Besichtigung der PtG-Anlage Werlte CDU-Wirtschaftsrat Niedersachsen fordert „Technologieoffenheit“

Hermann Pengg (Mitte), Geschäftsführer der Audi e-gas Betreibergesellschaft, führte die Gäste des Wirtschaftsrats über das Gelände der PtG-Anlage. Foto: Micha LemmeHermann Pengg (Mitte), Geschäftsführer der Audi e-gas Betreibergesellschaft, führte die Gäste des Wirtschaftsrats über das Gelände der PtG-Anlage. Foto: Micha Lemme

Werlte. Die Landesfachkommission Mobilität des niedersächsischen Wirtschaftsrats der CDU hat die Power-to-Gas-Anlage (PtG) der Audi AG in Werlte besichtigt, um sich ein Bild vom Potenzial klimafreundlich erzeugter Energieträger zu machen. Die Kommission fordert auf politischer Ebene mehr „Technologieoffenheit“.

Hermann Pengg, Geschäftsführer der Audi e-gas Betreibergesellschaft, führte die Mitglieder des Wirtschaftsrats über die Anlage in Werlte. Der kurzweilige Rundgang klärte die 15 teilnehmenden Gäste über die Besonderheiten der Power-to-Gas-Anlage auf.

Aus überschüssigem Ökostrom und CO2 wird E-Gas

Das Verfahren in aller Kürze: Kohlendioxid (CO2) als „Abfallprodukt“ der anliegenden Biogasanlage reagiert mit Wasserstoff zu synthetischem Methan, das in das Gasnetz eingespeist und als Energieträger gespeichert werden kann. Die vorangestellte Elektrolyse, also die Spaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff, wird durch regenerativen Strom betrieben.

Vom eisigen Wetter ließen sich die teilnehmenden Mitglieder des CDU-Wirtschaftsrats nicht beeindrucken; von der Anlage in Werlte hingegen schon. Foto: Micha Lemme


Die Power-to-Gas-Anlage gilt als Paradebeispiel dafür, das Problem der Speicherung überschüssigen Ökostroms zu lösen. Dieser kann durch die Reaktionsprozesse innerhalb der Anlage nun in einer anderen Form als Energieträger gespeichert und genutzt werden - nämlich als synthetisches Methan, oder auch E-Gas.

„Wir brauchen endlich Technologieoffenheit“

„Das hier ist der Bereich, in dem Deutschland auf jeden Fall noch Weltspitze ist“, stellte Frank Woesthoff, Vorsitzender der Landesfachkommission Mobilität, lobend fest. Gleichermaßen übte er Kritik an der diesbezüglichen Haltung der politisch Verantwortlichen in Berlin und Brüssel: „Wir brauchen endlich Technologieoffenheit. Diese Formen des Anlagenbaus müssen für den Markt geöffnet werden."

Pengg kritisierte die finanzielle Belastung der Audi-Anlage durch die EEG-Umlage. Foto: Micha Lemme


„Es ist natürlich wichtig, dass man im Bereich Elektro und im Bereich Wasserstoff etwas macht. Aber es ist eben auch wichtig, dass man nicht sagt: Wir machen kein Gas", unterstütze auch Pengg die Kritik Woesthoffs. „Für uns ist es auch nicht nachvollziehbar, warum die Power-to-Gas-Anlage nicht von der EEG-Umlage befreit ist“, führte Pengg fort. Die Anlage in Werlte wird weiterhin als Endverbraucher von regenerativer Energie geführt und muss daher eine Umlage in Millionenhöhe zahlen.

„Hier wird Wirtschaft behindert.“Frank Woesthoff, Vorsitzender der Landesfachkommission Mobilität


Woesthoff monierte die Beeinträchtigung der innovativen Idee und untermauerte seine Kritik: „Wir brauchen auf politischer Ebene ein Bewusstsein dafür, dass das, was technisch möglich ist, um Kraftstoffarten möglichst umweltfreundlich zu erzeugen, auch gemacht wird – im Sinne der Technologieoffenheit.“


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