Zeichen für den Naturschutz Wander- und Spazierwegenetz in Rastdorf geplant

Von Anna Kröger

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Rastdorf. Mit einem kommunalen Wander- und Spazierwegenetz will die Gemeinde Rastdorf gleichzeitig ein Zeichen für den Naturschutz setzen, die biologische Vielfalt wiederherstellen und die touristische Attraktivität des Ortes steigern. Auf einer Bürgerversammlung hat Ratsherr Werner Henseleit (Grüne) das Konzept jetzt ausführlich vorgestellt.

Initiator ist der örtliche Agenda-21-Arbeitskreis, der das Projekt bereits 2012 mit Unterstützung des Gemeinderates auf den Weg gebracht hat. Nach Darstellung
von Henseleit umfasst das Konzept insgesamt fünf Bausteine. Neben einem Schulkinderwald soll es vier einzeln begehbare Wanderwege mit einer Länge von
fünf bis sieben Kilometern geben sowie einen gut 20 Kilometer langen Rundweg, der alle Wege verbindet. Geplant sind eine Apfel-, Birnen-, Wald- sowie eine Steinobstroute, an denen Infotafeln und Hinweisschilder mit Wissenswertem über die Natur stehen. Insgesamt kommen laut Henseleit fast 45 Kilometer Wanderwege zusammen.

In dem rund drei Hektar großen Schulkinderwald, der beidseitig des Friedhofsweges zu finden ist, soll ein Waldlehrpfad entstehen. Im Frühjahr 2013 hatten die Kinder der Grundschule bereits 40 Bäume unterschiedlicher Sorten gepflanzt und die Patenschaft für diese übernommen. Geplant seien ferner die Umsetzung eines Naturfitnessparcours und das Anbringen von Infotafeln.

Mit Blick auf die vier geplanten Wanderrouten steht die Renaturierung von Seitenräumen landwirtschaftlicher Wege im Fokus. Entlang der Birnen- sowie der Apfelroute sollen jeweils 300 Bäume alter Sorten in den Himmel wachsen. Daneben werden Ansitzstangen für Greifvögel angebracht und Blühstreifen angelegt. Für die Anlegung der Streuobstwiesenrouten gab es von der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung eine Förderung in Höhe von 29000 Euro. Auch von der Gemeinde wird das Projekt tatkräftig unterstützt, wie Bürgermeister Hans Flüteotte deutlich machte. „Unser Ziel ist, dass für jeden unserer 1032 Einwohner ein Obstbaum gepflanzt wird.“

Hilfe der Bürger gefragt

Die Fertigstellung beider Wege stellte Henseleit für Ende 2015 in Aussicht, während die Steinobst- sowie die Waldroute voraussichtlich 2017 und Ende 2018 von Wanderern und Spaziergängern genutzt werden können. Für die Realisierung des Projektes sei jedoch die Hilfe der Bürger unerlässlich. Henseleit: „Wir brauchen eure Unterstützung. Das ist eine einmalige Gelegenheit.“

Über ein örtliches Projekt, das bereits von Erfolg gekrönt ist, informierte Ratsherrin Brigitte Sturm (SPD). Sie stellte die Arbeit des Vereins „Generations- und Nachbarschaftshilfe Rastdorf“ vor. Ziel ist es, älteren Mitbürgern Hilfestellung zu geben, damit sie im Alter möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben können. Zudem erteile der Verein Informationen und vermittle Ansprechpartner zu verschiedenen Themen und Anliegen das Alter betreffend – von Fahrdiensten über Hilfe bei einer Demenzerkrankung bis hin zu Pflegestützpunkten.

Für den 65 Mitglieder zählenden Verein seien zurzeit fünf ehrenamtliche Mitarbeiter aktiv, die in diesem Jahr bereits 138 Einsätze gehabt hätten, so Sturm. Auch die Ratsherrin warb um eine breitere Unterstützung des gemeinnützigen Vereins durch die Bürger.