Fördermittel werden beantragt Touristische Erschließung des Werlter Theikenmeers steht kurz bevor

Am Theikenmeer in Werlte sollen Aussichtsplattformen und eine Ausstellung entstehen. Foto: Archiv/SchüringAm Theikenmeer in Werlte sollen Aussichtsplattformen und eine Ausstellung entstehen. Foto: Archiv/Schüring
Andreas Schüring

Werlte. Die Pläne, das Naturschutzgebiet Theikenmeer in Werlte touristisch aufzuwerten, stehen vor der Umsetzung. Eine Ausstellung soll geschaffen und ein Rundweg mit Aussichtsplattformen gebaut werden - sofern Fördermittel vom Land fließen.

Mithilfe eines Wanderwegs sollen die Besucher gezielt durch das Ökosystem gelenkt werden, wie Stadtdirektor Ludger Kewe im Werlter Stadtrat mitteilte. Start und Ziel ist dabei der Hof Meyerrenken an der Sögeler Straße, auf dem der Nabu bereits einen Landschaftspflegehof betreibt. Von dort aus sollen künftig zwei Routen durch das Schutzgebiet, das im Naturpark Hümmling liegt, führen. Eine kurze, knapp zwei Kilometer lange Strecke, wird bis zu einem acht Meter hohen Aussichtsturm führen. Menschen, die in der Mobilität eingeschränkt sind, können von einer zwei Meter hohen Plattform Einblick in die Natur erhalten, die auch mit Rollstuhl und Rollator erreichbar sein sollen.

Eine zweite Route führt über etwa zehn Kilometer auf größtenteils bestehenden Wirtschaftswegen einmal durch das insgesamt 250 Hektar große Areal und um den 26 Hektar umfassenden See Theikenmeer. Entlang des Wanderwegs werden Aussichtsplattformen und mehrere Infostationen zu unterschiedlichen Themen geschaffen. Neben der bestehenden Vogelbeobachtungsplattform, die ertüchtigt werden soll, kommt eine neue Plattform "Feuchtwiesen" hinzu. "Es lohnt sich, das eindrucksvolle Naturschutzgebiet zu erschließen", sagte Kewe. 

Zur Abrundung der "Naturpark-Station Theikenmeer" soll auf dem Hof Meyerrenken eine etwa 200 Quadratmeter große Scheune zu einer Ausstellung umgebaut werden. Dieser Umbau gehe mit Kosten von etwa 200.000 Euro einher, so Kewe. Die Ausstellung soll unter anderem mit Material des Naturfotografen Andreas Schüring bestückt werden. Für den laufenden Betrieb ist nicht zwingend Personal nötig, die Besucher können einem selbsterklärenden Rundgang folgen. Lediglich das Öffnen und Schließen müsse geregelt werden, so Kewe.

Die Gesamtkosten für Wanderweg, Aussichtsplattformen und Ausstellung bezifferte Kewe mit etwa 850.000 Euro. Hierfür, so stimmten auch die Ratsleute ab, muss ein Antrag beim Land Niedersachsen für "Landschaftswerte"-Mittel gestellt werden. Der Antrag, der bis zum 30. September vorliegen muss, soll bei positiver Bewertung 65 Prozent der Kosten decken, was 550.000 Euro entspricht. Die restlichen 300.000 Euro wollen sich dann der Landkreis Emsland und die Stadt Werlte teilen, so Kewe. 

Das vorgestellte Konzept, das seitens der Stadt mit Nabu, Landkreis und vielen weiteren Beteiligten auf den Weg gebracht und vom Büro "Pro-t-in" aus Lingen ausgearbeitet worden war, stieß bei den Ratsleuten auf Wohlwollen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Günther Scheffczyk sprach von "einer wundervollen Gelegenheit, das gesamte Gebiet touristisch zu erschließen, ohne große Eingriffe in die Natur  vorzunehmen". Auch sprach er die Überlegungen an, die Museumseisenbahn Hümmlinger Kreisbahn zu einem späteren Zeitpunkt im Umfeld des Hofes Meyerrenken mit einzubinden. 

Bernd Büter (CDU) betonte weitere positive Aspekte der Erschließung, denn auch der Hümmlinger Pilgerweg verlaufe über einen Teil der Wanderwege am Theikenmeer. Wilhelm Krull (SPD) sprach von einem "sehr gelungenen Konzept" durch die Lenkung der Besucher ohne große Störung des Naturschutzgebietes. Einstimmig sprach sich der Stadtrat dafür aus, zum 30. September einen Zuwendungsantrag für die Maßnahmen zu stellen. 


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