zuletzt aktualisiert vor

Samstag auf dem Hümmling-Ring Lokalmatadoren wollen beim Werlter Sandbahnrennen nicht in Ehrfurcht erstarren

Von Helmut Diers

<em>Den Tagessieg</em> in der B-Lizenz-Soloklasse will Bernd Dinklage auf dem Werlter Hümmlingring einfahren und so seinen Vorjahreserfolg wiederholen. Foto: zoDen Tagessieg in der B-Lizenz-Soloklasse will Bernd Dinklage auf dem Werlter Hümmlingring einfahren und so seinen Vorjahreserfolg wiederholen. Foto: zo

Werlte. Fünf Nachwuchsfahrer des MSC „Hümmling“ Werlte sind am Samstag im Rahmenprogramm des 41. Internationalen ADAC-Flutlicht-Sandbahnrennens dabei, wenn auf dem Hümmling-Ring der Europameistertitel der Gespanne vergeben wird und neun Finalisten für das EM-Finale der 500-ccm-Solomaschinen am Samstag ausgefahren werden.

„Da schaut die komplette Bahnmotorradsportszene nach Werlte. Und ich darf dabei sein, wenn auch nur in der B-Lizenzklasse“ wird der 16-jährige André Majewsky nicht in Ehrfrucht erstarren, „aber ein bisschen kribbeliger ist es schon im Gegensatz zu einem stinknormalen Rennen.“ Der Schüler der 10. Klasse des Werlter Gymnasiums entstammt der fast 20 Talente zählenden Nachwuchstruppe des MSC Werlte. Kein Motorsportclub Deutschlands kann sich einer solchen Jugendarbeit rühmen.

Für Majewsky soll es Samstag das erste „richtige“ Rennen des Jahres werden. Beim ersten Grasbahnrennen im April verreckte der Motor. Im Mai stürzte der Wehmer und brach sich die linke Schulter. Vor einigen Tagen gab der Arzt grünes Licht für das Rennen auf der Hausbahn. „Ich bin schmerzfrei. Im Training werde ich austesten, ob die Kraft reicht“, hat Majewsky bereits zahlreiche Runden auf der clubeigenen Trainingsbahn absolviert. Sein Ziel: „Unfallfrei durchkommen. Alles andere ist Zugabe.“

Der 23-jährige Schlosser Bernd Dinklage startet wie Majewsky in der nationalen B-Lizenz-Klasse der 500-ccm-Soloklasse und hofft auch ein ähnlich gutes Abschneiden wie Vorjahr. Neben dem Tagessieg in der B-Lizenz-Gruppe fuhr er auf den dritten Rang im DEKA-Handicupfinale, in dem die drei besten B-Lizenz-Fahrer auf die vier Tagesbesten der A-Lizenz treffen. Die B-Lizenzer erhalten beim Start einen Vorsprung von 30 Metern, die es fünf Runden zu verteidigen gilt.

Dinklage führte 2011 drei Runden lang. „Dann reichte die Kraft nicht mehr. Außerdem haben die Internationalen besseres Maschinenmaterial“, schlug sich das Hümmlinger Eigengewächs beachtlich. „Heute habe ich mehr Erfahrung und besseres Material als damals“, schielt Dinklage nicht nur auf den Gruppensieg in der B-Lizenz-Klasse, sondern auch auf den „Riesenpott“ des DEKA-Handicupfinales.

Wie gut Dinklage sein Material im Griff hat, zeigte er auf der Nahner Waldbahn in Osnabrück vor zwei Wochen beim Tagessieg mit blütenweißer Weste. Er weiß aber: „Die Werlter Sandbahn ist tief und richtig weich. Da brauchst du Kraft ohne Ende“, hat er eigens für Werlte seine Oberarmmuskulatur trainiert. Die Konkurrenz ist fast identisch mit der in Osnabrück. „Bernd hat sich geändert in den letzten Monaten und ist deshalb so gut“, sagt MSC-Rennleiter Josef Hukelmann. „Wenn der heute am Startband steht, kann man die absolute Siegermentalität in seinen Augen funkeln sehen.“

Dabei in Werlte, allerdings nur im Nachmittagsprogramm, sind in der Klasse der 125-Kubikzentimeter-Solomaschinen die Werlter Eigengewächse Timo und Fabian Wachs sowie Nils Wilken.

Zeitplan: Training ab 9 Uhr, Fahrervorstellung um 17.45 Uhr; Rennstart um 18.30 Uhr.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN