Nach großer Vermisstensuche Spahnharrenstätte: Wer zahlt die Einsatzkosten?

Meine Nachrichten

Um das Thema Werlte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Nach getaner Arbeit gab es für die Helfer eine Erbsensuppe. Foto: Lambert BrandNach getaner Arbeit gab es für die Helfer eine Erbsensuppe. Foto: Lambert Brand

Spahnharrenstätte. Rettungshubschrauber, Hundestaffel, Polizei, Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz. Bei der Vermisstensuche mit glücklichem Ausgang am Sonntag in Spahnharrenstätte waren mehr als 100 Kräfte im Einsatz. Bleibt die Frage: Wer zahlt das eigentlich?

Antwort: Liegt keine absichtliche Täuschung vor oder die Suche wird provoziert, trägt die Kosten in der Regel der Steuerzahler – auch wenn sich am Ende herausstellt, dass keine Notsituation vorliegt.

„Was die Sicherheitsleistungen der Polizei in diesem Fall angehen, so werden diese von uns nicht in Rechnung gestellt“, erklärte der Sprecher der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim, Dennis Dickebohm, am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Er schloss nicht aus, dass in Einzelfällen über die zivilrechtliche Schiene seitens der Polizei Zahlungsaufforderungen gestellt würden. Das hängt nach den Worten des Polizeisprechers immer davon ab, ob und inwieweit der betreffenden Person Vorwürfe gemacht werden könnten. Anders kann es Dickebohm zufolge beispielsweise bei mutwillig herbeigeführten Fehlalarmen aussehen.

Im Hinblick auf den Einsatz der Feuerwehren erklärte die Sprecherin des Landkreises Emsland, Anja Rohde auf Anfrage, dass die Feuerwehren nach dem niedersächsischen Brandschutzgesetz in bestimmten Einsatzgebieten für die Rettung von Menschenleben und die Brandbekämpfung zuständig sind. „Beides ist grundsätzlich kostenfrei durchzuführen“, betonte Rohde. Bei der Alarmierung im Spahnharrenstätter Vermisstenfall habe von einem Menschen in einer Notsituation ausgegangen werden müssen, die verletzt, hilflos oder Ähnliches sei.

Bei einem vorsätzlichen Fehlalarm kann Rohde zufolge die zuständige Gemeinde Kosten erheben, die sich aus einer gemeindlichen Gebührensatzung errechnen. Das steht für den Vermisstenfall allerdings nicht zur Debatte. „Wir werden in dieser Angelegenheit keine Kosten geltend machen“, sagte der Sögeler Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers (CDU) auf Anfrage.

In dem Vermisstenfall vom vergangenen Wochenende wurde ein 20-jähriger Mann, der seit dem frühen Samstagmorgen nach dem Schützenfest in dem Hümmling-Dorf als vermisst galt, am Sonntagvormittag leicht verletzt und dehydriert auf einem Hochsitz aufgefunden. Zum Grund für das Verschwinden des jungen Mannes wollte Polizeisprecher Dickebohm am Montag wegen des Schutzes von dessen Privatsphäre keine konkreten Angaben machen.

An der Suchaktion waren seit der Nacht zum Sonntag unter anderem ein Rettungshubschrauber, mehrere Rettungshundestaffeln, sowie weitere rund 100 ehrenamtliche Helfer der Freiwilligen Feuerwehren und des Deutschen Roten Kreuzes beteiligt. Die Angehörigen des Vermissten wurden währenddessen von Notfallseelsorgern betreut.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN