Düngemittel per Bahn Lahner Unternehmen schlägt Güter in Werlte um

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Auf dem Bahnhof in Werlte werden wieder Güter verladen. Das Lahner Unternehmen Hüntelmann Agrar hat die kurzfristige Reaktivierung der Strecke gleich dazu genutzt, sich hierhin Düngemittel anliefern lassen. Foto: Hermann HinrichsAuf dem Bahnhof in Werlte werden wieder Güter verladen. Das Lahner Unternehmen Hüntelmann Agrar hat die kurzfristige Reaktivierung der Strecke gleich dazu genutzt, sich hierhin Düngemittel anliefern lassen. Foto: Hermann Hinrichs

Werlte. Die Gunst der Stunde hat das Agrarhandelsunternehmen Hüntelmann Agrar in Lahn genutzt, um sich über die kurzfristig reaktivierte Bahnstrecke Lathen–Werlte Düngemittel über die Schiene anliefern zu lassen. Zehn Waggons sind in Werlte angekommen, die in den vergangenen zwei Tagen gelöscht wurden. Unternehmer Hermann Hüntelmann wäre es am liebsten, wenn das jetzt regelmäßig wieder der Fall wäre. Dafür würde er sogar eigenes Geld in die Hand nehmen, um in Ostenwalde eine eigene Verladestation einzurichten.

Die rund 25 Kilometer lange Bahnstrecke ist kurzfristig von der Emsländischen Eisenbahn (EEB) wieder in Betrieb genommen worden, um damit eine Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln vom Bund zu erfüllen. Geplant ist die Sanierung in zwei Abschnitten für zusammen rund 8,8 Millionen Euro.

„Ich las in der Zeitung, dass die Strecke provisorisch wiederhergerichtet werden soll“, so Hermann Hüntelmann. Daraufhin habe er sich darum bemüht, gleich davon zu profitieren und Düngemittel in Werlte anliefern zu lassen, auch wenn die Verladung in Werlte provisorisch vonstatten gehen müsse. Aktuell stehen dort zehn Waggons mit Düngemitteln, vor allem Kainit und Kali-Magnesia für die Landwirtschaft.

Damit soll es aber nicht getan sein. Am liebsten würde der Agrarhändler weitere Züge mit Düngemitteln und Getreide über den Hümmling rollen lassen. Das hänge aber davon ab, wie belastbar die Strecke aktuell bereits sei. „Wir würden es begrüßen, wenn die Verbindung wieder aktiviert würde“, wünscht sich Hüntelmann eine Sanierung der Strecke. Bislang lasse er seine Züge „auf Haselünne“ kommen, eine heimatnahe Anlieferung wäre aber noch besser, am besten in Ostenwalde. Doch die dort vorhandenen Anlagen seien für einen Güterumschlag, wie er ihn benötige, nicht geeignet. Deshalb würde Hüntelmann auch selbst investieren, wenn die Strecke saniert würde. „Wir würden auf eigene Kosten eine Untergleisverladung mit einer Halle zur Zwischenlagerung nach dem Stand der Technik einrichten“, hat Hüntelmann die Zukunft schon vor Augen. Er unterstreicht: „Bei uns steht eine Ernsthaftigkeit dahinter.“ Der Agrarhändler sieht gerade auf der Schiene große Potenziale für Getreide, das aus dem Osten der Republik und Osteuropa so den Weg zu seinem Unternehmen finden könnte. „Der Transport per Lkw ist sehr aufwendig und wird sich auch in Zukunft immer weiter verteuern“, hat laut Hüntelmann die Schiene für seine Warenanlieferung gravierende wirtschaftliche Vorteile.

Unterdessen ist am Donnerstagabend im Werlter Gemeinderat auf Nachfrage von Gemeindedirektor Werner Gerdes noch einmal betont worden, dass sowohl Samtgemeinderat als auch Gemeinderat sich mit Nachdruck für eine Sanierung der Bahnverbindung einsetzen wollen. „Diese wertvolle Infrastruktur dürfen wir nicht aufgeben. Wir werden alles dafür tun, dass diese bestehen bleibt.“


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