Mehr als 180 Traktoren in Lorup Hümmlinger Landwirte entzünden Mahnfeuer für Mitspracherecht

Sehr viele Landwirte kamen zum Mahnfeuer nach Lorup. 180 Schlepper fuhren durch den Ort und brachten sich in Position. Foto: Mirco MoormannSehr viele Landwirte kamen zum Mahnfeuer nach Lorup. 180 Schlepper fuhren durch den Ort und brachten sich in Position. Foto: Mirco Moormann

Lorup. Neben den bisher gelaufenen Großdemonstrationen in Oldenburg, Hamburg und Berlin haben Landwirte am Dienstagabend auch Mahnfeuer auf dem Hümmling entzündet. Nahezu 180 Landwirte kamen mit ihren Traktoren zu Krulls Hus nach Lorup, um ihren Unmut kundzutun - sie wollen aber auch mitreden.

Die Landwirte vom Hümmling haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam und mit einer gewissen Präsenz auch ihre Argumente mitzuteilen. "Wir möchten, dass mit uns geredet wird und nicht über uns", lautet eine zentrale Forderung der Landwirte. Man benötige Wertschätzung für die Arbeit und ebenso Planungssicherheit. 

Auch zum Runden Tisch im Kanzleramt am Montag äußern sich die Landwirte. Aus ihrer Sicht war es ein Anfang, man sei aber noch sehr weit entfernt von einer Teilhabe auf Augenhöhe im politischen Prozess, erklärt Stefan Lüken, Landwirt aus Lorup und Mitorganisator der Aktion. der sich überrascht und erfreut über die starke Resonanz zeigte. "Wir möchten mitreden, um reale Lösungen zu erarbeiten, die nicht nur auf dem Papier schön aussehen, sondern die wirklich etwas für Mensch, Natur und Tier bringen", so Lüken.

Wie Lüken stellvertretend für die Gruppe mitteilt, hätten die neue Düngeverordnung und das Agrar- und Insektenpaket bei vielen Bauern das Fass zum Überlaufen gebracht. Er macht aber auch deutlich, dass die Landwirte vom Hümmling für den Gewässerschutz einstehen, denn nur mit gutem Grund- und Trinkwasser könnten auch die nächsten Generationen gut leben. Das gelte sowohl für den Nachwuchs, als auch für die Tiere, die ebenfalls gutes und unbedenkliches Trinkwasser brauchen.  

Die Landwirte seien auch für Insektenschutz. "Wer, wenn nicht wir, braucht denn die Insekten am dringensten? Sie bestäuben unseren Raps sowie unsere Erdbeeren, Apfel-, Birnen und Kirschbäume, sie zersetzen unseren organischen Dünger und die Erntereste auf dem Acker", so Lüken.

Auch der Tierschutz werde groß geschrieben. Nur mit gesunden Tieren, die sich wohlfühlen, gehe es auch den Landwirten gut. Viele der nun diskutierten neuen Regeln seien aus Sicht der Landwirte wissenschaftich nicht verifizierbar, praxisfremd und so überstürzt, dass sich viele landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz bedroht sehen, heißt es seitens der Landwirte. Sie würden für den Tierschutz gern noch viel mehr tun, die Bevölkerung müsse dann aber auch bereit sein nicht nur zu fordern, sondern auch zu bezahlen.  


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