Entwicklung in Samtgemeinde Werlte wehrt sich gegen XXXLutz-Markt in Cloppenburg

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Die Möbelmarktkette XXXLutz ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und strebt nach weiterem Wachstum. Foto: XXXLutzDie Möbelmarktkette XXXLutz ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und strebt nach weiterem Wachstum. Foto: XXXLutz

Werlte. Die geplante Ansiedlung eines XXXLutz-Möbelmarktes in Cloppenburg ruft die Samtgemeinde Werlte auf den Plan. In einer Stellungnahme werden Bedenken gegen den Markt – und besonders gegen das Sortiment geäußert.

Es musste schnell gehen, wie Samtgemeindebürgermeister Ludger Kewe im Gespräch mit unserer Redaktion mitteilt. Denn der Landkreis Cloppenburg hatte erst Ende Dezember gegenüber dem Landkreis Emsland angekündigt, ein regionales Einzelhandelskonzept im Zuge des Baus des großen Möbelmarktes aufzustellen. Eine Stellungnahme seitens der Samtgemeinde zu den Plänen wird am Mittwoch dem Landkreis Emsland übergeben, der diesen wiederum an den Landkreis Cloppenburg weitergibt, so Kewe.

34.000 Quadratmeter Verkaufsfläche

In der Stellungnahme, die Bauamtsleiter Dieter Cloppenburg im jüngsten Bau- und Planungsausschuss der Samtgemeinde vorstellte, wehrt sich die Samtgemeinde gegen die Ansiedlung des Marktes, der Planungen zufolge insgesamt 34.000 Quadratmeter groß werden soll. Aufgeteilt werden soll das Angebot in Cloppenburg in einen Möbelmarkt mit 27.000 Quadratmetern und einen Mitnahme-Markt mit 7000 Quadratmetern. Ein Problem sieht die Samtgemeinde unter anderem im Angebot: Das sogenannte zentrenrelevante Sortiment wie etwa Glas, Porzellan, Keramik und anderer Hausrat mit 3500 Quadratmetern Verkaufsfläche ist den Verantwortlichen dabei ein Dorn im Auge.

"Erhebliche Bedenken"

Man habe bei diesem Angebot "erhebliche Bedenken", sagte Cloppenburg mit Blick auf die Entwicklung des Einzelhandels in der Samtgemeinde, besonders aber in der Stadt Werlte. Auch die von einem Fachbüro erstellte Stellungnahme komme zu der Erkenntnis, dass die Pläne "über das Ziel hinausschießen", ergänzte Cloppenburg. Die Zukunft des Werlter Einzelhandels werde untergraben, so der Bauamtsleiter, der laut Stellungnahme einen möglichen Verstoß gegen das sogenannte Kongruenzgebot nannte. Dieser Verstoß sei gegeben, wenn mehr als 30 Prozent des Umsatzes von außerhalb der örtlichen Versorgungsstruktur erzielt werde. Auch das sogenannte Konzentrationsgebot sei aufgrund der geplanten Lage außerhalb des Cloppenburger Zentrums nicht gegeben, heißt es in der Stellungnahme.

Nachdruck verleihen

Kewe ergänzte, dass die Samtgemeinde die Stellungnahme sowohl über den Landkreis Emsland an die Behörden in Cloppenburg weiterleiten werde, als auch selbst noch einmal direkt an den Nachbarlandkreis senden werde, um der Angelegenheit Nachdruck zu verleihen. Gerd Lünswilken (CDU) beklagte, dass die Bitte um Stellungnahme im Dezember kurz vor Weihnachten sehr kurzfristig gestellt worden sei. Cloppenburg sagte, dass auch andere Kommunen "erhebliche Bauschmerzen" aufgrund der Pläne in der benachbarten Kreisstadt hätten. 

So etwa in Friesoythe. Im Rahmen des Cloppenburger Konzeptes hat die Stadt ebenfalls eine Stellungnahme bezüglich der Ansiedlung abgegebnen. Wie Bürgermeister Sven Stratmann (SPD) im Gespräch mit unserer Redaktion mitteilt, sieht er die Ansiedlung des geplanten Möbelmarktes nicht in der Nähe von Mittelzentren, sondern eher an Oberzentren. Zudem seien die gewachsenen Strukturen im Bereich Möbelhandel in Friesoythe, das wie Cloppenburg ein Mittelzentrum ist, in Gefahr. 

Derzeit 30.000 Mitarbeiter

Bereits im vergangenen Sommer waren Pläne vorgestellt worden, laut denen XXXLutz, ein Unternehmen mit aktuell mehr als 30.000 Angestellten und einem Umsatz von 5,8 Milliarden Euro, eine Fläche von 55.000 Quadratmetern im Westen der Stadt erwerben möchte. Insgesamt 290 Arbeitsplätze können entstehen, ein Investment von bis zu 70 Millionen Euro steht im Raum. 



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