Zeugnisferien verlängert Schneechaos 1979: Loruper gelangen nur über Bretter zur Haustür

Von Hiltrud Meyer

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Zu beiden Seiten der Straßen in Lorup türmte sich der beiseite geräumte Schnee auf. Foto: H. LammersZu beiden Seiten der Straßen in Lorup türmte sich der beiseite geräumte Schnee auf. Foto: H. Lammers

Lorup. Schnee, so weit das Auge reicht. So erinnert sich die Loruperin Hiltrud Meyer an den Winter 1979:

„Den 2. Februar 1979 werde ich nie vergessen. Es war unser „erster Tag“ im neuen Haus am Sünnekamp in Lorup. Als Lehrerehepaar mit vier schulpflichtigen Kindern wollten wir für den Umzug die „Zeugnisferien“ vom 2. bis 4. Februar 1979 nutzen. 

Foto: H. Lammers


Unser Haus war noch nicht ganz fertig, Schnee und eiskaltes Wetter hatten es unmöglich gemacht, Einfahrt und Eingang zu pflastern. Über Bretter konnten wir jedoch unsere Haustür erreichen.

Foto: H. Lammers


Im Laufe des Tages waren alle Umzugskisten und Möbel im Haus verstaut. Die Heizung lief und Vorräte hatten wir auch genügend. Die Schneeberge in Lorup türmten sich, unser Auto war auf der Einfahrt eingefroren und zugeschneit. Gegen Abend klingelte es an der Haustür. Als ich öffnete, sah ich keinen. Rechts von der Tür streckte mir jedoch jemand aus dem tiefen Schnee ein Alpenveilchen entgegen. Der Besuch war in den Kellerfensterschacht gerutscht.

Foto: H. Lammers


Die „Zeugnisferien“ wurden um eine Woche verlängert. Weil mein Mann zu der Zeit Seminarleiter für das Ausbildungsseminar Papenburg für das Lehramt an Haupt- und Grundschulen war, bestand die Bezirksregierung darauf, telefonisch erreichbar zu sein. „Handy“ gab es zu der Zeit noch nicht.

Foto: H. Lammers


Die Post wurde beauftragt, eine provisorische Telefonleitung zu legen. Das war schwierig, das Baugebiet ,Sünnekamp‘ war noch eine riesige Baustelle, es waren nur zwei Häuser bewohnt und unter den Schneemassen war der Boden gefroren. Aber es hat geklappt.

Foto: H. Lammers


Für viele Menschen waren die Schneemassen 1979 ein Desaster, unsere Familie hat die Folgen der Katastrophe genossen, denn so konnten wir uns in Ruhe ein neues Haus einrichten.“

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Schon zur Jahreswende 1978/79 hatte das Emsland einen schweren Wintereinbruch erlebt. In der Nacht zum 14. Februar fegte erneut ein Schneesturm über das Land. Straßen wurden durch Schneeverwehungen unpassierbar, Dörfer und Einzelgehöfte von der Außenwelt abgeschnitten. Der Landkreis und die am stärksten betroffenen Gemeinden bildeten Krisenstäbe, die alle zur Hilfe riefen, die verfügbar waren.

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(Weiterlesen: Als der Schnee das Leben im nördlichen Emsland lahm legte)


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