Connemann besucht Firma Kaiser Bagger aus der ganzen Welt werden in Vrees umgebaut


Vrees. Zu einem weltweit führenden Hersteller von Bagger-Umbauten hat sich die Firma von Manfred Kaiser in Vrees entwickelt. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen etwa 110 Mitarbeiter und setzt 18 Millionen Euro um. Bei einem Besuch von Bundestagsmitglied Gitta Connemann und Vertretern der Samtgemeinde präsentierte der Firmeninhaber eine neue, 5000 Quadratmeter große Produktionshalle.

Angefangen hat alles 1987 in der kleinen heimischen Garage in Vrees und einer kleinen Bohrmaschine. Industriemechaniker Manfred Kaiser bekam damals den Auftrag einer Firma aus Hannover, Löcher in Bleche zu bohren. „Ausgeliefert wurde mit dem privaten Audi 80“, sagt Kaiser schmunzelnd. Wenig später zog Kaiser in die leer stehende alte Schmiede im Herzen von Vrees. Gut 30 Jahre später blickt der heute 59-Jährige auf ein weltweit tätiges Unternehmen mit 18 Millionen Euro Jahresumsatz, beschäftigt auf dem 82.000 Quadratmeter großen Firmengelände im Gewerbegebiet Lehmkuhlen rund 110 Mitarbeiter und kann sich vor Aufträgen kaum retten.

Den Durchbruch geschafft hat er vor etwa zehn Jahren mit dem Umbau von Baggern. „Damals habe ich nicht damit gerechnet, dass ich einmal 90 Prozent meines Jahresumsatzes mit Baggern verdiene“, berichtet Kaiser bei einem Besuch von Bundestagsmitglied Gitta Connemann (CDU). Sie war gekommen, um sich die neueste Errungenschaft der Firma anzusehen: Eine rund 5000 Quadratmeter große Halle, in der unter anderem große Schweißroboter und hochwertige Walzanlagen für Bleche Nachschub für die Produktion sorgen. „Auch diese Halle ist bereits voll ausgelastet“, sagt Kaiser nicht ohne Stolz. Pläne für den nächsten Anbau sind bereits fertig, diesmal sollen die Konstrukteure und die Verwaltung neue Büros bekommen.

Hotel für Werkvertrags-Arbeiter

Sein Unternehmen kommt immer dann ins Spiel, wenn irgendetwas bei Baggern von der Norm abweichen soll. Der Abbruch riesiger Gebäude ist so ein Beispiel. Die Firma Kaiser fertigt dann neben dem eigentlichen „Kneifer“, der sich am Beton zu schaffen macht, notwendige Verlängerungen des Greifarms, Schwenkvorrichtungen, Schutzgitter oder Zusatztanks. Natürlich erledigt Kaiser auch Servicearbeiten wie Wartung, Reparaturen oder Hin- und Rücktransport mit dem eigenen Fuhrpark.

Gut die Hälfte der 110 Mitarbeiter sind Werkvertrags-Arbeiter, die meisten stammen aus Polen. „Ohne die könnte ich den Betrieb zu machen“, sagt der Geschäftsführer. Zehn bis 15 Facharbeiter aus dem Metallhandwerk könnte er auf einen Schlag einstellen, findet sie aber nicht. Gleich zwei Stellen für Auszubildende blieben zuletzt unbesetzt. Deshalb hegt und pflegt er die ausländischen Facharbeiter, wo er nur kann, gewährt ihnen alle sechs Wochen Heimaturlaub oder hat sogar ein eigenes Hotel auf dem Firmengelände für sie gebaut. Eine polnische Köchin, die Kaiser eingestellt hat, kann sich in einer professionell eingerichteten Großküche austoben, sogar die Lebensmittel werden aus dem östlichen Nachbarland importiert.

Zwei Söhne stehen als Nachfolger bereit

Sorgen um die Nachfolge muss sich Kaiser nicht machen. Die Söhne Lutz (28), studierter Betriebswirt, und Christian (33), der eine umfangreiche technische Ausbildung hinter sich hat, stehen die Nachfolger bereit.

Mit Connemann, die Manfred Kaiser den „Bill Gates des Emslandes“ in Anlehnung an dessen Anfänge bezeichnete, sprach die Eigentümerfamilie bei Kaffee und Kuchen über den Abbau von Zollbeschränkungen und -auflagen (gut die Hälfte der Kunden sitzen im Ausland), die Beschäftigung von Flüchtlingen, die Ausbildung und die Gewinnung deutscher Facharbeiter und den Umgang mit Werkvertrags-Mitarbeitern. Der Bürgermeister von Vrees, Heribert Kleene, lobte das Engagement der Familie in mehreren Vereinen der Gemeinde. Nicht verhehlen wollten Kleene, dass die Firma einer der größten Gewerbesteuerzahler der Gemeinde ist.


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