Unter den besten 33 Gemeinden „Unser Dorf hat Zukunft“: Vrees stellt sich Bewertungskommission

Lauschten interessiert den Vorträgen der Vreeser Vereine (von links): Elmar Henke, Bürgermeister Heribert Kleene und Reinhard Kubat. Foto: Nina BrinkmannLauschten interessiert den Vorträgen der Vreeser Vereine (von links): Elmar Henke, Bürgermeister Heribert Kleene und Reinhard Kubat. Foto: Nina Brinkmann

Vrees. Die Gemeinde Vrees hat es beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ bis auf Bundesebene geschafft. Am Mittwoch haben die Bürger der Bewertungskommission die Aktivitäten und Projekte der Dorfgemeinschaft vorgestellt.

Es schien, als ob das ganze Dorf auf den Beinen wäre, als die Bewertungskommission um Punkt 9.30 Uhr vor dem Bürgerhaus in Vrees eintraf. Zur Unterstützung waren auch Landrat Reinhard Winter und der Präsident des Niedersächsischen Landtages, Bernd Busemann (beide CDU), gekommen. „Vrees ist eines der schönsten Dörfer, die wir im Emsland haben“, sagte Winter in seiner Begrüßung. Dies versuchten die Bewohner der Kommission auf ihrem Besuch zu zeigen. Währen die Kleinsten die Gäste mit einem gesungenen „Hallo, Guten Morgen“ begrüßten, stellten die Großen in einer Power-Point-Präsentation die vielfältigen Aktivitäten und Projekte der 1800-Einwohner-Gemeinde.

Vier Teilbereiche werden bewertet

Die Präsentation war in die vier Teilbereiche der Bewertungskriterien „Entwicklungskonzepte und Wirtschaftsinitiativen“, „Soziales Engagement und kulturelle Aktivitäten“, „Baugestaltung und Siedlungsentwicklung“ sowie „Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft“ gegliedert. In Vor- und Nachher-Bildern wurde der Jury zum Beispiel die Restaurierung von denkmalgeschützen Häusern präsentiert. Außerdem wurden die vielen Vereine und Gemeinschaften der Gemeinde sowie deren Aktivitäten vorgestellt. Besonders stolz sind die Bürger auf das Projekt „Alt werden in Vrees“, das sich an die Bedürfnisse der älteren Gemeindemitglieder richtet. Bürgermeister Heribert Kleene (CDU) war es besondres wichtig zu zeigen, dass die meisten Dinge durch das Engagement und die gute Zusammenarbeit der Bürger entstanden sind. Dazu passte auch das Motto des Dorfes: „Miteinander reden, sich gegenseitig stützen und zusammen arbeiten“.

Rundgang zeigt Vielfältigkeit des Dorfes

Anschließend ging es bei einem Rundgang durch das „Dorf der 1000 Eichen“, wie Vrees genannt wird, zu verschiedenen Stationen. Der Heimatverein präsentierte den Naturgarten „Pastors Goarn“, die Grundschul- und Kindergartenkinder stellten ihre Aktivitäten vor und die Frauengemeinschaft verteilte Kostproben des Vreeser Schnapses „Paulwooter“. Auch das Umweltbildungszentrum stellte seine Arbeit vor. An jeder Station wurden die Kommissionsmitglieder musikalisch unter anderem vom Jugendorchester des Musikvereins, vom Nikolaichor, der Gitarrengruppe und den Jagdhornbläsern empfangen.

Zum Abschluss zeigten sich die Jurymitglieder begeistert von dem vielfältigen Engagement in Vrees. „Hier herrscht ein großes Wir-Gefühl“, sagte Kommissionsvorsitzender Elmar Henke. Vrees könne man an den Buchstaben des Wortes beschreiben: Vielfältigkeit und Verantwortung, Rückkehr, Entwicklung und erneuerbare Energien sowie Soziales. Der Bundesvorsitzende des Wettbewerbes, Reinhard Kubat, sah es ähnlich: „Der Dreiklang aus wirtschaftlicher, sozialer und ökonomischer Entwicklung ist hier sehr gut gelungen.“ Besonders vom Umweltbildungszentrum war er angetan: „Das gibt es sonst nicht in so kleinen Dörfern“, staunte er. Außerdem war er beeindruckt vom Engagement für die ältere Generation und die wirtschaftliche Aufstellung des Ortes, denn „ohne Arbeitsplätze ist es schwierig, eine Zukunft zu gestalten“.

Von 2300 Dörfern unter den besten 33 gelandet

Die Bewertungskommission hat in den nächsten Wochen noch einiges vor sich. Bis zum 7. Juli besucht die Jury 33 Gemeinden, die es zur 25. Auflage des Entscheides auf Bundesebene geschafft haben. Insgesamt haben 2300 Dörfern an Kreis-, Regional- und Landeswettbewerben teilgenommen. Vrees wurde als eines der 33 besten ausgewählt. Die Bundessieger werden bei einer Festveranstaltung im Januar 2017 gekürt. Dann wird sich herausstellen, ob Vrees Gold, Silber oder Bronze gewinnt. Würde das Dorf mit Gold ausgezeichnet, würde es in die Fußstapfen der emsländischen Gemeinde Oberlangen treten, die beim letzten Bundeswettbewerb 2013 Gold gewannen. (Weiterlesen: Oberlangen holt sich seine Goldmedaille in Berlin ab )

Nach großer Aufregung vor dem Besuch sieht Bürgermeister Kleene der Entscheidung nach dem Rundgang durch das Dorf freudig entgegen: „Die ersten Kommentare der Kommission waren alle sehr positiv. Wir haben unser Engagement und unseren Zusammenhalt gut dargestellt“, war er sich sicher.


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