Kooperation mit St.-Lukasheim Neue Kita für 2,5 Millionen Euro entsteht in Werlte

An der Kita St. Klara soll eine Übergangslösung mit zwei weiteren Regelgruppen entstehen. Foto: Mirco MoormannAn der Kita St. Klara soll eine Übergangslösung mit zwei weiteren Regelgruppen entstehen. Foto: Mirco Moormann

Werlte. Eine neue, heilpädagogische Kindertagesstätte soll in Werlte in Kooperation mit dem St.-Lukasheim entstehen. Ein passendes Grundstück hat die Stadt bereits gekauft.

In der Stadt Werlte herrscht Platznot in Sachen Kinderbetreuung. Seit vergangenem Sommer befassen sich Politik und Verwaltung mit dem Problem. Der Stadtrat hat deshalb im Dezember beschlossen, einen neuen, vierten Kindergarten zu bauen. Auch soll eine Übergangslösung für die Kinder ohne Betreuungsplatz gefunden werden, die ab dem kommenden Sommer greifen soll. 

Neue Kita am Markuslustweg

Nun hat Christian Rüve, Werltes stellvertretender Stadtdirektor, auf der Sitzung des Ausschusses für Familie, Jugend und Sport mitgeteilt, dass ein Grundstück für die neue Kita gefunden und gekauft worden ist. Demnach soll das Gebäude mit Platz für insgesamt fünf Gruppen am Markuslustweg entstehen. Neben zwei Regel- und Krippengruppen wird eine heilpädagogische Gruppe für Kinder mit Behinderung eingerichtet. Nach derzeitigem Plan soll die Kita im Idealfall zum Sommer 2021 fertig sein. 

Die Kosten für die Kita bezifferte Rüve einer ersten Schätzung zufolge mit 2,5 Millionen Euro. Pro Gruppe werde mit etwa einer halben Million Euro kalkuliert. Zudem rechne er mit Fördermitteln von etwa 700.000 Euro, die vom Landkreis und dem Land gezahlt werden. Das St.-Lukasheim beteilige sich an den Kosten für die heilpädagogische Gruppe, die Stadt zahle den Rest, so Rüve. 


Am Markuslustweg soll (vorne rechts) die neue Kita entstehen. An der linken Seite wird das Neubaugebiet erschlossen. Foto: Mirco Moormann

Als Bauherr soll, so entschied sich auch der Ausschuss, das St.-Lukasheim auftreten, nicht zuletzt auch aufgrund der zahlreichen Projekte sowie der Vollauslastung der Verwaltung. Zudem ist das St. Lukas-Heim laut Rüve bereit, die Trägerschaft für die Einrichtung zu übernehmen. Die Stadt Werlte werde die Personal- und Sachkosten für die Regel- und Krippengruppen erstatten – allerdings stehe dieses Vorgehen noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Vorstandes des Caritas-Verbandes, so Rüve. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für die vorgestellten Planungen aus. 

Container aufstellen

Um die derzeit 43 Kinder, die noch keinen Platz in einer Regelgruppe haben, zum kommenden Kindergartenjahr unterzubringen, muss die Stadt eine Übergangslösung finden. Laut Rüve stünden keine passenden Gebäude in der Stadt zur Verfügung, sodass ein vorübergehender Anbau an den Kindergarten St. Klara favorisiert werde. Für zwei Jahre sollen Container aufgestellt werden, in denen zwei Regelgruppen mit Platz für 50 Kinder geschaffen werden. Hinzu kommen ein Intensivraum sowie Sanitäranlagen. 

Für diese Lösung fallen laut Rüve für die kommenden zwei Jahre Kosten in Höhe von 422.000 Euro an. Die Mittel seien bereits im Haushalt eingeplant, "eine irre Summe", wie Rüve anmerkte. Auch Ausschussvorsitzender Wilhelm Goldschmidt (CDU) tat sich schwer, bei solch hohen Summen seine Zustimmung zu geben. "Es gibt aber keine Alternative", so Goldschmidt. Gerd Lünswilken (CDU) betonte, dass der Vorschlag in Anbetracht der Möglichkeiten eine gute Lösung sei, da auch die vorhandene Infrastruktur des Kindergartens mitgenutzt werden könne. Christoph Lorenz (SPD) wies darauf hin, dass die Ausstattung der Übergangslösung auch im Neubau am Markuslustweg weitergenutzt werden könne. 

"Es gibt aber keine Alternative"Wilhelm Goldschmidt, Ausschussvorsitzender

Träger der Kita St. Klara ist die katholische Kirchengemeinde St. Sixtus, die laut Rüve auch die Erweiterung mit betreuen wird. Die Kirchengemeinde stellt auch das erforderliche Personal. Laut Karla Moormann, Leiterin des Fachbereichs Ordnung und Soziales, teilte mit, dass die entsprechenden Ausschreibungen für die Stellen bereits erfolgt seien. 

Bedarfe vorerst gedeckt

Mit der Übergangslösung werde nach aktuellem Stand die Betreuung der Kinder in den Regelgruppen sichergestellt, so Moormann. Im Krippenbereich könne der Bedarf durch den Bau der Krippe St. Anna ebenfalls gedeckt werden. Jedoch sei noch nicht absehbar, wie sich die Anmeldezahlen entwickelten. Es ist deshalb fraglich, ob die vorhandenen Plätze im Krippenbereich bis zur Inbetriebnahme der neuen Einrichtung ausreichen werden, so Rüve. 


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