Wohnungsnot Werlte stellt Containerfrage für 327 Flüchtlinge

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In solchen Wohncontainern könnten die Flüchtlinge in der Samtgemeinde Werlte untergebracht werden. Foto: Arne DedertIn solchen Wohncontainern könnten die Flüchtlinge in der Samtgemeinde Werlte untergebracht werden. Foto: Arne Dedert

Werlte. Die Aufnahme von ausländischen Flüchtlingen stellt die Samtgemeinde Werlte vor ein Problem. Weil Wohnraum fehlt, diskutieren die Kommunalpolitiker in ihrer nächsten Sitzung darüber, Wohncontainer zu beschaffen. Diese Container könnten dann auf alle Mitgliedsgemeinden verteilt werden.

Die zahlreichen Krisenherde dieser Welt haben jetzt auch unmittelbare Auswirkungen auf die Samtgemeinde Werlte. Der Landkreis Emsland hat festgesetzt, dass alle Kommunen je nach Größe Flüchtlinge aufnehmen müssen – pro 50 Einwohner einen Flüchtling. Für die Samtgemeinde Werlte mit ihren rund 16400 Einwohnern bedeutet das, dass sie 327 Flüchtlinge aufnehmen muss. Das bedeutet vor Ort eine Verdreifachung der aktuellen Flüchtlingszahlen. Denn bislang sind in der in der Samtgemeinde 109 Asylbewerber untergebracht.

Der Wohnraum auf dem Hümmling ist allerdings knapp. Viele Mietwohnungen werden von Werkvertragsarbeitern bewohnt, eine kommunale Gemeinschaftsunterkunft ist nicht vorhanden, und bei einigen potenziellen Vermietern gebe es auch Vorbehalte gegenüber den Flüchtlingen, heißt es in einer Vorlage für die nächste Ratssitzung.

Weiter heißt es darin: „Somit ist zeitnah durchaus damit zu rechnen, dass entsprechende Wohncontainer, aufgeteilt auf die einzelnen Mitgliedsgemeinden, aufgestellt werden müssen.“ Die Samtgemeinde möchte damit offensichtlich Situationen wie in den 1990er-Jahren vermeiden, als Flüchtlinge in der Werlter Turnhalle untergebracht wurden.

Die Unterbringung in Wohncontainern dürfe aus Sicht der Verwaltung nur die „letzte Möglichkeit“ sein. Allerdings seien alle anderen Bemühungen erfolglos geblieben. Eine Gemeinschaftsunterbringung aller Flüchtlinge ist aus Sicht der Samtgemeindeverwaltung problematisch, weil man Konflikte zwischen den teils traumatisierten Bewohnern und auch mit der Nachbarschaft fürchtet.

Angesichts der problematischen Flüchtlingssituation beantragt die SPD/Grünen-Gruppe im Rat der Samtgemeinde die Einrichtung eines runden Tisches. „Dieses Thema, das in den nächsten Monaten auf uns zukommen wird, stellt Verwaltung, Bürger, aber zuerst natürlich die Flüchtlinge aus den Kriegs- und Krisengebieten vor große Herausforderungen“, so Fraktionschef Heinz Schwarte.

Der Samtgemeinderat Werlte tagt am Dienstag, 14. Oktober, um 19.30 Uhr im Rathaus.


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