Bürger wehren sich Vreeser Biogasanlage sorgt für Kontroverse

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Um diese Fläche soll die Biogasanlage Büter/Heymann erweitert werden. Das befestigte Maislager nimmt bereits einen Teil davon in Anspruch. Foto: Hermann HinrichsUm diese Fläche soll die Biogasanlage Büter/Heymann erweitert werden. Das befestigte Maislager nimmt bereits einen Teil davon in Anspruch. Foto: Hermann Hinrichs

Werlte. Während der Beratung um die beantragte Vergrößerung der Sonderbaufläche der Biogasanlage Büter/Heymann im Vreeser Ortsteil Grensenhöhe ist es in der Sitzung des Samtgemeinderates (SG-Rat) Werlte zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen.

Die Betreiber der Anlage wollen damit Platz für eine Vergrößerung der Maislagerfläche und ein Auffangbecken für Regenwasser schaffen. Dafür ist aber eine Ausweitung der Sonderbaufläche notwendig. Zudem ist geplant, einen weiteren Gärrestebehälter auf der ohnehin noch zur Verfügung stehenden Fläche zu errichten.

Als Erste zur Sache äußern durften sich die Vreeser Bürger. Auf Antrag der SPD/Grüne-Gruppe ließ das der SG-Rat mit großer Mehrheit zu. Sprecher Bernd Rawe machte deutlich, dass es keine Einwände gegen die bestehende Anlage gebe, wohl aber gegen die Erweiterung der Sonderbaufläche. Er beklagte ein zu hohes Verkehrsaufkommen mit dem damit einhergehenden Lärm und Staub sowie die zu schmale Straße Alte Heide, die zudem die Belastung nicht aushalten könne. „Die Bürger finden das Wohnen im Ortsteil Grensenhöhe nicht mehr attraktiv.“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende und Vreeser Bürgermeister Heribert Kleene betonte den festen Willen der Gemeinde und der Anlagen-Betreiber, „Verbesserungen zu schaffen“. In der vergangenen Woche habe eine Anliegerversammlung stattgefunden. Dabei sei festgestellt worden, dass die vorhandenen Probleme auf der bestehenden Anlage fußten und nicht auf den geplanten Maßnahmen. Im kommenden Jahr solle die Straße Alte Heide ausgebaut und das Tempo auf 30 Stundenkilometer reduziert werden. Zudem habe der Betreiber zugesagt, das Blockheizkraftwerk an der Anlage mit einer besseren Schalldämmung zu versehen und die Entwässerung zu verbessern.

„Es handelt sich um ein Kuckucksei“

Grünen-Ratsherr Werner Henseleit hegte den Verdacht, dass mit der beabsichtigten Vergrößerung der Lagerfläche und dem geplanten Bau eines weiteren Behälters die Grundlage für eine weitere Leistungssteigerung der Anlage gelegt werden soll. Sein Misstrauen sah er auch dadurch bestätigt, dass die Betreiber die Vergrößerung der Maislagerfläche ohne Genehmigung bereits durchgeführt hätten. Henseleit: „Es handelt sich um ein Kuckucksei, das man uns hier als Samtgemeinderat ins Nest legen will.“

Samtgemeindebürgermeister Ludger Kewe (CDU) betonte dagegen, dass der Samtgemeinderat gerade in diesem Punkt die klare Position habe. Eine nochmalige Leistungssteigerung werde „nicht mitgetragen“. Wilhelm Helmer (CDU) sah sich genötigt, die Ausführungen Henseleits als „hanebüchen“ zu bezeichnen. Und ein sichtlich aufgebrachter Heribert Kleene warf Henseleit vor: „Sobald ein Konflikt da ist, sind Sie da zum Anheizen. Das ist eine Art und Weise, die uns auseinandertreibt.“

Der Mitgesellschafter der Anlage, Willi Heymann, betonte am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion, dass die Maßnahmen nicht einer Leistungssteigerung dienten, sondern lediglich dem Zweck, neuen gesetzlichen Anforderungen nachzukommen und die Anlage weiter zu optimieren. Er räumte ein, dass mit dem Bau der erweiterten Lagerfläche ein Fehler gemacht worden sei, weil dafür bereits ein Teil der Erweiterungsfläche in Anspruch genommen worden ist. „Das haben wir nicht bedacht.“

Fünf Nein-Stimmen

Der Werlter Samtgemeinderat beschloss bei fünf Nein-Stimmen und einer Enthaltung die Einleitung der frühzeitigen Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung für die Änderung des Flächennutzungsplanes der Samtgemeinde. Im Zuge dieses Verfahrens können auch Bürger Stellungnahmen abgeben.


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