Herde wird aufgestockt Moorschnucken können neuen Schafstall in Vrees beziehen

Von Michael Sterk

An der Verwirklichung des neuen Schafstalls wirkten (von links) Alfons Schrandt, Bernd van der Ahe, Wilhelm Sap, Hans Heymann, Astrid Heymann, Ralph Deitermann und Heribert Kleene mit. Foto: Michael SterkAn der Verwirklichung des neuen Schafstalls wirkten (von links) Alfons Schrandt, Bernd van der Ahe, Wilhelm Sap, Hans Heymann, Astrid Heymann, Ralph Deitermann und Heribert Kleene mit. Foto: Michael Sterk

stmi Vrees. Im Naturschutzgebiet Vreeser Dosenmoor ist ein neuer Schafstall errichtet worden, um die Kapazität an Schafen zu erhöhen und den Anforderungen bezüglich ihrer Haltung, Zucht und Pflege gerecht zu werden.

Der neue Schafstall wurde errichtet, „damit die Flora und Fauna entsprechend gedeihen kann“, sagte der Vreeser Bürgermeister Heribert Kleene (CDU) bei der Einweihung des Bauwerks. Vorher habe der Schäfer Hans Heymann 230 Schafe gehalten, dank des neuen Stalls kann er bis zu 350 Muttertiere halten. Diese Tiere seien nötig, um die rund 80 Hektar des Naturschutzgebietes Vreeser Dosenmoor effizient zu beweiden. Außerdem war der erste Stall nicht groß genug, um in ihm die alle sechs Monate anfallende Pflege der Tiere durchzuführen, die unter anderem aus Scheren und Impfen besteht. Heymann zufolge sei der neue Stall ideal dafür geeignet.

Tourismus beleben

Dank der neuen Emsland-Route helfe der neue Schafstall auch bei der Belebung des Tourismus. Da der Fahrradweg am Naturschutzgebiet vorbei führe, können Radfahrer problemlos den neu errichteten Aussichtsturm erreichen, auf dem sie das gesamte Moorgebiet überblicken können, so Kleene. Gemeinsam mit dem Heimatverein, dem Lernstandort für Umweltbildung und dem Förderverein sammelte die Gemeinde auf Informationstafeln wissenswertes über die Historie der Schäfer, Schafshaltung und Beweidung in der Gemeinde sowie der Region, erklärte die stellvertretende Bürgermeisterin Astrid Heymann. Die Tafeln sind auf Deutsch und Niederländisch beschriftet. Durch Scannen eines QR-Codes können außerdem zusätzliche Inhalte auf dem Smartphone eingesehen werden. Schäfer Heymann berichtete, dass er eine Rasse namens „weiße, hornlose Moorschnucken“ hält. Diese sei vom Aussterben bedroht und einmalig im Hümmling.

120.000 Euro investiert

Rund 120.000 Euro wurden in den Stall investiert. 44.000 Euro kommen vom Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems, Geschäftsstelle Meppen, aus den EU-Mitteln des Leader-Budgets der Leader-Region Hümmling, 20.000 Euro steuerte die Naturschutzstiftung Emsland bei, 16.151 Euro stellte die Bingo-Umweltstiftung zur Verfügung und Schäfer Heymann beteiligte sich mit 10.000 Euro. Einen besonderen Dank sprach Kleene gegenüber den ehrenamtlichen aus verschiedenen Gruppen und Vereinen aus, die 17.000 Euro beigesteuert haben.

„Naturschutz geht nicht ohne Pflege

„Ich bin froh, dass so ein Projekt umgesetzt werden konnte“, sagte Ralph Deitermann, Regionalmanager der Leader-Region Hümmling. Die Beweidung großer Flächen sei eine schwere Ausgabe, weshalb sie oft „sich selbst überlassen werden“, so Deitermann. Dies schade jedoch der Natur, was sich unter anderem an den immer weniger vorkommenden Wiesenvögeln bemerkbar macht. Aufgrund dessen wünsche er sich, mehr Projekte in diesem Bereich unterstützen zu können. „Naturschutz geht nicht ohne Pflege“, stellte Bernd von der Ahe, Vorsitzender der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland, fest.

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