CDU-Mitglieder verschaffen sich Überblick Wie ist die Samtgemeinde Werlte in Sachen Klimaschutz aufgestellt?

Die CDU-Mitglieder haben die E-Gas-Anlage von Audi in Werlte besichtigt. Foto: Elisabeth Rüve/CDU WerlteDie CDU-Mitglieder haben die E-Gas-Anlage von Audi in Werlte besichtigt. Foto: Elisabeth Rüve/CDU Werlte

Werlte. Die CDU-Mitglieder aus der Stadt und Samtgemeinde Werlte sind der Frage nachgegangen, was in Sachen Klimaschutz und erneuerbare Energien alles in Werlte passiert. Nach einer Bestandsaufnahme stand fest, dass schon viel getan wird, um die Erderwärmung zu reduzieren - es soll aber noch mehr werden.

Mit dem 3N Kompetenzzentrum, der Audi-E-Gas-Anlage, dem Klimacenter, einem Klimaschutzmanagement sowie einer starken, regenerativen Energiegewinnung durch Wind und Biogas kann die Samtgemeinde Werlte auch einen Fachmann wie Hermann Pengg von der Audi AG begeistern. Pengg, der der Gruppe zuvor die E-Gas-Anlage demonstriert hatte, zeigte sich "begeistert von dem, was hier in Werlte passiert", wie er im Klimacenter sagte. 

Pengg, Leiter Projektmanagement e-fuels bei der Audi AG und Geschäftsführer der Audi e-gas Betreibergesellschaft, gab den Anwesenden gemeinsam mit Klimaschutzmanagerin Kathrin Klaffke und Luise Rottmann-Meyer von 3N einen Überblick der Aktivitäten in Sachen Klimaschutz in Werlte. Dabei schaute er auch über den Tellerrand hinaus. Grundsätzlich steige der Ausstoß von Methan und Kohlendioxid seit der industriellen Revolution stark an, was wiederum zum Anstieg der Temperatur auf der Erde führe. Phänomene wie Dürren, Starkregen oder Waldbrände seien mittlerweile an der Tagesordnung. Um Schlimmeres zu verhindern, müsse der Klimaschutz vorangetrieben werden, um nicht in Zukunft - nach einem Zerfall der Wirtschaften - wieder im Raubrittertum zu landen: "Wir steuern mit einem Boot auf einen Wasserfall zu und müssen alles tun, um umzukehren", so Pengg.

Auch Klaffke sagte, dass es sei "dringend Zeit zu handeln". Bezogen auf Werlte seien schon einige Projekte auf den Weg gebracht worden, so die Klimaschutzmanagerin, die auf durchgeführte Energieberatungen, kommunales Energiemanagement und zahlreiche Bildungsprojekte einging. Aktuell laufe noch eine Aktion zum Tausch der Heizungspumpen, die oftmals sehr viel Strom verbrauchten, so Klaffke. 

Im Klimacenter wurden am Dienstagabend Ideen ausgetauscht. Foto: Mirco Moormann

Derzeit gebe es in der Energieregion Hümmling (Werlte, Sögel, Lathen, Nordhümmling) Windenergie- und Biogas-Anlagen mit mehr als 500 Megawatt Leistung. Mehr als 180 Megawatt davon würden in der Samtgemeinde Werlte generiert. Ausgebaut werden könnte dieser Wert etwa durch Repowering der Anlagen oder auch durch die Nutzung von Sonnenenergie mithilfe von zusätzlichen Photovoltaik-Anlagen auf Hausdächern. Auch könne sie sich vorstellen, das in Lathen durchgeführte Quartiers-Konzept auszubauen. Im Ortskern ist ein Bereich ausgewiesen worden, in dem Hausbesitzer ihre Immobilien energetisch sanieren können und dafür Fördermittel erhalten. 

Rottmann-Meyer ging auf das Projekt "Bison" ein, bei dem versucht wird, ein Gebiet komplett mit Strom, Wärme und Kraftstoff aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Hier könnte auch die E-Gas-Anlage involviert werden. Dort sei geplant, so Pengg, eine Tankstelle für das E-Gas und womöglich auch für Wasserstoff für Brennstoffzellen-Fahrzeuge zu errichten. Eine Kooperation mit heimischen Unternehmen, etwa aus der Transport- oder Entsorgungsbranche, sei hier wünschenswert, sagte Pengg.  

Werltes früherer Bürgermeister Willfried Lübs berichtete über die Anfänge der Klimaschutzmaßnahmen in Werlte, die auf das Jahr 2004 zurückgehen. Foto: Mirco Moormann

Wie der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Günther Scheffczyk, mitteilte, nehme man die Informationen als Wegweiser für politische Entscheidungen mit. Positiv bewertete er die zahlreichen Projekte und die Tatsache, dass schon seit 2012 als Energieregion mit den Nachbarkommunen zusammengearbeitet werde. Dennoch gelte: "Wo besser geht ist gut nicht genug", so Scheffczyk. 

Am Rande des Treffens berichtete Werltes Samtgemeindebürgermeister Lueger Kewe zudem, dass die Stelle der Klimaschutzmanagerin Klaffke ab dem kommenden Jahr als volle Stelle weitergeführt werden soll. Nachdem die Samtgemeinde Nordhümmling im Sommer mitgeteilt hatte, sich nicht mehr an den Kosten des Klimaschutzmanagements beteiligen zu wollen, hätten sich die drei übrigen Kommunen geeinigt, die Stelle zu dritt weiter zu finanzieren. Möglicherweise kehren die Nordhümmlinger aber doch noch zurück in das Bündnis, so Kewe. Derzeit liefen noch Gespräche. Anfangs war angedacht, Klaffkes Stelle als Dreiviertel-Stelle weiterlaufen zu lassen, was aber nicht mehr zur Debatte stehe, so Kewe. 


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