Messen jetzt im Autohaus Grave jr. Werlter Sixtuskirche wieder eine Baustelle

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Werlte. Auf die Frischekur für Mauerwerk, Dachstuhl und Turmuhr der Werlter St.-Sixtus-Kirche folgt nun die Erneuerung des Innenraumes. Für Pfarrer Josef Wilken ist das die „Steigerung dessen, was schon gewesen ist“. Am Montag begann ein gutes Dutzend freiwilliger Helfer damit, die Kirchenbänke zum ehemaligen Autohaus Grave jr. zu bringen, das ab sofort als Ersatz-Gotteshaus dienen wird.

Während der Abtransport der Bänke noch eine durchaus machbare Angelegenheit darstellt, folgt in diesen Tagen als zweiter Schritt gleich eine regelrechte Herausforderung: Der Altar muss ausgebaut werden. „Der besteht aus zwei Elementen, von denen jedes drei Tonnen wiegt“, weiß Pfarrer Wilken, worin die Schwierigkeit besteht. Der massive Altar hat aber noch längst nicht ausgedient: „Mitglieder der Pfarrei Przylep in Polen, Diözese Zielona Gora, werden unseren Altar abholen. Er wird dort in einer neu gebauten Kirche aufgestellt werden.“

Ausgebaut und erneut wird aber so einiges mehr für die veranschlagten gut eine Million Euro. So werden die Heizungsanlage, die gesamte Elektrik und die Mikrofonanlage neu eingebaut. „Alle Leitungen müssen neu verlegt werden“, sagt Pfarrer Wilken. Damit verschwinden zugleich auch die bisherigen Hängelampen, die das Kirchenschiff ausleuchten. Stattdessen wird es künftig von den Kuppeln herableuchten, und auch im Boden versenkte Strahler werden die Seitenschiffe erhellen.

Der optisch gravierendste Eingriff wird die Altarinsel sein, die völlig neu und großzügiger angelegt wird und zugleich Raum bieten soll für Anlässe wie Werktagsmessen, Trauungen und kleinere Gruppen. „Etwa 60 Plätze werden um den Altar herum entstehen“, nennt Pfarrer Wilken das Ziel. Diese werden im Halbkreis hinter dem neuen Altar angeordnet sein und nach hinten zur großen Mosaikwand durch einen Halbkreis aus Stelen abgegrenzt, die eine Wand darstellen sollen, aber zugleich den Blick auf das Mosaik nicht versperren sollen. „Die Stelen geben der Altarinsel einen Rahmen und schaffen einen geborgenen Raum.“

Die bisherigen Kirchenbänke werden indes später wieder aufgestellt – allerdings überarbeitet und die allermeisten auch kürzer als bisher, denn die Sitzgelegenheiten werden in Zukunft nicht mehr zwischen die Hauptpfeiler des Kirchenschiffs ragen. „Wir werden etwa 100 Sitzplätze verlieren. Dann werden es noch 450 sein“, nennt Wilken den Preis für die großzügigere Aufteilung des Innenraums. Dass das überhaupt möglich ist, ist, wie der Priester einräumt, auch der Tatsache geschuldet, dass die Zahl der Kirchenbesucher wie überall auch in Werlte abnehmend ist. An den Wochenenden seien es um die 830 Kirchgänger, die die drei Gottesdienste in der Sixtus-Kirche besuchen würden.

Vorerst müssen die Gläubigen in Werlte mit den voraussichtlich rund 250 Sitzplätzen in dem früheren Autohaus an der Molkereistraße auskommen. Pfarrer Wilken hofft darauf, dass er zu Ostern kommenden Jahres die Messen wieder in der Sixtuskirche lesen kann.


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