Ricke qualvoll verendet Hegering Werlte sucht nach Wilderer

Diese Ricke wurde vermutlich Opfer von Wilderern und verendete qualvoll in einem Graben in Werlte. Foto: Wilhelm StammermannDiese Ricke wurde vermutlich Opfer von Wilderern und verendete qualvoll in einem Graben in Werlte. Foto: Wilhelm Stammermann

Werlte. Am vergangenen Wochenende wurde im Jagdrevier II von Werlte der Kadaver einer verendeten trächtigen Ricke in einen Entwässerungsgraben aufgefunden. Der Wildkörper wies nach Aussagen des Hegerings Werlte einen Einschuss auf, der wahrscheinlich von einer kleinkalibrigen Waffe herrührt.

Laut Hegeringleiter Thomas Schomaker lassen der Fundort und die Spuren an der Fundstelle auf Wilderei schließen. Das kleine Geschoss war nicht sofort tödlich und die Ricke konnte sich noch in den nächsten Graben flüchten, wo sie dann qualvoll halb im Wasser liegend verendete. Nach Aussage des Revierinhabers hat sich die Tat wahrscheinlich bereits einige Tage vor dem Fundtag ereignet. Die Polizeidienststelle Werlte hat die Ermittlungen aufgenommen, so Schomaker.

Während in früheren Zeiten häufig aus der Not heraus gewildert wurde, um dem Hungertod zu entgehen, geschehe dieses heute meist aus niederen Beweggründen. Vielen Wilderern gehe es allein um spektakuläre Trophäen – sie nähmen dem erlegten Tier deshalb nur das Haupt ab und ließen den Rest einfach liegen. „Ein solches Verhalten ist nicht nur hoch kriminell, sondern geschieht ohne jede Ehrfurcht vor der Kreatur“, so der Hegeringleiter Schomaker.

Der Wilderer sei, da er unerkannt blieben wolle, oft auf die dunkle Tageszeit angewiesen und riskiere dabei Fehlschüsse und Verletzungen, wie im vorliegenden Fall der Ricke. Eine langwierige Nachsuche mit einem ausgebildeten Hund, wie sie jeder Revierpächter bei einem verletzten Tier durchführen würde, bleibe aus. Angeschossenes, verletztes Wild verendet also oft elendig in den Wäldern sowie der Feldflur und wird seinem Schicksal überlassen, so Schomaker.

Wie der Hegeringleiter weiter ausführt, ist Wilderei eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden kann. Schomaker hofft mit seinem Hegering Werlte im vorliegendem Fall nun auf Hinweise aus der Bevölkerung und bittet alle, die ungewöhnliche Beobachtungen gemacht haben oder zukünftig machen, dieses dem zuständigen Revierinhaber oder der Polizeidienststelle Werlte zu melden. Gleichzeitig ruft Schomaker die Jäger auf, besonders aufmerksam zu sein und gewonnene Informationen sofort weiter zu geben.


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