Wasserverband Hümmling bedient. Groß und Klein Berßen wird vom Trink- und Abwasserverband (TAV) Bourtanger Moor versorgt.


Der Wasserverband Hümmling versorgt mit seinen Anlagen im nördlichen Emsland mehr als 42.000 Hausanschlüsse und einem etwa 1800 Kilometer langen Leitungsnetz etwa 125.000 Menschen, landwirtschaftliche Betriebe, zahlreiche Gewerbe- und Handwerkstreibende sowie die Industrie. Dafür unterhält der Verband außer den beiden Wasserwerken in Werlte und Surwold weitere Druckerhöhungsanlagen in Papenburg, Heede, Sustrum-Moor und Werpeloh.

Größe des Verbandsgebiets: 1200 Quadratkilometer

Versorgte Städte/Gemeinden: 35

Versorgte Einwohner: ca. 125.000

Länge des Leitungsnetzes: ca. 1800 Kilometer

Anzahl der Hausanschlüsse: ca. 42.000

Höhenunterschiede im Verbandsgebiet: ca. 70 Meter

Wasserspeichervolumen: ca. 50.000 Kubikmeter

Tägliche Wasserabgabe im Durchschnitt: ca. 30.000 Kubikmeter

Aufgaben: Wasserversorgung, Abwasserabrechnung

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