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Vortrag über den Einsatz des „Fowlerschen Zwei-Maschinen-Dampfpflug-Systems“ 30 Zentner Kohle am Tag verheizt

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Dieses um 1885 entstandene Ölgemälde von Friedrich Ziller (1817–1896) zeigt den Fowlerschen Dampfpflug, der im Auftrag der herzoglich-arenbergischen Forstverwaltung in der Nähe von Vrees im Einsatz war, um die Heide- und Wehsandflächen umzubrechen und für die Aufforstung vorzubereiten. Foto: Landkreis EmslandDieses um 1885 entstandene Ölgemälde von Friedrich Ziller (1817–1896) zeigt den Fowlerschen Dampfpflug, der im Auftrag der herzoglich-arenbergischen Forstverwaltung in der Nähe von Vrees im Einsatz war, um die Heide- und Wehsandflächen umzubrechen und für die Aufforstung vorzubereiten. Foto: Landkreis Emsland

Werlte. Der Ottomeyerpflug ist vielen ein Begriff. Aber bereits viele Jahre vor dem Einsatz der Technikgiganten ist im Emsland ebenfalls „tief gepflügt“ worden. Vor der Generalversammlung des Heimatvereins Werlte berichtete Thomas Schomaker dazu vom „Fowlerschen Zwei-Maschinen-Dampfpflug-System“, das im Auftrag des Herzogs von Arenberg eingesetzt worden war.

Unter anderem ist damit die Grundlage für die erfolgreiche Aufforstung des Eleonorenwaldes bei Vrees durch die Arenberg’sche Forstverwaltung geschaffen worden. „Dabei ging es nicht um den großflächigen Umbruch zum Zweck der Kultivierung, sondern darum, die Ortsteinschicht der Podsolböden zu durchbrechen und so den Bäumen ein tieferes Wurzeln zu ermöglichen“, erläuterte Schomaker, der beruflich für die Arenberg-Meppen GmbH tätig ist.

Laut Schomaker entwickelte der Engländer John Fowler das Dampfpflugsystem. Über Hamburg und von dort per Bahn gelangten die Gerätschaften nach Lingen, von wo aus sie zu ihren Einsatzorten gebracht wurden. „1872 fand erstmals ein Schaupflügen statt. Dazu kamen 1000 Menschen. Das ist angesichts der damals geringen Siedlungsdichte eine sehr hohe Zahl“, berichtete der Referent. Das Thema Dampfpflügen sei zu der Zeit einfach in aller Munde gewesen.

Bei dem Fowlerschen System handelte es sich um zwei Dampflokomotiven, die auf einer Distanz von bis zu gut 365 Metern einen Zweischar-Kipppflug an Seilen zwischen sich hin und her zogen. „Die Lok hatte 14 PS und wog rund zehn Tonnen“, so Referent Schomaker. Zum Betrieb verschlang die Anlage täglich rund 30 Zentner Kohle und mehrere Tausend Liter Wasser, die oftmals aus vor Ort angelegten Brunnen geschöpft wurden, „um die Transportwege kurz zu halten“.

Bis zu 55 Zentimeter tief fuhr die Pflugschar durch die Erde, und wenn auch noch der Tiefenlockerer angebaut war, reichte die Arbeitstiefe bis 81 Zentimeter in den Heideboden des Hümmlings. „Speziell für diese Böden ist später der Meppener Heide- und Forstpflug entwickelt worden“, so Schomaker, der mithilfe einer Präsentation den zahlreichen Heimatfreunden zahlreiche Bilder und Grafiken zu diesem Thema zeigte. Darunter auch ein Porträtfoto des seinerzeit arenbergischen Oberförsters Rudolph Clauditz. Auf dessen Initiative sei es maßgeblich zurückzuführen, dass das Fowlersche System zur Anwendung gekommen war und damit großflächige Aufforstung im heutigen mittleren und nördlichen Emsland möglich wurde.


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