Samtgemeinde sucht Unterstützung Containerlösung für Flüchtlinge in Werlte „der letzte Weg“

Eine Gemeinschaftsunterkunft oder Wohncontainer für die Flüchtlinge sind für die Samtgemeinde Werlte der letzte Ausweg. Symbolfoto: dpaEine Gemeinschaftsunterkunft oder Wohncontainer für die Flüchtlinge sind für die Samtgemeinde Werlte der letzte Ausweg. Symbolfoto: dpa

Werlte. Wohnraum für die angekündigten 327 Flüchtlinge gibt es in der Samtgemeinde Werlte noch nicht. Deshalb hofft die Verwaltung jetzt auf Anregungen aus den Mitgliedsgemeinden und der Bevölkerung.

Um die noch ankommenden ausländischen Flüchtlinge in der Samtgemeinde (SG) vernünftig unterzubringen und zu integrieren, wird die Kommune nach einem am Dienstagabend gefassten einstimmigen Beschluss des SG-Rates einen Runden Tisch einrichten. Dieser soll sich um dauerhafte und sozialverträgliche Lösungen für die Probleme, die mit der Aufnahme der Flüchtlinge verbunden sind, kümmern. Neben der Wohnraumsuche zählen dazu etwa die Integration in Gesellschaft, Schulen und Vereine sowie die Schaffung einer Willkommenskultur seitens der Bürger.

Einen entsprechenden Antrag zur Gründung des Runden Tisches hatte die SPD/Grünen-Gruppe im Rat gestellt. Grund dafür ist der wachsende Flüchtlingsstrom, der die Samtgemeinde nach den Worten von Franz Wind, Leiter des Fachbereichs Jugend, Arbeit und Soziales, an ihre Grenzen stoßen lässt. Nach der aktuellen Quote, die vom Landkreis Emsland festgesetzt worden ist, muss die SG demnach damit rechnen, bis zu 327 Flüchtlinge aufzunehmen. Für 38 von ihnen müsse sogar sehr zeitnah eine Unterkunft gefunden werden, kündigte Wind an.

Derzeit sucht die Sozialverwaltung der Samtgemeinde Wohnungen für eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge. Das heißt, dass die Asylbewerber nicht in einer Gemeinschaftsunterkunft, sondern in Privatwohnungen leben. Sollte die Verwaltung in Kürze allerdings keine geeigneten Mietwohnungen finden, müsse über Alternativen nachgedacht werden, hieß es im Rat. Vorgeschlagen wurden etwa Wohncontainer in allen Mitgliedsgemeinden. „Die Containerlösung ist allerdings erst der letzte Weg, wenn es keine anderen Möglichkeiten mehr gibt“, erklärte die Samtgemeindeverwaltung. Zunächst seien alle Gemeinden aufgefordert, nach Wohnungen zu suchen, die für Asylbewerber angemietet werden können.

Damit die Kommune mit der Bewältigung der noch auf sie zukommenden Aufgaben nicht allein dasteht, soll sie vom neu gegründeten Runden Tisch unterstützt werden. Ziel ist es, Verwaltungen, Schulen, Vereine, Kirchen, Wohnungsbesitzer und interessierte Bürger so bald wie möglich einzubeziehen. Heinz Schwarte, Vorsitzender der SPD/Grünen-Gruppe, appellierte auch an die anderen Ratsmitglieder: „Das Flüchtlingsthema ist ein komplexes Problem. Aber wir müssen den Leuten helfen, die aus Kriegs- und Krisengebieten zu uns kommen.“

Dieser Meinung waren auch die Mitglieder anderer Fraktionen. „Für uns – gerade als Christen – ist es eine Selbstverständlichkeit, Menschen in Not vernünftig aufzunehmen und die Bevölkerung hier vorzubereiten“, erklärte beispielsweise CDU-Fraktionsvorsitzender Heribert Kleene. Er habe im Vorfeld bereits mit einigen Pfarrern und Pastoren gesprochen, die ihm ihre Hilfe zugesichert hätten. Deshalb sei er zuversichtlich, dass durch den Runden Tisch gute Vorschläge gesammelt werden könnten.


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