Erdölfeld erfolgreich reaktiviert Das schwarze Gold des Hümmling fließt wieder

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Werlte. Im Erdölfeld Börger-Werlte wird seit Kurzem wieder Erdöl gefördert. Täglich sind es laut Projektleiter Michael Buchmann vom Unternehmen GDF Suez E&P Deutschland mit Sitz in Lingen rund 30 Kubikmeter Nassöl, die nahe Werlte aus der neuen Bohrung „Börger 7a“ gefördert werden. „Die Menge übertrifft unsere Erwartungen“, freut sich Buchmann.

Projektleiter Buchmann spricht von einem „Riesenerfolg“, der dem Konsortium bestehend aus GDF Suez E&P Deutschland mit Sitz in Lingen und dem kanadischen Unternehmen PRD Energy gelungen ist. Beide Unternehmen haben in den vergangenen Monaten gemeinsam daran gearbeitet, die in den 70er Jahren angelegte Bohrung Börger 7 wieder zu aktivieren. Vor gut zehn Jahren war auch die letzte Bohrung im Ölfeld Börger-Werlte stillgelegt worden.

Im vergangenen Jahr kam die sogenannte Horizontalbohrtechnik zum Einsatz. Hierbei wurde eine schon bestehende vertikale Bohrung aus dem Jahr 1977 in die Horizontale abgelenkt. Danach folgte laut Buchmann von GDF Suez nach aufwendigen Vorbereitungen am 24. Februar um 13.30 Uhr der Start der Testförderung. Und die läuft besser als erwartet. Täglich fördert eine Tauchkreiselpumpe aus einer Tiefe von etwa 1800 Metern rund 30 Kubikmeter Erdöl an die Oberfläche. Die erste Station für das sogenannte Nassöl - ein Gemisch aus Öl, Gas und Lagerstättenwasser - ist ein großer Tank, in dem die Flüssigkeitstrennung erfolgt. Hier werden Öl, Gas und Wasser voneinander getrennt. „Während der Testphase wird das Gas anschließend kontrolliert verbrannt“, erklärt der Projektleiter. Sehen kann man das allerdings nicht, denn die Verbrennung findet in einer dafür errichteten speziellen Anlage statt, die einem Turm gleicht. Andere Nutzungsmöglichkeiten für das Gas würden für die Zukunft geprüft. Das Öl indes wird in zwei weiteren Tanks von jeweils 90 Kubikmeter Fassungsvermögen gelagert. Mit einem Tankwagen wird es dann in eine Anlage gebracht, die das Öl für die Weiterverarbeitung in einer Raffinerie aufbereitet.

„Wir testen bereits den mannlosen Betrieb“, berichtet Buchmann vom aktuellen Stand der Testphase. Das Ziel sei es, dass ab Mitte April die Anlage selbstständig läuft. Sollten Störungen auftreten, wird die Förderung laut Buchmann automatisch durch die „Prozesssteueranlage“ abgeschaltet. Diese sendet zudem ein Signal an die ständig besetzte Überwachungsstelle, die dann einen Techniker mit der Überprüfung beauftragt.

Michael Buchmann ist die Begeisterung über die Arbeit in Werlte anzumerken. Er sieht darin eine starke Mannschaftsleistung der vielen beteiligten Beschäftigten beider Unternehmen. Es könnten aber weitere Herausforderungen auf ihn zukommen. Zurzeit läuft die Auswertung der Erfahrungen mit der neuen Bohrung und den Ergebnissen der 3D-Seismik. Buchmann: „Im Laufe des Jahres soll ein Plan entstehen, wie weitergemacht werden kann.“ Dann könnten weitere Bohrungen am gleichen Ort hinzukommen.


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