Anwohner äußern Bedenken Umgehungsstraße soll nicht durch Bockholte führen

Von Mirco Moormann

Der Saal der Gaststätte Kröger in Bockholte war voll besetzt. Foto: Mirco MoormannDer Saal der Gaststätte Kröger in Bockholte war voll besetzt. Foto: Mirco Moormann

Werlte/Bockholte. Die Gemeinde Werlte plant die Fortführung der Umgehungsstraße in Richtung Bockholte. Am Donnerstagabend wurden mehrere Alternativen vorgestellt. Die Bockholter äußerten eine klare Bitte: Die Umgehung soll für weniger Verkehr in ihrem Ort sorgen.

Insgesamt wurden im mit etwa 300 Bürgern komplett vollen Saal der Gaststätte Kröger sechs Möglichkeiten vorgestellt, wie die sogenannte Ortskernentlastungsstraße (OKE) vom Kreisverkehr an der Oldenburger Straße bis zur Bockholter Straße fortgeführt werden kann.

Grundsätzlich ging es aber nur um zwei Streckenführungen und um die Frage, ob die OKE von Werlte aus vor oder nach der Ortschaft Bockholte auf die Bockholter Straße führen soll.

Bockkholter für „lange“ Variante

Hier stellte sich schnell heraus, dass die Bockholter klar dafür sind, die OKE erst hinter ihrem Ort an die Bockholter Straße in Richtung Vrees anzuschließen. Die unterschiedlichen Varianten stellte Michael Block von der Ingenieurberatung Wessels und Grünefeld aus Garrel vor. Die Varianten, die vor der Ortschaft Bockholte auf die Bockholter Straße führen, sind demnach zwischen 1,6 und zwei Kilometern lang und kosten zwischen 1,9 und 2,4 Millionen Euro. Die längeren Varianten kommen auf 3,3 bis 3,5 Kilometer Länge, bei Kosten zwischen 3,8 und 4,1 Millionen Euro. Bei der Vorstellung der letzten Alternativen gab es mehrfach Applaus aus dem Publikum.

Werltes Gemeindedirektor Ludger Kewe teilte mit, dass das Verkehrsaufkommen im Werlter Ortskern an der Kolpingstraße, an der sich mehrere Schulen und auch ein Kindergarten befinden, sehr hoch sei. Bis zu 6000 Fahrzeuge, darunter auch der Schwerlastverkehr, führen täglich auf dieser Straße.

Sechs Varianten der neuen Umgehungsstraße wurden in Bockholte vorgestellt. Grafik: Heiner Wittwer

Fahrzeuge fahren aus durch Bockholte

Von Anwesenden kam das Argument, dass die Fahrzeuge, die über die Bockholter Straße durch Werlte führen, auch zuvor alle bereits den Ort Bockholte passiert hätten. „Auch hier gibt es viele Kinder, die mit dem Fahrrad entlang der Hauptstraße fahren müssen“, sagte eine Anwohnerin.

Zudem würden die „kürzeren“ Varianten die angedachte „Verschmelzung“ der Orte behindern oder gar zerstören. Auch der Vorschlag, dass die OKE durch das Waldstück zwischen Werlte und Bockholte geführt werden soll, stieß bei den Bockholtern nicht auf Begeisterung.

Baukosten möglicherweise höher als geplant

Aus Sicht der Landwirtschaft sollten möglichst wenig Flächen verbraucht und auch die Flurstücke nicht zu stark angeschnitten werden. Weiter kam der Hinweis, dass die Baukosten aufgrund der moorigen Bodenverhältnisse deutlich höher ausfallen könnten. Ingenieur Block wies darauf hin, dass mit den Bodenbeprobungen erst begonnen werde, nachdem die umzusetzende Maßnahme feststehe.

Werltes Bürgermeister Daniel Thele hatte eingangs erklärt, dass es auf der Versammlung vorrangig darum gehe, die Diskussionen anzuregen, um „die richtige Variante herauszufiltern“. Zugleich sagte er, dass es aber letztlich keine Variante geben werde, die alle zufriedenstelle.

Bau startet nicht vor 2020

Auch werde mit dem Bau der Straße – nachdem die Entscheidungen über den Straßenverlauf getroffen sind – nicht vor dem Jahr 2020 begonnen, so Thele. Man rechne mit Fördermitteln, müsse aber die nächste Förderperiode ab 2020 abwarten, da das Programm derzeit „maßlos überzeichnet“ sei. Dass dann aber die Mittel kommen, davon gehe er aus, sagte der Bürgermeister weiter. „Bis dahin haben wir unsere Hausaufgaben gemacht.“ Kewe ergänzte, dass sowohl die kurzen, als auch die langen Varianten förderfähig seien.

Weiter seien jetzt alle Bürger angehalten, sich im Rathaus zu melden, falls sie Ideen oder Anregungen zu den Varianten der OKE haben. Bis zum Ende des Jahres sei dies noch möglich, so Kewe. Im kommenden Jahr soll dann, nachdem in den Ausschüssen darüber beraten und auch die Öffentlichkeit erneut miteinbezogen worden sein soll, eine Entscheidung im Gemeinderat gefasst werden.