Probleme mit Flächenkennzeichnungen Schwarze Schafe trüben Erfolg des Werlter Blühstreifenprojekts

Mit Pflöcken werden die Blühstreifen an Wegen und Feldern markiert. Einige Bewirtschafter von Flächen missachten diese. Foto: Mirco MoormannMit Pflöcken werden die Blühstreifen an Wegen und Feldern markiert. Einige Bewirtschafter von Flächen missachten diese. Foto: Mirco Moormann

Werlte. Seit 2013 werden in der Samtgemeinde Werlte Flächen an Wegerändern als Blühstreifen ausgewiesen. Mittlerweile sind neun Hektar in Kompensationsflächen umgewandelt worden. Doch es gibt in allen Orten Probleme mit Bewirtschaftern der Flächen, die die Markierungen nicht beachten oder gar zerstören.

Die Umsetzung der Flächen klappe weitestgehend, wie Bauamtsleiter Dieter Cloppenburg im Wege- und Wasserbauausschuss der Samtgemeinde mitteilte. Die mittlerweile entstandenen Flächen werden als Ausgleich für gemeindeeigene Bauprojekte genutzt. Zudem kämen sie bei der Bevölkerung gut an, so Cloppenburg. 

Jedoch würden die ausgewiesenen Flächen für die Blühpflanzen, die mit Pfählen markiert werden, auch seitens der Kommune kontrolliert. Auch wenn die Umsetzung sehr erfolgreich laufe, gebe es in den Mitgliedsgemeinden auch schwarze Schafe, so Cloppenburg. So seien in Bockholte einige Mängel festgestellt worden. Es fehlten sowohl einige Grenzmarkierungen und es sei mehrfach über die Grenze gewirtschaftet worden. Die Eigentümer seien daraufhin angeschrieben und um Rückmeldung gebeten worden. Größtenteils hätten sich die Eigentümer oder auch die Bewirtschafter und Pächter gemeldet. Diese hätten sich einsichtig gezeigt und zugesagt, die Grenzen in Zukunft einzuhalten, so Cloppenburg.

Foto: Mirco Moormann

In Ostenwalde seien nur wenige Überschreitungen festgestellt worden. Jedoch seien die Reaktionen der Eigentümer oder Pächter negativ gewesen. Sie hätten sich sehr uneinsichtig verhalten, sodass es laut Cloppenburg zu "einigen Diskussionen mit noch offenem Ende" gekommen sei. In Wehm sei eine große Anzahl an fehlenden Grenzmarkierungen registriert worden. Die Schreiben seien aber erst kürzlich an die Eigentümer versendet worden, daher gebe es noch keine Rückmeldungen. Auch in Wieste sei die Zahl der fehlenden Markierungen hoch gewesen, in Werlte dagegen gering, so Cloppenburg. 

"Härtere Hebel ansetzen"

Um künftig gegen diese schwarzen Schafe vorzugehen, sollte laut Cloppenburg "ein härterer Hebel angesetzt werden". Jedoch sei es schwierig, die Verursacher festzustellen. Man müsse sie schon auf frischer Tat ertappen, so Cloppenburg. Die Auschussmitglieder waren allesamt der Meinung, dass das Projekt ein Erfolgsmodell ist. Jedoch dürften auch die Einzelfälle nicht toleriert werden, meinte Heinz Wessels (CDU). Werltes Erster Samtgemeinderat Christian Rüve wies darauf hin, dass die Überschreitung der Grenzen einen Rechtsverstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz mit privat- und zivilrechtliche Folgen darstelle. So sprach sich der Ausschuss dafür aus, auch künftig die Grenzen regelmäßig zu überprüfen und bei Missachtung auch Sanktionen auszusprechen.

Wilhelm Krull (SPD) riet zudem dazu, die jetzigen Pfähle durch neue, runde Pfähle zu ersetzen, da die derzeit genutzten recht instabil seien. Probleme mit der Missachtung der Grenzen gebe es seiner Meinung nach durch die großen Maschinen auf den Feldern, die oftmals auch von nicht ortskundigen Fahrern bewegt würden. Regina Jerzembeck (CDU) sprach sich dafür aus, das Projekt auch künftig weiterzuführen und pro Jahr eine gewisse Anzahl an Fläche in Blühstreifen umzusetzen. 


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