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Vor allem gesund Werlter Erfinder haben ein Patent auf die „Multitafel“ bekommen

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Schonend für den Nacken und den Rücken: Die Werlter Berthold Müller und Wolfgang Finner (von links) zeigen hier die beiden Modelle ihrer Multitafel. Sie dient dazu, in der Schule oder bei der Arbeit eine gesunde Körperhaltung einzunehmen. Foto: Hermann HinrichsSchonend für den Nacken und den Rücken: Die Werlter Berthold Müller und Wolfgang Finner (von links) zeigen hier die beiden Modelle ihrer Multitafel. Sie dient dazu, in der Schule oder bei der Arbeit eine gesunde Körperhaltung einzunehmen. Foto: Hermann Hinrichs

Werlte. Sie kann weit mehr, als man ihr auf den ersten Blick zutraut. Aber eines kann sie besonders gut, und das ist zugleich ihre Existenzberechtigung: Sie sorgt dafür, dass der Mensch eine gesunde Arbeitshaltung einnimmt. Die Rede ist von der „Multitafel“, die die beiden Werlter Wolfgang Finner und Berthold Müller erfunden haben und für die sie nun ein vollwertiges Patent in Händen halten.

Für eine gesunde Körperhaltung kann die Tafel sogar so gut sorgen, dass ihr das eine Jury, bestehend aus sechs Experten des Vereins „Aktion gesunder Rücken“ (AGR), bestätigt und dafür das Gütesiegel der AGR verliehen hat. „Wir sind nach Wiesbaden gefahren und haben die Multitafel dort vor den Medizinern und Orthopäden vorgestellt“, berichten Finner und Müller. Eine Fahrt, die sich gelohnt hat.

Nun aber zur Tafel und ihrer Geschichte. Auf die Idee gebracht hat Wolfgang Finner die Grundschullehrerin seiner Tochter. Sein Kind klagte wenige Monate nach Beginn des ersten Schuljahres über Nackenschmerzen. Die Lehrerin riet Vater und Mutter Finner, eine Art Pult zu basteln, damit die Arbeitsfläche etwas geneigter sei und das Kind so gerader sitzen könne. „Ich habe dann in meiner Werkstatt angefangen zu basteln und die erste Tafel gebaut und auch gleich mit einer Buchstütze ausgestattet“, berichtet Finner. Das Werk gelang schon im ersten Anlauf so gut, dass sich der Erfolg direkt einstellte. Wenig später zeigte er die Tafel seinem Schwager Berthold. Der war ebenfalls begeistert, und dann begann das Verfeinern des Gerätes mit dem Ziel, eine Erfindung daraus werden zu lassen.

16 Grad Neigung

Was kann die Tafel? Es gibt sie in einer Version für Grundschüler und einer zweiten Version für ältere Schüler und Erwachsene. Die grundlegenden und wichtigsten Funktionen beherrschen beide: Die Arbeitsfläche ist auf die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen optimalen 16 Grad Neigung eingestellt. Darüber hinaus hat sie einen aufklappbaren Rahmen, der sich am Kopfende der Tafel befindet und an den beispielsweis ein Buch oder ein Heft gelehnt werden kann.

Auf der Arbeitsfläche kann beispielsweise ein aufgeschlagenes DIN-A4-Heft liegen, ein Buch oder ein Laptop. Schlägt man den aufklappbaren Rahmen ganz herum und fährt am vorderen Ende zwei zusätzliche Beine aus, dann wird aus der Tafel ein Stehpult, an dem Kinder auch im Stehen lernen können. „Diese Varianten haben wir eingebaut, damit der Nutzer seine Stellung verändern kann, wie es auch sein sollte, und trotzdem eine gesunde Haltung einnimmt, die den Rücken schont“, erklären Finner und Müller die Finessen ihrer Innovation.

Die „Multitafel Kids“, so die offizielle Bezeichnung, hat gleich eine Reihe zusätzlicher nützlicher Eigenschaften für „Kids“ in der Schule. So besitzt sie eine Rechenhilfe, zeigt das Alphabet in Groß- und Kleinbuchstaben sowie alle Zahlen bis 20 und kann auf der eigentlichen Ablagefläche auch zum Schreiben oder Rechnen benutzt werden. Wie zum Beweis nimmt Berthold Müller einen Stift mit Flüssigkreide und schreibt einige Zahlen in das Feld mit den Quadraten und ein paar Worte auf den linierten Teil. Zudem ist die Multitafel auf der Rückseite mit einem Schwamm, einem Anspitzer und einer Tasche ausgestattet.

Die „Multitafel Classic“ ist weniger bunt, kann dafür aber andere Sachen. So ist sie mit einem Klettstoff auf dem aufklappbaren Bügel ausgestattet, an dem beispielsweise Stifte befestigt werden können. Die Ablage selbst kann hochgestellt auch als Ersatz für eine Schreibfläche dienen.

Patent mit Potenzial

Die beiden 44-jährigen Schlosser im Fahrzeugwerk Krone hoffen nach vielen positiven Reaktionen und der Verleihung des AGR-Gütesiegels darauf, einen Interessenten zu finden, der in die Produktion und Vermarktung der Tafel einsteigen will. Sie bleiben aber realistisch: „Nur zwei von 100 erteilten Patenten kommen auch erfolgreich auf den Markt“, berichtet Berthold Müller. Er und Schwager Wolfgang sind aber fest davon überzeugt, dass ihr Patent das Zeug dazu hat, eines dieser beiden zu werden...

Internet:

www.multitafel.eu


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