Entsorgungsfachbetrieb verkauft Remondis übernimmt Werlter Traditionsunternehmen Klumpe

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Werlte. Der Entsorgungsfachbetrieb Klumpe GmbH mit Sitz in Werlte ist an die Unternehmensgruppe Remondis im westfälischen Lünen verkauft worden. Das teilte Remondis am Donnerstag mit.

Remondis hat rückwirkend zum 1. Januar 2018 das Werlter Traditions-Unternehmen erworben. Die Übernahme umfasst der Mitteilung zufolge sämtliche Aktivitäten, Grundstücke und das Anlagevermögen sowie eine auf den Gebäuden in Werlte installierte Fotovoltaikanlage.

Der bisherige Inhaber und Geschäftsführer Wilhelm Klumpe begründete den Verkauf seines mehr als 150 Jahre alten Familienunternehmens auf Anfrage unserer Redaktion damit, dass keine seiner fünf Töchter als Nachfolger in das Unternehmen einsteigen wird. Die Option, einen Geschäftsführer zu installieren, habe man ebenfalls verworfen. „Wir sind dann zu dem Entschluss gekommen, unseren Betrieb an ein familiengeführtes Unternehmen mit gleicher Philosophie zu verkaufen“, so der 66-Jährige. Zudem seien die 65 Arbeitsplätze seiner Gruppe in Werlte und Bösel mit diesem Schritt weiter „absolut sicher“. Remondis kaufe nicht, um wieder zu verkaufen, sondern um zu wachsen. Passend dazu kündigt das Lünener Unternehmen in seiner Pressemitteilung an, „sämtliche Mitarbeiter“ zu übernehmen und will „den Fahrzeugpark analog zum Unternehmenswachstum nach Bedarf weiter ausbauen“.

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Klumpe selbst wechselt mit dem Verkauf in den Ruhestand. „Ich werde aber für ein Jahr und womöglich ein zweites Jahr als Berater für Remondis in Werlte tätig sein.“ Das diene einem möglichst reibungslosen Übergang. Zudem wolle er damit auch Anlaufstelle für die Mitarbeiter sein, für die der Verkauf einen Einschnitt bedeute.

Die Remondis-Gruppe beschreibt sich auf ihrer Internetseite als „einen der weltweit größten Dienstleister für Recycling, Service und Wasser“. An rund 800 Standorten auf vier Kontinenten seien mehr 30.000 Mitarbeiter für die Gruppe tätig. Hinter der Gruppe steht die Unternehmerfamilie Rethmann.

Nach Angaben von Klumpe gehen mit dem Verkauf die Arbeitsplätze seiner bisherigen insgesamt 65 Mitarbeiter an Remondis über.

Remondis will Aktivitäten im nordwestlichen Niedersachsen ausbauen

Mit dem Erwerb will die Region Nord von Remondis nach eigenen Angaben in den nordwestlichen Landkreisen Niedersachsens ihre Aktivitäten sowohl im gewerblichen als auch im Bereich des Dualen Systems Deutschland (DSD) weiter ausbauen. Erst vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass Remondis das hinter dem Grünen Punkt stehende Unternehmen DSD gekauft hat. Langfristig sei geplant, von Werlte aus auch kommunalen Kunden umfassende abfallwirtschaftliche Dienstleistungen anzubieten.

Abfälle, Altholz, Bauschutt und Papier

Die Klumpe GmbH ist laut Mitteilung von Remondis in verschiedenen Sparten der Kreislaufwirtschaft und Industriereinigung hauptsächlich im Raum Niedersachsen tätig. Das Unternehmen sammelt und verwertet gewerbliche Abfälle, Altholz, Bauschutt und Papier und betreibt darüber hinaus einen Containerdienst. Ein weiterer wichtiger Teil des Geschäfts ist die Reinigung und Be- und Entkiesung von Flachdächern durch spezielle Fahrzeuge, sogenannte SAM-Trucks. Der Einsatz dieser Fahrzeuge erfolgt in ganz Neben diesen beiden Geschäftsfeldern beschäftigt sich die Klumpe GmbH auch mit Produktion und Vertrieb von Betonsteinen für den gewerblichen Einsatz. Die Steine werden auch auf den Remondis-Standorten häufig verwendet und finden im Bereich der Sperrung von Fußgängerzonen und Zufahrten eine weitere Anwendung, um Lastwagen aufzuhalten, etwa zum Schutz vor Terroranschlägen.


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