Genossenschaft in Planung Loruper an Altenheim-Projekt interessiert

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So soll das neue Seniorenheim „Up de Tredde“ in Lorup aussehen. Grafik: Architekturbüro Knipper und KleineSo soll das neue Seniorenheim „Up de Tredde“ in Lorup aussehen. Grafik: Architekturbüro Knipper und Kleine

Lorup. Auf großes Interesse stieß am Mittwochabend eine Informationsveranstaltung in Lorup, auf der ein neues Genossenschafts-Projekt vorgestellt wurde. Es soll ein Alten- und Pflegeheim gebaut werden – von Lorupern für Loruper.

Mehr als 100 Loruper kamen, um den Ausführungen von Manfred Kistel zuzuhören. Kistel, selbst Diplom-Pflegewirt, plant das Heim gemeinsam mit seiner Frau Margareta Pohlabeln. Deren Eltern sind seit einiger Zeit pflegebedürftig, wie Pohlabeln mitteilte. So sei sie mit ihrem Mann auf die Idee gekommen, in Lorup ein Pflegeheim an der Straße Tredde zu bauen. „Wir möchten, dass die Menschen ihren Lebensabend dort verbringen, wo sie ihr Leben verbracht haben“, sagte Pohlabeln.

Von Lorupern für Loruper

Da dieses Projekt von Lorupern für Loruper entstehen soll, planen die Verantwortlichen, zu denen auch die beiden Loruper Christoph Behnen und Heiner Gerdes gehören, eine Genossenschaft. „Wir wollen keinen Investor, der nur auf Redite aus ist“, sagte Kistel. Für das Bauprojekt – gebaut werden soll ein Heim mit 55 vollstationären Plätzen und einer Nutzfläche von etwa 2800 Quadratmetern - würden Kosten zwischen vier und viereinhalb Millionen Euro anfallen, so Kistel. Stafan Knipper vom Architekturbüro Knipper und Kleine in Sögel stellte die Planungen vor. Das zweiflügelige Gebäude werde mit einem Innenhof ausgestattet. Im Innern werde das Gebäude aufgeteilt in bis zu vier unterschiedliche Bereiche. Jeder Ein Eigenkapital von zehn Prozent sei die Hürde, die von den Genossen aus Lorup gestemmt werden müsse – also etwa 400000 bis 450000 Euro. Die Kosten für den Betrieb des Heimes und aller Nebenkosten würden durch die Beiträge der zu Pflegenden gedeckt, sagte Kistel. Dabei werde besonders darauf geachtet, dass die Organisation des Pflegebetriebes gut funktioniere.

Vernünftige Bezahlung

Hier nannte Kistel vernünftige Löhne, eine entbürokratisierte Pflegedokumentation und flexible Arbeitszeitmodelle. „Wir wollen nicht, dass die Angestellten unzufrieden sind, weil sie am Freitagmittag mitgeteilt bekommen, dass sie doch am Wochenende arbeiten müssen“, sagte Kistel, der nach eigenen Angaben auch als Dozent im Gesundheitswesen aktiv und mit den Problemen im Pflegebetrieb vertraut sei. Man könne eine gute Pflege nur mit guten und fitten Angestellten garantieren. So könne es auch nicht sein, dass eine 55-jährige Pflegerin in der Schwerstpflege eingesetzt werde, da die körperliche Belastung zu hoch sei. „So verbraucht man seine Mitarbeiter“, meinte Kistel. Vielmehr müssten dieser Person andere Aufgaben übertragen werden, „damit das langjährige Wissen dieses Menschen nicht verloren geht“, so der Pflegewirt. Nach derzeitigem Stand schaffe man mit dem Alten- und Pflegeheim etwa 50 Arbeitsplätze in Lorup – von examinierten Pflegern bis zum Reinigungspersonal.

Gemeinde Lorup will auch mitmachen

Bei vielen Zuhörern stieß Kistel auf offene Ohren. Und auch Lorups Bürgermeister Wilhelm Helmer brach eine Lanze für das Projekt. „Das ist eine Chance für Lorup, die wir nutzen sollten.“ Mit dem Pflegeheim werde eine wichtige Lücke in der Grundversorgung geschlossen. Auch die Gemeinde Lorup wolle sich an der Genossenschaft beteiligen. Schließlich wollten viele Menschen, so habe er es in vielen Gesprächen mit älteren Mitbürgern gehört, im hohen Alter in der Gemeinde bleiben. „Gemeinsam schaffen wir das.“

Auch Kistel zeigte sich am Ende des Abends zuversichtlich. Nun werde ein weiterer Termin vereinbart, der gleichzeitig als Gründungsversammlung genutzt werden solle. Dieser soll noch im Oktober sein. Diejenigen, die sich in der Genossenschaft engagieren wollten, könnten sich nun überlegen, wie viel Geld sie geben möchten. Die Mindestbeteiligung liegt bei 500 Euro. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Als Zinsen wurden für Anleger, die bis 5000 Euro gäben, zwei Prozent angegeben. Alle Beträge darüber hinaus würden mit vier Prozent bezinst. Die Genossenschaft wird unter dem Dach des Genossenschaftsverbands Weser-Ems betrieben. Alle Modalitäten und Organisatorisches erklärte Kirsten Tienz vom Genossenschaftsverband.


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