Altes Gerät stillgelegt Samtgemeinde Werlte kauft eine Drehleiter

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Die bisherige Drehleiter der Feuerwehr Werlte hat eine Sicherheitsüberprüfung nicht bestanden. Sie darf nicht mehr eingesetzt werden. Foto: Hermann HinrichsDie bisherige Drehleiter der Feuerwehr Werlte hat eine Sicherheitsüberprüfung nicht bestanden. Sie darf nicht mehr eingesetzt werden. Foto: Hermann Hinrichs

Werlte. Die Feuerwehr der Gemeinde Werlte bekommt eine neue Drehleiter. Nachdem die bisherige vor wenigen Wochen unerwartet stillgelegt werden musste, hat sich der Samtgemeinderat in einer eilig einberufenen Sitzung am Dienstagabend einstimmig dafür ausgesprochen, eine zwölf Jahre alte Drehleiter für 285000 Euro von der Berufsfeuerwehr Düsseldorf zu kaufen.

Burkhard Thele, stellvertretender Ortsbrandmeister in Werlte, beschrieb auf Anfrage unserer Redaktion den Grund für die Stilllegung der 34 Jahre alten Drehleiter so: „Die Leiter hat erhebliches Spiel, weil der Drehkranz verschlissen ist.“ Dieser Umstand ist bei der jährlichen Sicherheitsüberprüfung dem Prüfer so unangenehm aufgefallen, dass dieser eine weitere Zulassung des Gerätes für den Einsatz aus Gründen der Sicherheit für die Einsatzkräfte nicht mehr habe verantworten können. Weit mehr als einen Meter habe er den Korb hin und her bewegen können, obwohl die Leiter nur ein Stück weit ausgefahren war. Somit war Thele zufolge das Rettungs- und Löschfahrzeug noch am selben Tag bei der Leitstelle als „nicht einsatzbereit“ gemeldet worden. „Wir hatten gehofft, dass die Drehleiter es noch bis zur nächsten Zehn-Jahres-Inspektion schafft.“

Thele verdeutlichte, dass eine Drehleiter für die Einsätze in der Samtgemeinde Werlte „nicht mehr wegzudenken ist“. Schließlich gebe es hier viel Gewerbe mit großen Hallen, die zudem oft mit Fotovoltaikanlagen bedeckt seien, sowie mehrgeschossige und damit hohe Gebäude. Zudem habe die Werlter Drehleiter schon öfters dazu gedient, kranke Menschen aus oberen Stockwerken zu bergen, um sie ins Krankenhaus bringen zu können. Ein weiteres Argument für eine eigene Drehleiter in Werlte ist laut Thele die Ausrückezeit, also der Zeitraum, der benötigt wird, bis eine Drehleiter am Unglücksort angekommen ist. Die wäre ohne eigenes Gerät in Zukunft deutlich länger.

Wie Samtgemeindebürgermeister Ludger Kewe (CDU) im Rat bekannt gab, habe die Samtgemeinde noch bis Ende dieses Monats ein Angebot, für eine zwölf Jahre alte Drehleiter der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr. Diese sei in einem einwandfreien Zustand, was eine Begutachtung durch die Feuerwehrführung sowie eines Prüfers bestätigt worden sei. „Es handelt sich um ein außerordentlich gutes und wirtschaftliches Angebot“, versicherte Kewe dem SG-Rat mit einer Zustimmung, das Richtige zu tun.

Zur Finanzierung merkte Kewe an, dass beim Landkreis ein Zuschuss in Höhe von 25 Prozent beantragt worden sei. Zudem stünden noch Spendengelder in Höhe von 5000 Euro bereit. Aufbringen könne die Samtgemeinde ihren Eigenanteil aber, ohne zusätzliche Kredite aufnehmen zu müssen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Heribert Kleene verwies darauf, dass die neue Drehleiter „ein wichtiges Fahrzeug ist“, und dankte den Feuerwehren der Samtgemeinde für deren ständige Einsatzbereitschaft. SPD-Sprecher Heinz Schwarte verdeutlichte: „Wenn es um die Rettung von Leben geht, hat das natürlich Vorrang.“ Er forderte analog zum Bedarfsplan für das Rettungswesen auf Landkreisebene auch einen Bedarfsplan für die Feuerwehren. Dieser könnte bei Entscheidungen hilfreich sein. Heiner Gerdes unterstrich für die UWG-Fraktion, dass eine Drehleiter einen „bedeutenden Mehrwert an Rettungssicherheit“ in der Samtgemeinde bedeute.


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