"Gute Vernetzung aller Akteure" Ministerin Reimann: Werlter MVZ soll Schule machen

Sozialministerin Carola Reimann (3. von links) wurde im Gesundheitszentrum in Werlte, in dem sich das kommunale MVZ befindet, empfangen. Foto: Mirco MoormannSozialministerin Carola Reimann (3. von links) wurde im Gesundheitszentrum in Werlte, in dem sich das kommunale MVZ befindet, empfangen. Foto: Mirco Moormann

Werlte. Die Niedersächsische Sozialministerin Carola Reimann (SPD) hat sich in Werlte das landesweit erste kommunale Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) angesehen – und Werbung für weitere dieser Projekte gemacht.

Sie freue sich darüber, dass das MVZ funktioniere, sagte Reimann beim Rundgang durch die 300 Quadratmeter große Praxisgemeinschaft. Zuvor hatte Werltes Bürgermeister Daniel Thele vom wirtschaftlichen Erfolg, der sich nach der Eröffnung im vergangenen Sommer einstelle, berichtet. Schließlich habe sie bei der Änderung des Gesetzes zur Erleichterung der Einrichtung von kommunalen MVZ politisch mitgewirkt, so Reimann, die seit November 2017 Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung ist. 

Voraussetzungen erfüllen

Ein kommunales MVZ sei eine Option für die Verbesserung der wohnortnahen ärztlichen Versorgung auf dem Land, so Reimann. Allerdings müssten wie in Werlte besondere Voraussetzungen erfüllt sein. "Es braucht viele, die das möglich machen", sagte Reimann, die sich in Werlte auch im Goldenen Buch der Stadt verewigte. In Werlte sind dies die Stadt als Träger, der Landkreis und das Hümmling-Hospital als Unterstützer und die Hümmlinger Volksbank und die Familie Hesekamp als Investoren für den Bau des Gesundheitszentrums

Beim Eintrag in das Goldene Buch: (vorne von links) Bürgermeister Daniel Thele, Sozialministerin Carola Reimann, stellvertretender Stadtdirektor Christian Rüve sowie (hinten von links) Stadtdirektor Ludger Kewe, Landrat Reinhard Winter und Willfried Lübs, stellvertretender Landrat und Vorsitzender des Verwaltungsrates des kommunalen MVZ. Foto: Stadt Werlte/Albers


"Das Projekt kann Schule machen", sagte Reimann weiter. So könne dem Ärztemangel entgegengewirkt werden. Eine Hilfe bei der besseren Versorgung auf dem Land leisteten auch die Gesundheitsregionen, so die Ministerin. Im Austausch mit den Regionen könne vor Ort gezielter geholfen werden, da man so wisse "wo der Schuh drückt", so Reimann. So könnten Ideen entwickelt und umgesetzt werden. In einer weiteren Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsens (KVN) wolle man etwa Studenten bei der Ausbildung zum Landarzt unterstützen. 

Gesundheitsregion hilft

Auch Landrat Reinhard Winter betonte, dass seit 2014 stark in die Verbesserung der medizinischen Versorgung eingestiegen worden sei. Mithilfe der Gesundheitsregion würden neue Schritte gegangen, auch viel Geld werde eingesetzt. Für das Emsland als ein Modellkreis sei dies auch nötig, so Winter. Denn mit Blick auf die immer älter werdende Bevölkerung verdopple sich der Anteil der mehr als 80-Jährigen in den kommenden Jahren. Positiv sei die noch hohe Zahl an Geburten, die bei etwa 2300 Kindern pro Jahr bei einer Bevölkerungszahl von 325.000 Personen liege, so Winter. 


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