Gebäude wird abgerissen Werlte-Center an Investor vom Niederrhein verkauft

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Das Werlte-Center ist verkauft: (von links) Günther Scheffczyk, Daniel Thele, Clemens Rühlander, Josef Schoofs, Jens Blix, Ludger Kewe, Wilhelm Bruns und Markus Rathke. Foto: Mirco MoormannDas Werlte-Center ist verkauft: (von links) Günther Scheffczyk, Daniel Thele, Clemens Rühlander, Josef Schoofs, Jens Blix, Ludger Kewe, Wilhelm Bruns und Markus Rathke. Foto: Mirco Moormann

Werlte. Nach mehr als 35 Jahren in der Ortsmitte kann schon bald Schluss sein mit dem Werlte-Center. Ein Investor hat das Gebäude vom bisherigen Eigentümer Clemens Rühlander gekauft – und will dort etwas Neues entstehen lassen.

Was genau entstehen soll, das ließ der neue Besitzer, Josef Schoofs von der Immobiliengesellschaft Dipl.-Ing. Josef Schoofs Immobilien GmbH aus Kevelaer noch offen. Denn die Kaufverträge sind erst vor kurzem unterzeichnet worden. Am 21. Dezember, so teilte es Bürgermeister Daniel Thele bei einem Treffen am Donnerstagnachmittag im Werlter Rathaus mit, hätten Schoofs und Rühlander den notariellen Kaufvertrag unterzeichnet. 

Vertrauensvolle Gespräche

Dies bestätigte auch Rühlander. Er habe im Laufe der Jahre mit vielen möglichen Investoren Kontakt gehabt, Schoofs sei aber "ein anderes Kaliber" gewesen. Man habe vertrauensvolle und konstruktive Gespräche geführt, sodass "die Tinte unter dem Vertrag nun trocken ist", so Rühlander.

Fest stehe, so Schoofs, dass die Einzelhandelssituation in Werlte "verbessert und erneuert" werden soll. Entstehen könnten Flächen für Gewerbe und Gastronomie, aber auch zum Wohnen und Arbeiten. Grundsätzlich soll die Aufenthaltsqualität erhöht werden, so Schoofs, der von einer "Einkaufsstätte von überörtlicher Bedeutung" sprach, die entstehen soll. Das jetzige Werlte-Center werde "überplant", was bedeute, dass es abgerissen wird, so Schoofs. 

Das Werlte-Center gilt für die neuen Investoren als "Schlüsselgrundstück" in der Entwicklung der Stadtmitte. Foto: Mirco Moormann


Mit seinem Unternehmen möchte er zudem in die Planungen zum Umbau des gesamten Areals rund um das Rathaus und den Marktplatz einsteigen, so Schoofs weiter. Im Jahr 2017 hatte die Stadt Werlte mit einem Städtebaulichen Wettbewerb die Grundlage für eine Neugestaltung geschaffen. Nun müsse geklärt werden, mit welchen weiteren Partnern die Stadt und Schoofs gemeinsam in die neuen Planungen einsteigen könnten, ergänzte Stadtdirektor Ludger Kewe. 

Schoofs: "Wir haben durch einen Beraterkontakt den Weg nach Werlte gefunden und beabsichtigen, in Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Architekten Markus Rathke, uns der Aufgabe zu stellen, in Werlte gemeinsam mit der Verwaltung, den Politikern und den Bürgern den zentralen Bereich der Innenstadt durch eigene hohe Investitionen neu und zukunftsorientiert zu gestalten."

Rahmenplan erstellen

Wie die Beteiligten weiter mitteilten, bedarf es zunächst der Erarbeitung eines städtebaulichen Rahmenplanes für das etwa vier Hektar große Areal rund um das Rathaus, um das gemeinsame Ziel einer attraktiven städtebaulichen Entwicklung der Stadtmitte zu erreichen. Auch das Gelände der heutigen Grundschule soll mit einbezogen werden. Ein Schwerpunkt wird dabei in der Entwicklung von Einzelhandelsflächen liegen, wie es auch schon in der Auslobung des städtebaulichen Wettbewerbes formuliert wurde. 

Weiter hieß es, dass der Rahmenplan sich zudem an den Anforderungen der Städtebauförderung orientieren müsse, denn nur mit einer Aufnahme der Stadt in das Programm erscheine die Durchführung der angestrebten und notwendigen begleitenden öffentlichen Maßnahmen finanziell realistisch.

Ende Mai soll ein Konzept stehen, das dann Gegenstand der politischen Beratungen sein wird. "Das letzte Wort hat dabei der Stadtrat", sagte Kewe. Man werde sich mit weiteren Fachplanern "hochmotiviert an die Arbeit machen". 

"Schlüsselgrundstück" im Zentrum

Architekt Rathke sprach beim Werlte-Center von einem "Schlüsselgrundstück", das die Bereiche an der Loruper Straße mit dem Marktplatz und dem künftig frei werdenden Grundschulgelände verbinde. Die Entwicklung der Flächen sei "eine Riesenchance", so der Architekt aus Wuppertal. Entstehen könnten Gebäude in ortstypischer Gestaltung, kombiniert mit Glasflächen, Stahl und Beton. Im Innern setze er auf flexible Strukturen ohne tragende Wände, wodurch sich etwa Verkaufsflächen vergrößern und verkleinern ließen, so Rathke. 

Neben Thele und Kewe zeigte sich auch Günther Scheffczyk, CDU-Fraktionsvorsitzender im Werlter Stadtrat, über die Entwicklungen erfreut. Er hatte auf Wunsch Rühlanders an den Verhandlungen mit Schoofs teilgenommen und zeigte sich zuversichtlich, dass das riesige Areal nun neu entwickelt werden könne. Dabei stehe auch das Rathaus im Fokus, das "keinen Bestandsschutz" habe, so Scheffczyk.



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