Ausbau des Breitbandnetzes Gemeinde Lorup will Funkturm im Munitionslager nutzen

Der Chef der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Jürgen Gehb, besuchte das Munitionslager in Lorup. Das Bild zeigt (von links) Doris Rieken, Christoph Wichmann, Willfried Lübs, Gitta Connemann, Dieter Cloppenburg, Jürgen Gehb, Hermann Schomaker, Ludger Kewe, Josef Thesing und Wilhelm Helmer. Foto: privatDer Chef der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Jürgen Gehb, besuchte das Munitionslager in Lorup. Das Bild zeigt (von links) Doris Rieken, Christoph Wichmann, Willfried Lübs, Gitta Connemann, Dieter Cloppenburg, Jürgen Gehb, Hermann Schomaker, Ludger Kewe, Josef Thesing und Wilhelm Helmer. Foto: privat

Lorup. Die Gemeinde Lorup und die Samtgemeinde Werlte wollen den stillgelegten Funkturm auf dem Gelände des Munitionslagers der Bundeswehr in Lorup in den Ausbau ihres Breitbandnetzes einbinden. Es gibt einen Haken: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und die Gemeinde Lorup konnten sich bislang auf keinen Preis für die Nutzung einigen.

In die Verhandlungen kommt nun aber nach Mitteilung der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann Bewegung. Auf Einladung von Connemann hat der Vorstandssprecher der BImA, Jürgen Gehb, das Munitionslager zusammen mit Vertretern der Gemeinde und der Samtgemeinde besucht. BImA-Chef Gehb signalisierte bei dem Treffen Verständnis und Bereitschaft für die Sicht der Gemeinde. Er kündigte an, den bislang geforderten Mietpreis noch einmal zu überprüfen. Gehb: „Ich bin mir sicher, dass wir sehr bald eine Lösung finden werden, mit der beide Seiten leben können.“

Der Funkturm auf dem Gelände des Munitionslagers wird nach Mitteilung von Connemann schon heute nicht mehr genutzt. Er werde zwar noch jährlich gewartet, doch Sendeeinrichtungen seien nicht mehr installiert. Bei der Gemeinde Lorup sei deshalb die Idee entstanden, an dem Turm Antennen eines privaten Anbieters für eine bessere Internetversorgung anzubringen.

Bürgermeister Wilhelm Helmer ist überzeugt: „Die Nutzung als Übergangpunkt für mobiles Internet wäre ein Gewinn – nicht nur in der Samtgemeinde Werlte, sondern im ganzen nördlichen Altkreis. Davon würden unsere Bürgerinnen und Bürger profitieren.“

Helmer hatte sich daher an Connemann gewandt. Sie nahm Kontakt mit dem Verteidigungsministerium auf und erhielt von dort schriftlich grünes Licht: „Der Bund hat keine Einwände gegen eine Mitnutzung durch die Gemeinde Lorup.“ Die BImA als Eigentümerin des Turms verlangte allerdings einen viel höheren Preis für die Nutzung, als die Gemeinde zu zahlen bereit ist. „Bei dem geforderten Preis baut der Versorger lieber selbst einen Turm“, stellte Ludger Kewe fest. Aus diesem Grunde war es nun zu dem von Connemann initiierten Treffen in Lorup gekommen.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ist der zentrale Immobiliendienstleister des Bundes. Sie verwaltet derzeit rund 27000 Liegenschaften, etwa 480000 Hektar Grundstücksfläche sowie rund 39000 Wohnungen für den Bund. Dazu zählt auch das Gelände des Munitionslagers in Lorup. Die Bundeswehr hatte im Oktober 2011 angekündigt, diesen Standort im Jahr 2018 aufzugeben. Hier lagert bislang das Flugabwehrraketensystem „Patriot“.