Verbundenheit zur Bundeswehr Reservistenkameradschaft Werlte feiert 50-jähriges Bestehen

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Ihren Sitz hat die Reservistenkameradschaft in der ehemaligen Kaserne in Werlte. Das Bild zeigt (von links) den Vorsitzenden Carsten Kohle und den 1. stellvertretenden Vorsitzenden Torsten Kuska, Foto: Nina BrinkmannIhren Sitz hat die Reservistenkameradschaft in der ehemaligen Kaserne in Werlte. Das Bild zeigt (von links) den Vorsitzenden Carsten Kohle und den 1. stellvertretenden Vorsitzenden Torsten Kuska, Foto: Nina Brinkmann

Werlte. Die Reservistenkameradschaft (RK) Werlte feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Als eigenständiger Verein, aber in großer Verbundenheit mit der Bundeswehr, setzen sich die Reservisten unter anderem für militärische Aus- und Weiterbildung, die sicherheitspolitische Arbeit und die Unterstützung der Bundeswehr ein.

Als der Kalte Krieg 1966 auf seinem Höhepunkt war, gründete sich unter der Federführung von Liborius Horstmann in Sögel die RK. „Die Verteidigungsbereitschaft, bei den aus dem Wehrdienst geschiedenen Soldaten war immer noch hoch“, erklärt der heutige Vorsitzende Carsten Kohle. Die Intention der Grünung sei gewesen, sich auch nach dem Wehrdienst für die Bundeswehr und die Kameradschaft einzubringen. Allerdings stagnierte die Verbandsarbeit Anfang der 1970er Jahre, weswegen 1973 aus der RK Sögel, die RK Werlte wurde. Mittlerweile zählt sie 158 Mitglieder und das nicht nur aus dem hümmlinger Einzugsbereich.

„Wir haben auch Mitglieder aus Bayern, Österreich oder den Niederlanden“, sagt der 1. stellvertretende Vorsitzende Torsten Kuska. Die Mitglieder von weiter her seien meist auch Soldaten gewesen und wollten sich weiterhin engagieren und haben dafür die RK Werlte als passenden Verein gefunden. Etwa 75 Prozent der Reservisten sind ordentliche Mitglieder, das heißt ehemalige Soldaten. Fünf Prozent machen die derzeit noch aktiven Soldaten aus. Die restlichen 20 Prozent sind fördernde Mitglieder. „Das sind Leute, die nicht gedient haben, uns aber in unserer Arbeit unterstützen und sich einbringen“, so Kuska.

Im Auftrag des Deutschen Bundestages

Eine Besonderheit der RK ist, dass sie im Auftrag des Deutschen Bundestages wirkt: „Wir haben den Auftrag, in freiwilliger Arbeit alle Reservisten zu betreuen“, erklärt Kohle. Die Arbeit der RK fußt auf vier Grundpfeilern. Die Förderung der militärischen Fähigkeiten, die sicherheitspolitische Arbeit, die Öffentlichkeitsarbeit sowie Unterstützungsleistungen für die Bundeswehr. „Wir unterstützen die Bundeswehr zum Beispiel mit Personal, wenn die Soldaten, die die Posten eigentlich innehaben, im Einsatz sind“, sagt Kuska. Für solche Fälle haben die Reservisten einen Kündigungsschutz bei ihrem „normalen“ Arbeitgeber. Es sei vom Gesetzgeber festgeschrieben, dann zu helfen, wenn „Not am Mann ist“. Kuska erklärt: „Das sind dann manchmal vier Wochen, in denen wir in den Dienst zurückkehren. In dieser Zeit haben wir alle Rechte und Pflichten, wie sie Soldaten eben haben.“

Warum die ehemaligen Soldaten nach ihrem Dienst in die RK eintreten ist für Kohle ganz klar: „Es ist wie eine große Familie, in die man zurückkommt.“ Die meisten seien nach ihrer Zeit bei der Bundeswehr zwar erst froh, in ein „normales“ Leben zurückzukehren, irgendwann komme aber die Sehnsucht nach der Kameradschaft. „Dann kommen wir ins Spiel“, so Kohle. Ähnlich sieht es Kuska: „Die Kameradschaft ist das, was bei der Bundeswehr gelebt wird. Wir führen das in der RK weiter. Die Verbundenheit unter einander ist zwischen Soldaten einmalig.“

Unterstützung bei Bundeswehr-Übungen

In den vergangenen 50 Jahren hat die RK viel erlebt. Besonderheit war unter anderem die Unterstützung bei Übungen der Bundeswehr in Werlte, wo die RK den Gegner dargestellt hat. Außerdem wurden Schießturniere und andere gemeinschaftliche Aktionen veranstaltet. Bei der Jubiläumsfeier am kommenden Samstag, 18. Juni, werden verdiente Mitglieder geehrt. Für die Zukunft braucht die RK natürlich auch Nachwuchs: „Auf dem Dorf gibt es nicht mehr so viele, die den Wehrdienst antreten“, sagt Kohle. Deswegen seien sie besonders in den sozialen Medien vertreten, um weiterhin auf sich aufmerksam zu machen und neue Mitglieder zu generieren. „Außerdem sind wir häufig auf verschiedenen Veranstaltungen mit einem Stand vertreten“, erklärt Kuska. Ihren Vereinssitz haben sie in der ehemaligen Kaserne in Werlte. „Wir haben mehr als 600 Quadratmeter zur Verfügung. Das ist einzigartig bei den RKs in Deutschland“, so Kohle. Außerdem sei die RK Werlte die größte im Reservistenverband Emsland/Grafschaft Bentheim. Die Verantwortlichen hoffen, dass sie das auch in Zukunft bleibt.


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