Zuschuss für vier weitere Projekte LAG Hümmling fördert Trail-Park für Mountainbiker in Werlte

Von Lea Becker

Über Stock und Stein: In Werlte soll es bald einen Trail-Park für Mountainbiker geben. Die Lokale Aktionsgruppe Hümmling fördert das Projekt mit 55.000 Euro. Symbolfoto: Rolf KamperÜber Stock und Stein: In Werlte soll es bald einen Trail-Park für Mountainbiker geben. Die Lokale Aktionsgruppe Hümmling fördert das Projekt mit 55.000 Euro. Symbolfoto: Rolf Kamper

Werlte. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Hümmling hat auf der letzten Sitzung die Förderung von fünf Projekten beschlossen. Der geplante Trail-Park für Mountainbiker in Werlte wird mit 55.000 Euro unterstützt. Zum ersten Mal fand auch eine Regionalkonferenz statt.

Die Gemeinde Werlte plant in Abstimmung mit Sparta Werlte einen Trail-Park für Mountainbiker im Gewerbegebiet Richtung Spahnharrenstätte. Das Freizeitangebot soll neben Kindern und Jugendlichen auch ältere Generationen ansprechen und für den Radsport begeistern. „Ein solches Projekt gibt es in der Region Hümmling bisher nicht“, sagte LAG-Regionalmanager Ralph Deitermann. Der generationenübergreifende Ansatz des innovativen Projekts erweitere das Sport- und Freizeitangebot für Jung und Alt. Die Anlage soll so konstruiert werden, dass es Bereiche für Anfänger und Fortgeschrittene geben wird.

Neuer Schafstall in Vrees

Nach Angaben von Deitermann wird mit dem Trail-Park das touristische Angebot in Werlte verbessert und hat damit auch positive Effekte für die Gemeinde. Zudem wird die Natur und Landschaft geschützt, da Mountainbiker, die jetzt noch unkontrolliert in den Wäldern des Hümmlings fahren, eine neue Möglichkeit haben, ihr Hobby auszuüben. Die Kosten werden mit 110.000 Euro angegeben.

Neben dem Trail-Park hat die LAG außerdem beschlossen, den Bau eines Schafstalls in Vrees mit 40.000 Euro zu fördern. Die Gemeinde plant laut Deitermann, die Herde von rund 230 Tieren auf 300 bis 350 zu vergrößern, damit die Flächen entsprechend beweidet und damit die für die Region Hümmling typischen Kulturlandschaften auf Dauer erhalten werden können. „Das ist mit dem aktuellen Schafstall nicht möglich“, sagte der Regionalmanager. Die Gesamtkosten des Neubaus belaufen sich auf 90.000 Euro.

Förderung für Naturparkplan und Kulturzentrum

Des Weiteren unterstützt die LAG die Gemeinde Surwold mit ihrer Potenzialanalyse zum Erholungsgebiet „Surwolds Wald“. In der Vergangenheit hat die Freizeiteinrichtung nach Angaben von Deitermann immer wieder Verluste verzeichnet. Die Analyse soll zeigen, wie das Erholungsgebiet attraktiv, familienfreundlich und nicht nur preisgünstig, sondern auch finanziell seriös und zukunftsfähig betrieben werden kann. Die Kosten liegen bei 30.000 Euro. Die LAG fördert das Projekt mit 15.000 Euro.

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Weitere Förderungen erhalten der Landkreis Emsland für den Naturparkplan des Naturparks Hümmling, ein langfristig angelegtes Entwicklungskonzept für die gesamte Region mit einem ausführlichen Maßnahmenplan, mit 25.300 Euro sowie das Lathener Kulturzentrum mit 100.000 Euro. Nach Angaben von LAG-Regionalmanager Ralph Deitermann findet das Kulturzentrum vor Ort mehrheitlich Zustimmung. „Aus unserer Sicht liegen alle Informationen vor, um über die Förderung zu entscheiden“, sagte Deitermann. Er betonte, dass es durch die Gemeinde als langfristigen Mieter eine Absicherung der Mittel gäbe.

Im Anschluss an die Sitzung fand eine Regionalkonferenz statt. „Sie dient dazu, die Öffentlichkeit zu informieren sowie uns und unsere Arbeit zu evaluieren“, sagte Deitermann. Dazu habe es verschiedene Fragebögen gegeben. Die Mitglieder der Aktionsgruppe und die Antragsteller der Förderprojekte seien nach Angaben des Regionalmanagers grundsätzlich zufrieden. Lediglich die Öffentlichkeitsarbeit der LAG könne verbessert werden und zukünftig auch Behindertenvertreter eingebunden werden, um das Thema Inklusion ebenfalls in die Förderung mit einzubeziehen.


Ziele und Projekte

Ende April 2015 erhielt die Region Hümmling, bestehend aus den Samtgemeinden Werlte, Sögel, Nordhümmling und Lathen (Gemeinden Fresenburg, Lathen, Renkenberge) von der Landesregierung in Hannover die Nachricht, auch in der EU-Förderperiode 2014–2020 wieder als Leader-Region anerkannt zu sein. Bereits 2014 war das Regionale Entwicklungskonzept (REK) mit Beteiligungen aus der Bevölkerung ausgearbeitet worden. Das REK ist Voraussetzung für die Teilhabe an den Fördermitteln. Für öffentliche Antragsteller beträgt dieser Fördersatz in allen drei Handlungsfeldern 50 Prozent, für private Antragsteller 30 Prozent. Der maximale Förderbetrag ist auf 100.000 Euro festgesetzt. Ausnahmen von dieser Regelung bedürfen einer Dreiviertelmehrheit in der beschlussfähigen Lokalen Arbeitsgruppe (LAG). Der Zielsetzung der einzelnen Projekte liegt das Leitbild der Region Hümmling zugrunde: „Die Region Hümmling zeichnet sich durch eine hohe Lebensqualität inmitten einer unverwechselbaren Landschaft aus. Die engen sozialen Netzwerke in der Region prägen das gesellschaftliche und politische Miteinander und tragen dazu bei, die Region vor dem Hintergrund demografischer Veränderungsprozesse sozial, wirtschaftlich und ökologisch weiterzuentwickeln.“

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