Kritik an Landschaftsschutzgebiet Waldbauern vom Hümmling klagen vor Gericht

Im Forst der Arenberg Meppen GmbH stellte Forstdirektor Winfried Frölich die Entwicklung eines 45 Jahre alten, von Fichten geprägten Bestandes vor. So wie hier sieht ein Großteil der hiesigen Wälder aus, die nach dem verheerenden Sturm im Jahr 1972 wieder angelegt wurden.  Foto: Birgit WaterlohIm Forst der Arenberg Meppen GmbH stellte Forstdirektor Winfried Frölich die Entwicklung eines 45 Jahre alten, von Fichten geprägten Bestandes vor. So wie hier sieht ein Großteil der hiesigen Wälder aus, die nach dem verheerenden Sturm im Jahr 1972 wieder angelegt wurden.  Foto: Birgit Waterloh

Sögel. Die Bestrebungen des Landkreises Emsland, Wälder auf dem Hümmling in einer Größe von mehr als 12000 Hektar unter Schutz zu stellen, lässt bei den Waldbesitzern die Emotionen hochkochen. 23 Waldbesitzer, die insgesamt 5000 Hektar Wald vertreten, haben gemeinschaftlich Normenkontrollklage gegen die Satzung für das Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Wälder auf dem Hümmling“ eingereicht.

Die Waldbesitzer befürchten nicht nur einen erheblichen Wert- und Ertragsverlust der Flächen, sondern berichten von „hammerharten Problemen“. Luft machten sie ihrem Unmut auf der Jahrestagung des Nordwestdeutschen Forstvereins. Die Veranstalter hatten vor dem Hintergrund der regionalen Auseinandersetzungen Sögel als Tagungsort gewählt.

Die Betroffenen auf dem Hümmling zeigten sich erbost über die Bestrebungen des Landkreises: „Wir haben die Macht abgegeben an Leute, die nichts von unseren Wäldern verstehen.“ Forstdirektor Winfried Frölich von der Forst- und Grundbesitzverwaltung Arenberg-Meppen GmbH, dessen Arbeitgeber als Mitkläger fungiert, wird deutlich: „Die Begründungen sind lächerlich und widersprüchlich.“

Die Ausweisung des LSG auf dem Hümmling ist erforderlich für die Errichtung eines Naturparks. Nur so lässt sich der mindestens benötigte Anteil geschützter Flächen erreichen, der eine Voraussetzung dafür ist, den Hümmling als Naturpark anerkannt zu bekommen.

Probleme bereitet den Forstexperten zufolge aber schon jetzt die Ausbreitung der Traubenkirsche. Hintergrund sind die in der Region bedeutsamen Windschutzstreifen, deren Anlegung vor 30 Jahren nur bei Anpflanzung der Traubenkirsche gefördert wurde. Diese vermehre sich jedoch rasant und sei kaum zu bekämpfen.

Was die Betroffenen weiterhin verärgert, ist die Verwendung veralteter Karten bei der Planung des Schutzgebietes. Zudem habe das Kriterium, dass Wald ab einer Größe von 60 Hektar Teil des Landschaftsschutzgebietes werde, zu einem Flickenteppich geführt, dessen Schutzwürdigkeit Fragen aufwerfe, kritisierten die Betroffenen.

Nun sehen sich die Waldbesitzer jedoch mit ihrer Ansicht nach unsinnigen Auflagen konfrontiert, wie dem Verbot des Ausbringens gebietsfremder Pflanzen und Tiere. Die hiesige Landschaft sei jedoch geprägt von solchen gebietsfremden Japan-Lärchen, Douglasien und anderen Arten, die zusammen rund 34 Prozent des betroffenen Bestandes ausmachen, wie Frölich zusammengetragen hat. Er bezweifelt, dass es sinnvoll ist, alle Waldflächen ohne Rücksicht auf deren Zusammensetzung unter Schutz zu stellen. Nur etwa 10 Prozent der hiesigen Wälder enthielten nämlich die als schutzwürdig angesehenen landschaftprägenden Kiefernbestände.

Dass Naturschutz auch ohne rigorose Auflagen funktioniert, machte Dr. Stefan Nüsslein, Leiter des Referates „Forstpolitik und Umwelt“ im bayerischen Landwirtschaftministerium, deutlich. „Schützen und nutzen“, sei die Prämisse. Dabei komme die bayerische Strategie ohne pauschale Stilllegungsprozente aus. Auf Augenhöhe agieren, Eigentum respektieren und Leistungen vergelten, dies fördere die Motivation und das Engagement der Waldbesitzer mehr als Reglementierungen.