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06.11.2019, 18:21 Uhr KOMMENTAR

Zu Diebstählen auf Werlter Friedhof: Der Schmerz bleibt

Ein Kommentar von Gerd Schade


Auf dem kommunalen Friedhof in Werlte haben es Diebe zuletzt mehrfach auf Metall abgesehen. Foto: Gerd SchadeAuf dem kommunalen Friedhof in Werlte haben es Diebe zuletzt mehrfach auf Metall abgesehen. Foto: Gerd Schade

Werlte. Die Diebstähle auf dem Friedhof in Werlte machen fassungslos und verursachen bei betroffenen Angehörigen Schmerzen, die sich nicht lindern lassen. Ein Kommentar.

Gelegenheit macht Diebe. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Umso erschreckender erscheint es aber, dass sich dreiste Langfinger wie jetzt gleich mehrfach auf dem alten Friedhof in Werlte an liebevoll hergerichteten und gepflegten Gräbern vergreifen und damit den Respekt vor der Totenruhe mit Füßen treten. Widerlich.

Metalldiebe treiben auch im nördlichen Emsland immer wieder ihr Unwesen. Ob von Baustellen, landwirtschaftlichen Anwesen oder anderen Privatgrundstücken: mitgenommen wird alles, was nicht niet- und nagelfest ist – und das angesichts anhaltend gestiegener Schrottwerte buchstäblich um jeden Preis.

Die Hoffnung auf Wiederbeschaffung bleibt gering. Oft stecken organisierte Banden hinter Metalldiebstählen, die gestohlenen Gegenstände werden meist direkt eingeschmolzen.

Eine zufriedenstellende Lösung ist nicht in Sicht. Wie es aussehen kann, zeigt die Gemeinde Werpeloh an ihrem Kriegerehrenmal, dessen Bronzeplatten 2017 gestohlen worden waren. Die Kommune hat die Platten durch Exemplare aus Granit ersetzt

So einfach ist es bei herkömmlichen Gräbern aber nicht. Hier wird der Ärger der Angehörigen über den materiellen Verlust vom emotionalen Schmerz überlagert. Und dieser Schmerz lässt sich nicht lindern.


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