Hilfsangebot in Werlte vorgestellt "Wünschewagen" des Samariterbundes kommt auch ins Emsland

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Gruppenbild vor dem Wünschewagen: (von links) Bürgermeister Daniel Thele, Marc-André Burgdorf, Julia-Marie Meisenburg, Thomas Heine und Stadtdirektor Ludger Kewe. Foto: Mirco MoormannGruppenbild vor dem Wünschewagen: (von links) Bürgermeister Daniel Thele, Marc-André Burgdorf, Julia-Marie Meisenburg, Thomas Heine und Stadtdirektor Ludger Kewe. Foto: Mirco Moormann

Werlte. Damit sich unheilbar kanke Menschen mit einer Reise einen letzten Wunsch erfüllen können, hat der Arbeiter-Samariterbund (ASB) den "Wünschewagen" ins Leben gerufen. Das Angebot ist beim Neujahrsempfang der ASB-Rettungswache in Werlte vorgestellt worden.

Noch einmal das Meer sehen – diesen Wunsch erfüllte der ASB zwei Frauen, die ihre letzten Monate gemeinsam auf einer Palliativstation verbrachten. Die erst vierjährige Josie, die unheilbar an Krebs erkrankt war, verbrachte einen Tag auf dem Flughafen in Hannover –  im Cockpit eines echten Jumbojets. Hoch hinaus ging es auch für Julius (7), mit Krebs im Endstadium, bei einer Fahrt mit einem Zeppelin. 

Letzter Ausflug im Leben

Es sind traurige Schicksale, von denen Julia-Maria Meisenburg vom ASB Niedersachsen in der Werlter Rettungswache berichtet hat. Doch genau dort setze der "Wünschewagen" an. Für die "Reisenden" sei es in der Regel tatsächlich der letzte großen Ausflug in ihrem Leben – und für die meisten gehe so auch ein Herzenswunsch in Erfüllung. 


"Andere sind in der Zwischenzeit gestorben."Julia-Marie Meisenburg


Der "Wünschewagen", ein umgebauter Rettungswagen in den Farben weiß, rot und blau, sei im vergangenen Jahr in Niedersachsen 93 Mal zum Einsatz gekommen. "Wir hatten deutlich mehr Anfragen", so Meisenburg. Aber bei manchen Patienten sei der Zustand  schon schnell so schlecht, dass sie aus ärztlicher Sicht nicht mehr transportierfähig seien. "Andere sind in der Zwischenzeit gestorben", so Meisenburg.

In 24 Stunden startklar

Aus diesem Grund sei es in speziellen Fällen auch möglich, schon innerhalb von 24 Stunden startklar zu sein. Dann geht es für die "Reisenden" mit einem "Wunscherfüller" los. Diese Begleitpersonen sind laut Meisenburg in der Regel speziell geschulte Rettungssanitäter oder Menschen mit ähnlicher medizischer Ausbildung, die ehrenamtlich tätig seien. 



Der "Wünschewagen" Niedersachsen, den es seit 2017 gibt, ist auch für den Kreisverband Osnabrück, zu dem das Emsland zählt, zuständig. Landesweit gibt es einen Wagen in Hannover, bei Terminüberschneidungen helfen aber auch Wagen aus anderen Ländern aus. Bundesweit gibt es 20 "Wünschewagen", das Projekt hat der ASB 2014 eingeführt. Alle Informationen und auch eine Möglichkeit, den Wagen anzufordern, gibt es online auf wuenschewagen.de. Die Aktion "Wünschewagen wird aus Spenden finanziert, eine Reise koste im Schnitt zwischen 500 und 700 Euro. Gesucht würden, so Meisenburg, sowohl weitere "Wunscherfüller", als auch Spenden, um das Angebot weiter vorhalten zu können. 

Einsatzzahlen leicht gestiegen

Für die Rettungswache in Werlte, die der ASB Kreisverband Osnabrück im Januar 2016 eröffnet hat, gab es einige Zahlen vom Geschäftsführer Thomas Heine. Die Einsatzzahlen seien nur leicht gestiehen, von etwa 1150 Rettungsfahrten im Jahr 2016 auf etwa 1200 im Jahr 2018. Der Anteil der sogenannten internistischen und neurologischen Notfälle, dazu zählen laut Heine Herzinfarkte, Herz-Kreislauf-Probleme oder auch Schlaganfälle, mache gut 80 Prozent der Einsätze aus. Der Rest seien Unfälle, etwa im Straßenverkehr. 

Bei gut 95 Prozent der Einsätze schaffe es der Rettungsdienst in weniger als den vorgesehenen 15 Minuten vor Ort zu sein, so Heine, der betonte, dass sich die Beschäftigten in Werlte wohl fühlten. Auch die Versorgung auf dem Hümmling habe sich in den vergangenen drei Jahren "deutlich verbessert", so Heine.   


Die Rettungswache des Arbeiter-Samariterbundes in Werlte besteht seit drei Jahren. Foto: Mirco Moormann


Der zuständige Kreisdezernent Marc-André Burgdorf betonte, dass die Zusammenarbeit mit dem ASB gut funktioniere. "Die Region ist aufgewertet worden", so Burgdorf, der in Richtung Heines betonte: "Wir sind froh, euch hier zu haben." Zudem erinnerte er an die Entstehung der Rettungswache. Im Jahr 2014 war mit einem Rettungsdienst-Bedarfsplan die Grundlage für die Ausweitung in der Fläche beschlossen worden. Im Sommer 2015 erhielt der ASB den Zuschlag, sodass im Januar 2016 die Arbeit aufgenommen werden konnte.  




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