Neuerungen bei den Schützen Werlter feiert Jubiläum seiner ganz persönlichen Mondlandung

Die Urkunde aus dem Jahr 1964, die Pate für die künftigen Auszeichnungen steht, zeigen Hans-Wilhelm Merten und Josef Stammermann, der vor 50 Jahren Schützenkönig war. Foto: Mirco MoormannDie Urkunde aus dem Jahr 1964, die Pate für die künftigen Auszeichnungen steht, zeigen Hans-Wilhelm Merten und Josef Stammermann, der vor 50 Jahren Schützenkönig war. Foto: Mirco Moormann

Werlte. Am 21. Juli 1969 betraten die US-Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen den Mond. Am selben Tag verewigte sich Josef Stammermann mit seinem Titel als Schützenkönig in Werlte.

Wenn die Werlter Schützen am kommenden Wochenende vom 20. bis 22. Juli ihr Fest des Jahres feiern, dann jährt sich der Titel Stammermanns zum 50. Mal, ebenso wie die Mondlandung. Aus diesem Grund hat der heute 76-Jährige seine damalige Königsmedaille erweitern lassen. Nun ziert die Darstellung der Mondsonde samt Astronauten die alte Auszeichnung. 

Foto: Mirco Moormann


"Ich wollte schon damals die Mondlandung auf die Medaille haben, aber mein Vater war dagegen", erinnert sich Stammermann. Stattdessen wurde das Tischlerwappen eingraviert. Wie sein Vater hat auch Stammermann den Beruf des Tischlers erlernt, "und das kam dann dadrauf", sagt Stammermann, der damals als 26-Jähriger dem Willen seines Vaters entsprach. Im Jahr nach dem Schützenfest heiratete er seine Königin Maria Wendeln.

Ein besonderes Datum

Ein besonderes Ereignis ist 40 Jahre nach dem "Mondladungs-Titel" ebenfalls in Erinnerung geblieben: "Im Jahr 2009 bin ich Schützenkaiser geworden, genau am 21. Juli", berichtet Stammermann. "Zu diesem Tag habe ich wohl eine besondere Beziehung." Der Schützenkaiser wird in Werlte seit 2004 alle fünf Jahre unter den ehemaligen Schützenkönigen per Armbrust auf einen Holzadler ausgeschossen. 

Der Schützenkönig hingegen wird jedes Jahr aufs neue ermittelt. Das hat im Verein von 1854 Tradition, wie Brudermeister Hans-Wilhelm Merten sagt. Dennoch will der Verein mit der Zeit gehen und auch weiter auf neue Mitglieder setzen. Hier spricht Merten die jungen Leute und auch die Frauen an. "Frauen können bei uns auch Offiziere und Schützenköniginnen werden", sagt Merten. Schon in den Statuten des Vereins stehe, dass die Schützenbrüderschaft "eine christliche Vereinigung von Frauen und Männern ist", erklärt Merten. Bislang seien die Frauen aber noch nicht so stark vertreten, was sich gerne ändern soll, so der Brudermeister.

Angebot für junge Leute

Auch ein neues Angebot für junge Leute von 18 bis 24 könne er sich vorstellen, so Merten. Gern würde er mit dem Vorstand ein Gespräch zum Ideenaustausch mit Interessierten führen. Womöglich könne auch eine neue Gruppe gegründet werden. Grundsätzlich sei das Schützenfest am Samstagabend und Montagmorgen mit jeweils mehr als 1000 Gästen immer noch gut besucht, meint Merten. Dennoch müsse man sich für die Zukunft rüsten, sagt Merten, der seit 1986 im Vorstand aktiv ist und auch 1991 Schützenkönig war. Am Sonntag- und Montagabend etwa könnte mehr los sein, meint der Vereinschef.

Der Verein selbst hat etwa 1000 Mitglieder, die Kleiderordnung ist während des Schützenfestes aber locker, so Merten. Nur die Offiziere, etwa 70, trügen eine Uniform, die vom Verein gestellt werde. Somit kämen auch auf die Mitglieder, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, keine weiteren Kosten zu. Zudem bekommen die Könige ab diesem Jahr neben der Medaille auch eine Urkunde, wie dies früher schon der Fall war. Pate dafür stand laut Merten ein altes Schriftstück aus dem Jahr 1964, das modifiziert werden soll. 



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