Unternehmer besuchen Audi-Anlage In Werlte wird Windstrom speicherbar

Über das Power-to-Gas-Konzept informierten sich die Mitglieder des Arbeitskreises Energie des Wirtschaftsverbandes Emsland in Werlte. Foto: privatÜber das Power-to-Gas-Konzept informierten sich die Mitglieder des Arbeitskreises Energie des Wirtschaftsverbandes Emsland in Werlte. Foto: privat

Werlte. Bei einer Besichtigung der Biogasanlage in Werlte haben sich die Mitglieder des Arbeitskreises Energie des Wirtschaftsverbandes Emsland bei Thomas Götze von der EWE über das e-gas-Projekt und die Energiespeicherung durch Kopplung von Strom- und Gasnetz informiert.

In Werlte ist mit der „Audi e-gas-Anlage“ eine der modernsten Forschungsanlagen im Bereich der Stromspeicherung entstanden. Hier wird mittels einer Elektrolyse aus überschüssigem Windstrom Wasserstoff produziert, der dann mit dem Kohlendioxid aus der EWE-Biogasanlage in einem Methanisierungsreaktor zu Methan (e-gas) umgewandelt wird. Das produzierte Gas wird dann ins regionale Erdgasnetz eingespeist, der Windstrom wird somit speicherbar gemacht. Audi möchte mit dieser Anlage die Vision der klimaneutralen Mobilität voranbringen.

Götze ging bei der Vorstellung auch auf die Bedeutung der Biogasanlage ein. Zum Einsatz in den Fermentern der Anlage kommen unter anderem Wirtschaftsdünger aus der Landwirtschaft und Abfälle aus der Lebensmittelindustrie. „Der Fermenter ist das Kernstück einer Biogasanlage. Hier findet die Biogasproduktion statt“, so Götze. Anschließend wird das gewonnene Rohbiogas in der nachgelagerten Aufbereitungsanlage – der sogenannten Aminwäsche – auf Erdgasqualität aufbereitet. „Dieses „Bioerdgas“ kann nun in das öffentliche Erdgasnetz eingespeichert werden, wo es dann für Industrie, Haushalte und Erdgastankstellen verwendet werden kann“, so Götze weiter.

Gerade die Flexibilität mit der Methanisierungsanlage von Audi sei einzigartig. Diese wandelt Ökostrom in Wasserstoff und anschließend in Methan um. Gebe es genügend Ökostrom, so könne die Energie mit diesem Verfahren in „speicherbares“ Gas umgewandelt werden. Bestehe ein Bedarf an Strom, könne das Gas mithilfe von Blockheizkraftwerken in Strom umgewandelt und in das Versorgungsnetz eingespeist werden. „Somit kann flexibel auf die jeweiligen Bedarfe reagiert werden“, ist Götze überzeugt.

„Die moderne Versuchsanlage zeigt, dass das Emsland in Sachen Energie bereits eine Vorreiterrolle eingenommen hat“, sagt Stefan Engelshove, Leiter des Arbeitskreises. Nun müssten die Rahmenbedingungen angepasst werden, damit solche Modelle eine Chance hätten zu bestehen. Derzeit seien Power-to-Gas-Anlagen nicht von der EEG-Umlage befreit. Dadurch fielen hohe Abgaben an, die eine Wirtschaftlichkeit der Anlage erschwerten.