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Betrügern auf der Spur Kabel-1-Fernsehteam begleitet das Institut für Schadenermittlung - Bernd Olliges prüft Versicherungsfälle ganz genau

Von Isabella Sauer

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Werlte. Es ist 9 Uhr in Werlte: Sachverständiger Bernd Olliges und seine Assistentin Olga Winter sind potenziellen Versicherungsbetrügern auf der Spur. Begleitet werden sie an diesem Morgen von einem Kabel-1-Fernsehteam, das eine Reportage für die Sendung „Achtung Kontrolle“ dreht.

„Im Jahr 2004 hatten wir unseren ersten Fernsehauftritt, und nun folgt bereits die zehnte Reportage über unsere Arbeit als Institut für Schadenermittlung“, erzählt Olliges. Dieses Mal sind zwei Drehtage eingeplant, jeweils acht Stunden wird er vor der Kamera stehen. Seine Arbeitgeber sind verschiedene Versicherungen. Sobald Schäden jeglicher Art angezweifelt werden, beginnt die Arbeit des Schadenermittlers. So hat er auch an diesem Tag einen Auftrag der besonderen Art.

Gemeinsam mit dem Kamerateam fährt Olliges mit seiner Assistentin Winter Richtung Haselünne. Dort wird er von Hausbesitzerin Annika Dragewski erwartet, die auf eine „All-Inclusive-Umzugsfirma“ hereingefallen ist. Man habe ihr einen reibungslosen Umzug versprochen. Als sie allerdings am Umzugstag von der Arbeit gekommen sei, konnte sie ihren Augen kaum trauen. „Es herrschte reines Chaos im neuen Haus. In jedem Zimmer habe ich beschädigtes Inventar vorgefunden“, klagt die junge Frau.

Um feststellen zu können, ob dieser geschilderte Vorfall der Wahrheit entspricht, muss sich Olliges einen ersten Eindruck von den Räumlichkeiten verschaffen. Dieses wird sehr genau vom Kamerateam dokumentiert, denn die Arbeit an sich soll letztlich dem Zuschauer nähergebracht werden. Sehr sicher und geübt verhält sich Olliges vor der Kamera, als er mit Dragewski die Hausbesichtigung beginnt. Darüber freut sich Kameramann Christian Schulke, der die Szenen nur wenige Male wiederholen muss.

Die Bestandsaufnahme beginnt im Schlafzimmer. Dragewski zeigt ihr Bett, bei dem die Nachtschränke falsch angebaut und Schleifspuren zu erkennen sind. Zudem verweist sie auf die Zimmertür, die ebenso Mängel hat. „Dieses Türblatt ist massiv durch einen scharf kantigen Gegenstand eingedrückt worden. Der Schaden ist unverkennbar und keine haushaltsübliche Beschädigung“, diktiert Olliges seiner Assistentin. Sie erhält außerdem den Auftrag, die angegebenen Beschädigungen zu fotografieren, um sie später in das Gutachten mit einfließen lassen zu können.

Während der Hausbesichtigung lassen sich noch weitere Fehler finden. So sind auch wertvolle Stücke beschädigt, die einen ideellen Wert für die junge Frau haben und somit unersetzbar sind: „Diesen Holzschrank habe ich im Urlaub auf Norderney gekauft. Meine Eltern schenkten ihn mir zur bestandenen Ausbildung. Nun fehlt dort die Krone.“

Eine Geschichte sorgt sowohl beim Kamerateam als auch beim Sachverständigen für Sprachlosigkeit. „Für meinen Garten hatte ich mir zehn große Tontöpfe gekauft, nun sind nur noch zwei vorhanden. Die anderen acht haben die Möbelpacker an meine Nachbarn verschenkt“, berichtet Dragewski.

Auf die Frage, was nun passieren wird, antwortet Olliges: „Dass die Umzugsfirma nicht ordnungsgemäß gearbeitet hat, liegt auf der Hand. Der Firma muss die Möglichkeit gelassen werden, sich die Schäden anzuschauen und einen Nachbesserungstermin zu vereinbaren.“ Danach plant der Sachverständige ein Gespräch am Runden Tisch, um eine juristische Auseinandersetzung zu vermeiden.

Da wird das Kamerateam nicht mehr dabei sein, denn die Sendung soll schon im Juli auf Kabel 1 ausgestrahlt werden.


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