Schulentwicklung ausgewertet Werlte muss Kita- und Schullandschaft überdenken

Von Juliane Horn

Die Samtgemeinde Werlte beschäftigt sich derzeit damit, was in Zukunft mit der Werlter Grundschule passieren soll. Foto: Hermann HinrichsDie Samtgemeinde Werlte beschäftigt sich derzeit damit, was in Zukunft mit der Werlter Grundschule passieren soll. Foto: Hermann Hinrichs

Werlte. Neubau oder Sanierung der Grundschule Werlte? Mit Blick auf diese Frage hat die Samtgemeinde (SG) Werlte jetzt ein Konzept zur Schulentwicklung erstellen lassen. Es soll vor allem eine Anregung für die Auswahl möglicher Alternativen sein.

In Sachen Bevölkerungsentwicklung steht die Samtgemeinde zwar relativ gut da, in Zukunft wird sich im Schulangebot aber dennoch einiges ändern. Das kündigte Wolf Krämer-Mandeau von der Projektgruppe Bildung und Region in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses an. Er und seine Kollegen haben die demografische Situation sowie das pädagogische Angebot in den Mitgliedgemeinden analysiert und ausgewertet.

Demnach ist die Samtgemeinde mit durchschnittlich 13,1 Grundschulkindern pro 1000 Einwohner eine sehr kinderreiche Region. Bleibt die wirtschaftliche Situation vor Ort weiterhin gut, wäre damit eine stabile künftige Elternschaft gesichert, erläuterte Krämer-Mandeau. Diese Entwicklung betreffe vor allem die Gemeinde Werlte als Zentrum.

Ein Problem, mit dem die Samtgemeinde nach Angaben des Referenten aber noch lange zu kämpfen haben wird, ist der enorme Männerüberschuss. Die Untersuchung habe ergeben, dass die Bevölkerung bis zum Alter von 55 Jahren überwiegend männlich ist. Vor allem junge Frauen verlassen mit etwa 20 Jahren die Samtgemeinde. „Es müssen Arbeitsplätze für Frauen geschaffen werden“, appellierte Krämer-Mandeau an die Ausschussmitglieder. Dieser Trend werde noch dadurch verstärkt, dass längst nicht alle Kindertagesstätten und Grundschulen in der Samtgemeinde eine Ganztagsbetreuung anbieten. „So lassen sich junge Frauen nicht anbinden“, sagte der Leiter der Projektgruppe.

Vor diesem Hintergrund wies er darauf hin, dass in Zukunft die Schülerzahlen in den Grundschulen trotz weiterer Neubauten und Zuzüge in der Samtgemeinde sinken werden. Deshalb müsse sich die Verwaltung die Frage stellen, ob die Versorgung im Zentrum stattfinden oder diese in die Umgebung verschoben werden soll. Krämer-Mandeau regte im Ausschuss etwa an, Kitas möglicherweise in jetzigen Grundschulen unterzubringen. Auf diese Weise könnten die Schulen in den kleineren Mitgliedsgemeinden erhalten werden, bevor ihnen die Schließung droht.

Für die momentan sechs Grundschulen (Lahn, Lorup, Rastdorf, Vrees, Wehm und Werlte) haben die Untersuchungen laut dem Projektgruppenleiter ergeben, dass in Zukunft an mindestens drei Standorten jahrgangsübergreifende Klassen notwendig sind, um den Unterricht überhaupt zu ermöglichen. Eine gebündelte Aufstellung dieser Standorte hält er deshalb für notwendig. Und auch in Sachen Werlter Grundschule hat Krämer-Mandeau eine klare Meinung: Das jetzige Gebäude hält er für nicht sanierungsfähig. Schon jetzt gebe es nicht ausreichend Platz für Klassen- und sonstige Räume. Eine Integration einer Kita wäre an diesem Standort ebenfalls nicht möglich. Bei einem Neubau – der demnach zudem günstiger als eine Sanierung wäre – könnte der Bedarf von Anfang an berücksichtigt werden.

Der Leiter der Projektgruppe appellierte an die Samtgemeinde, sich jetzt über zukünftige Schulformen Gedanken zu machen. Schließlich habe die Region „schöne Standorte“ – an denen allerdings das Angebot ausgebaut werden müsse.

SG-Bürgermeister Ludger Kewe kündigte an, dass die Verwaltung auf dieser Grundlage in den nächsten Wochen und Monaten über sämtliche Alternativen sowie deren Finanzierung beraten wird. Die Ergebnisse sollen im ersten Quartal 2015 in den Ausschüssen besprochen werden.