Eigentümer lässt Tier zurück Pony verendet auf Viehmarkt in Werlte

Dieses kleine Pony ist am Montag auf dem Viehmarkt in Werlte qualvoll verendet und von seinem Eigentümer einfach zurückgelassen worden. Die Suche nach dem Eigentümer läuft auf Hochtouren.Foto: privatDieses kleine Pony ist am Montag auf dem Viehmarkt in Werlte qualvoll verendet und von seinem Eigentümer einfach zurückgelassen worden. Die Suche nach dem Eigentümer läuft auf Hochtouren.Foto: privat

Werlte. Eine passende Bezeichnung ist für das, was auf dem Werlter Viehmarkt am Montag geschehen ist, kaum zu finden: Hier hat der Eigentümer eines kleinen, offenbar kranken Ponys dieses einfach auf dem Gelände zurückgelassen, wo es wenig später qualvoll verendet ist. Marktmeister Günter Jansen spricht von einem „abscheulichen Vorgehen“, das „hart bestraft werden muss“.

Jansen, der auch Leiter des Fachbereiches Sicherheit und Ordnung bei der Samtgemeindeverwaltung ist, befand sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Festzelt und war wie gewöhnlich während des Herbstmarktes für besondere Anlässe rufbereit. Daher war er schnell zur Stelle, als er zu dem sterbenskranken Pony gerufen wurde. Dieses war nahe des mittlerweile weitgehend geräumten Viehmarktgeländes, zwischen Kühlwagen umherirrend, entdeckt worden. „Wir haben sofort einen Tierarzt gerufen, doch das Pony starb zwischenzeitlich.“ Zudem habe er die Polizei hinzugerufen und den Vorfall zur Anzeige gebracht. Das kleine Pony, das noch ein Halfter mit einem Strick um den Kopf hatte, ließ Jansen von Mitarbeitern des Bauhofs der Gemeinde zum Bauhof bringen. Von dort wird es die Tierkörperbeseitigungsanlage in Brögbern abholen.

Nach Auskunft der Polizei hatte eine Zeugin den Besitzer des Ponys sogar noch auf den Zustand seines Tieres aufmerksam gemacht. Doch dieser habe den Hinweis offenbar ignoriert und das Tier einfach seinem Schicksal überlassen.

Marktmeister Günter Jansen ist sich sicher, dass der Übeltäter ausfindig gemacht werden kann und zur Rechenschaft gezogen wird. Dazu arbeitet er eng mit der Polizei zusammen. Es gebe eine Zeugin und weitere Personen, die Hinweise geben können, sollten sich dringend bei ihm melden (05951/20131), um den Fall möglichst schnell aufklären zu können.

Nach Einschätzung von Günter Jansen wird sich der Eigentümer des Ponys wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz strafrechtlich verantworten müssen. Ist das der Fall, steht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe im Raum, weil dem Tier ein länger anhaltendes Leiden zugefügt worden ist. Zudem wird der Vorfall von der Verwaltung der Samtgemeinde an das Veterinäramt des Landkreises Emsland weitergegeben, das ebenfalls tätig werden kann, wenn der Eigentümer ermittelt ist.

Damit setzt der Werlter Ordnungsamtsleiter alle in Hebel in Bewegung, um den Eigentümer des Tieres wegen dessen unverantwortlichen Handelns zur Rechenschaft zu ziehen. Darüber hinaus hat dieser Vorfall ein Ausmaß, das laut Jansen den guten Ruf des traditionellen Werlter Viehmarktes sowie der ordnungsgemäß handelnden Beschicker des Marktes beschädige. Auch deshalb müsse der Fall schnell geklärt werden.