Vier Bauabschnitte über sieben Jahre Mit Kläranlagen-Umbau startet nächstes Großprojekt in Werlte

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Werlte. Die Kläranlage in der Samtgemeinde Werlte wird erweitert und umgebaut. Mit dem Spatenstich beginnt ein siebenjähriges Bauprojekt, das 17 Millionen Euro kosten soll. Der erste Bauabschnitt schlägt mit sechs Millionen Euro zu Buche.

Die Anlage steht, und das ist seit mehreren Jahren ein bekanntes Problem, vor der Kapazitätsgrenze. Zudem gibt es hydraulische und verfahrenstechnische Mängel im gesamten Abwasser-Fließweg. Auch das Betriebsgebäude entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. In vier Bauabschnitten soll nun Abhilfe geschaffen werden.

Zunächst soll, wie Wilfried Schwarte vom Bauamt der Samtgemeinde mitteilt, im ersten Bauabschnitt ein neues Einlaufbauwerk mit Sandfang, ein Vorklärbecken sowie ein Faulturm mit Maschinenhaus und Blockheizkraftwerk samt Gasspeicher entstehen. Einige alte Anlagen wie etwa ein sogenannter Tropfkörper aus den 1960er Jahren müssen dafür abgerissen werden.

Sechs Millionen für ersten Abschnitt

Samtgemeindebürgermeister Ludger Kewe sprach beim Spatenstich zur Eröffnung der Baustelle von „einer wichtigen und anspruchsvollen Aufgabe“, die mit großen finanziellen Anstrengungen verbunden seien. Sechs Millionen Euro koste der erste Bauabschnitt. Nach Abschluss aller Bauabschnitte Ende 2024 wird die Kommune mit Gesamtkosten von voraussichtlich etwa 17 Millionen Euro zu rechnen haben. Diese Investitionen seien laut Kewe aufgrund der stetigen Entwicklung der Samtgemeinde nötig, und auch, um zukünftig Wachstum zu ermöglichen. Der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Heribert Kleene wies darauf hin, dass sich die derzeitigen Gebühren aufgrund der hohen Investitionen wohl nicht halten lassen können. „Wir haben uns die Entwicklung gewünscht, nun muss auch die Infrastruktur mitwachsen“, so Kleene.

Zahlreiche Einsparungen

Ein zentraler Bestandteil der jetzigen Umbaumaßnahme ist der Bau des zwölf Meter hohen Faulturms. Darin finden im aus dem Abwasser gefilterten Klärschlamm in einer sauerstofflosen (anaeroben) Umgebung Abbauprozesse statt. Dabei entsteht Methan, dass im Blockheizkraftwerk verstromt werden soll. Damit könnte mehr als 50 Prozent des Energiebedarfs der Kläranlage gedeckt werden. Auch die Entsorgung des Klärschlamms, der in Salzbergen verbrannt wird, sinke von 1600 auf 1000 Tonnen im Jahr. Zudem verringerten sich die Kohlenstoffdioxidemissionen pro Jahr um 157 Tonnen.

Wasserqualität muss stimmen

Weiter stehen die Überlegungen im Raum, die Kläranlage in Lorup langfristig zu schließen und das gesamte Abwasser der Samtgemeinde nach Werlte zu pumpen und dort zu klären. Dafür wird die Kapazität der Anlage mehr als verdoppelt, von einem Einwohnerrichtwert von 15.000 auf 33.000. Doch bevor das Wasser aus Lorup in Werlte behandelt werden kann, muss eine Bedingung erfüllt sein: Die Wasserqualität der Mittelradde, in die das geklärte Wasser eingeleitet wird, darf sich nicht verschlechtern.

Untersuchungen bislang positiv

Die ersten durchgeführten Untersuchungen stimmen die Verantwortlichen zuversichtlich, dass dies möglich ist. Laut Schwarte werde derzeit aber noch auf die Ergebnisse zweier weiterer Untersuchungen gewartet. Erst dann könne man sicher sein, dass das Wasser in Zukunft in die Mittelradde eingeleitet werden kann. In den politischen Gremien der Samtgemeinde wurde bereits mitgeteilt, dass eine Aufgabe der Loruper Anlage zu bevorzugen ist. Der Klärschlamm aus Lorup soll deshalb nach Umbau der Werlter Anlage per Lastwagen nach Werlte in den Faulturm gebracht werden.

Loruper Anlage soll stillgelegt werden

Wenn alles nach Plan läuft, soll Ende 2024 das gesamte Abwasser in Werlte geklärt werden. Die Anlage in Lorup wird dann stillgelegt. Falls die Wassermenge in die Mittelradde nicht erhöht werden darf, müsste auch zukünftig der Schlamm von Lorup nach Werlte gebracht werden. Das geklärte Wasser aus Lorup wurde dann wie bisher in die Beeke geleitet.

Weiteres Belebungsbecken bis 2020

Doch bevor all diese Maßnahmen umgesetzt werden können, folgen weitere Bauabschnitte. Im zweiten Abschnitt wird in Werlte ein zusätzliches Belebungs- und Nachklärbecken errichtet. Dies soll bis 2020 erfolgt sein. Danach startet der Bau einer Druckleitung und eines Pumpwerks mit Ausgleichsspeicher in Lorup, um das Abwasser nach Werlte zu befördern. Dieser Bauabschnitt soll bis 2022 abgeschlossen sein. Letztlich müssen dann im letzten Abschnitt noch ein neues Betriebsgebäude und eine Anlage zur Schlammentwässerung in Werlte gebaut werden.


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