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Taten in Werlte und Börgerwald "Pfarrhausbande" gefasst: Polizei sucht Eigentümer von Schmuck

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Die Polizei hat bei einer Bande, der eine Serie von Einbrüchen in Pfarrhäusern zur Last gelegt wird, große Mengen Schmuck, Uhren und christliche Symbole sichergestellt. Nun werden die Eigentümer gesucht. Foto: Polizei RecklinghausenDie Polizei hat bei einer Bande, der eine Serie von Einbrüchen in Pfarrhäusern zur Last gelegt wird, große Mengen Schmuck, Uhren und christliche Symbole sichergestellt. Nun werden die Eigentümer gesucht. Foto: Polizei Recklinghausen

Werlte/Börgerwald. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat bereits im August eine Bande gefasst, denen eine Serie von Einbrüchen in Pfarrhäusern zur Last gelegt wird. Im Emsland gab es derartige Vorfälle in Surwold-Börgerwald, Werlte, Lähden und Haren-Wesuwe. Nun sucht die Polizei mit Fotos nach den Eigentümern von Schmuck, der bei den mutmaßlichen Tätern gefunden worden war.

Um die Einbruchsserie aufzuklären, hatte die Polizei in Recklinghausen die Ermittlungskommission "Phönix" gegründet, heißt es in einer Mitteilung. Nach monatelangen Ermittlungen gab es am 16. August Hausdurchsuchungen und Festnahmen in Gelsenkirchen, seitdem sitzen zwei Männer (27 und 43 Jahre alt) und eine Frau (47 Jahre alt) in Untersuchungshaft.

Den Mitgliedern der "Pfarrhausbande", wie sie die Polizei selber nennt, wird vorgeworfen, seit etwa September 2017 gemeinsam in ganz NRW und Niedersachsen mindestens 25 Einbrüche begangen zu haben. Dabei hatte es das Trio hauptsächlich auf Pfarrhäuser abgesehen. Aber auch die Häuser älterer Damen und Einfamilienhäuser waren im Fokus der Einbrecher, so die Ermittler. Neben den bereits genannten Tatorten im Emsland gab es der Polizei zufolge Einbrüche in Friesoythe/Kampe, Cloppenburg, Datteln, Olsberg, Witten, Greven, Voerde, Solingen, Verl, Recklinghausen, Castrop-Rauxel, Essen, Dortmund, Issum und Mülheim.

Die Polizei hat bei einer Bande, der eine Serie von Einbrüchen in Pfarrhäusern zur Last gelegt wird, große Mengen Schmuck, Uhren und christliche Symbole sichergestellt. Nun werden die Eigentümer gesucht. Foto: Polizei Recklinghausen


Auf die Spur der Einbrecherbande kam die Polizei den mutmaßlichen Tätern nach einem Einbruch in ein Pfarrhaus in Datteln am 11. März 2018. Dort hatten zwei Zeugen sowohl das Kennzeichen als auch eine Beschreibung der Personen, die Gegenstände aus dem Pfarrhaus getragen haben, beobachtet und der Polizei mitgeteilt. Danach ermittelte die Kommission "Phönix" monatelang gegen die Tatverdächtigen.

Die Ermittler werfen den drei Bandenmitgliedern mindestens 19 Einbrüche in Pfarrhäuser und Häuser älterer Frauen vor. Dabei seien sie oft nach dem gleichen Muster vorgegangen. Sie kundschafteten Tage vorher die Häuser aus und informierten sich über die Zeiten der Gottesdienste. Dann kehrten sie an den Wochenenden zurück. Entweder besuchten sie kurz die Gottesdienste oder die Frau klingelte an den Pfarrhäusern. Damit wollten die Verdächtigen sichergehen, dass die Pfarrhäuser leer sind. Sie brachen ein, indem sie Fenster aufhebelten. Im Anschluss daran durchsuchten sie systematisch die Räume, brachen Schränke und Schubläden auf und machten sich an Tresoren und Geldkassetten zu schaffen. In Dortmund seien sie nach Angaben der Polizei  auf einen Pfarrer getroffen, der zu seinem Haus zurückkehrte. Als dieser flüchten wollte, schlugen sie mit Fäusten und einem Schraubenzieher auf ihn ein.

Die Polizei hat bei einer Bande, der eine Serie von Einbrüchen in Pfarrhäusern zur Last gelegt wird, große Mengen Schmuck, Uhren und christliche Symbole sichergestellt. Nun werden die Eigentümer gesucht. Foto: Polizei Recklinghausen


Bei den Durchsuchungen der Wohnungen der drei Festgenommen fanden die Ermittler mögliches Diebesgut, Uhren und Schmuck mit christlichen Symbolen. Die Auswertung hat mehr als vier Wochen in Anspruch genommen. Bislang konnten die Eigentümer der Gegenstände nicht alle ermittelt werden. Deshalb hat die Polizei jetzt ein insgesamt 107 Seiten langes Dokument veröffentlicht, auf denen zahlreiche Fotos der gefundenen Stücke zu sehen sind. Das Dokument kann hier heruntergeladen werden.

Bargeld in Werlte und Börgerwald gestohlen

Bei den beiden Einbrüchen im nördlichen Emsland hatten die Einbrecher lediglich Bargeld mitgehen lassen, wie die Pastöre Heinz Santen (St. Josef Börgerwald) und Josef Wilken (St. Sixtus Werlte) auf Anfrage mitteilten. In Börgerwald fehlen seit dem Einbruch mehrere Schlüssel, Santen will sich nun die von der Polizei veröffentlichten Bilder der beschlagnahmten Dinge ansehen. Auf denen sind einige Schlüssel zu sehen. Eine Hoffnung, die rund 500 Euro Kirchengeld wiederzusehen, die beim Einbruch in das Pfarrheim in dem Surwolder Ortsteil abhanden gekommen sind, hat der Pastor nicht. 

Eine Hoffnung, die auch Wilken nicht hat, der die in Werlte gestohlene Summe nicht exakt beziffern konnte. In der Stadt auf dem Hümmling waren die Einbrecher wie bereits beschrieben während einer laufenden messe im Oktober 2017 in das Pfarrhaus eingestiegen und hatten einen Tresor mitgenommen. Diesen fand die Polizei Wilken zufolge leer in dem See am Heimathaus in Sögel. In Börgerwald hatte sich der Einbruch Anfang diesen Jahres während der Nacht ereignet.


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