Fahrer zu Geldstrafe verurteilt Kind in Werlte angefahren und sich selbst überlassen

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Das Landgericht Osnabrück hat einen 26-jährigen Mann vom Hümmling zu einer Geldstrafe von 7200 Euro verurteilt. Symbolfoto: Michael GründelDas Landgericht Osnabrück hat einen 26-jährigen Mann vom Hümmling zu einer Geldstrafe von 7200 Euro verurteilt. Symbolfoto: Michael Gründel

Werlte/Osnabrück. In einer Berufungsverhandlung ist ein 26-jähriger Mann vom Hümmling wegen fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht zu einer Geldstrafe von 7200 Euro verurteilt worden. Er hatte ein siebenjähriges Kind angefahren, dabei verletzt und das Kind anschließend sich selbst überlassen.

Das Amtsgericht in Meppen hatte den mehrfach vorbestraften Angeklagten dagegen zu einer Haftstrafe verurteilt.

„Wie der Angeklagte sich am Unfallort verhalten hat, ist schlichtweg eine Sauerei.“ Die Stimme der am Verfahren beteiligten Staatsanwältin war voller Empörung. Was sie in Rage gebracht hatte, war die Schilderung des Unfalls, der sich im August vorigen Jahres im Bereich der Harrenstätter Straße in Werlte zugetragen hat. Der Angeklagte, ein Lagerlogistiker, soll mit einem Firmenfahrzeug von einem Innenhof gekommen sein und dabei aus Unachtsamkeit den Jungen angefahren haben, der auf dem Radweg fuhr. Statt sich um das verletzt und weinend auf dem Boden sitzende Kind zu kümmern, soll er es rüde ausgeschimpft haben.

Unfallzeugen an Hilfeleistung gehindert

Ein Unfallzeuge, der dem Kind helfen wollte, soll vom Angeklagten daran gehindert worden sein. Er untersagte dem Zeugen ebenfalls, die Polizei zu rufen oder die Eltern zu informieren. Dann soll er sich mit seinem Fahrzeug weitergefahren, später jedoch wieder zur Unfallstelle zurückgekehrt sein.

Im Januar war der 26-Jährige wegen fahrlässiger Körperverletzung und unerlaubten Entfernens vom Unfallort zum Entzug der Fahrerlaubnis sowie neun Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Maßgeblich für die hohe Strafe waren eine Reihe von Vorstrafen, unter anderem wegen schweren Raubs, wegen derer er bereits im Gefängnis gesessen hatte. Zudem sind mehrere Verkehrsvergehen gegen ihn aktenkundig, meist wegen zu schnellen Fahrens. Erst ein halbes Jahr vor dem Unfall in der Harrenstätter Straße hatte er seine Fahrerlaubnis zurückerhalten, die ihm wegen des Erreichens von 18 Punkten in der Flensburger Verkehrssünderkartei entzogen worden war.

Bei Unfallopfer entschuldigt

Dass die 13. kleine Strafkammer des Landgerichts Osnabrück in der Berufungsverhandlung das Urteil der Erstinstanz änderte, lag maßgeblich an der Initiative, die der 26-Jährige in den vergangenen Wochen ergriffen hat. „Wohl auf den Rat seines klugen Rechtsanwalts“, so der Vorsitzende der Kammer, hat der Angeklagte mehrfach das Gespräch mit den Eltern des verletzten Kindes gesucht und sich bei dem Kind, das bei dem Unfall Prellungen erlitten hatte, entschuldigt. Zusätzlich zahlte er ein Schmerzensgeld, das vom Gericht als Täter-Opfer-Ausgleich strafmildernd gewertet wurde.

Die Kammer verhängte gegen ihn eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 40 Euro, die in Raten zu 500 Euro monatlich zu zahlen sind. Seine Fahrerlaubnis wurde ihm für die Dauer von sechs Monaten entzogen.


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