Kosten für Übergangslösung zu hoch Vorerst keine neuen Kitaplätze in Stadt Werlte

Meine Nachrichten

Um das Thema Werlte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Kindergarten St. Sixtus in Werlte erhält bis Sommer 2019 zwei neuen Krippengruppen. Erst dann können alle Kinder untergebracht werden. Foto: Archiv/SchadeDer Kindergarten St. Sixtus in Werlte erhält bis Sommer 2019 zwei neuen Krippengruppen. Erst dann können alle Kinder untergebracht werden. Foto: Archiv/Schade

Werlte. Seit diesem Kindergartenjahr fehlen in Werlte 20 Krippenplätze. Dies wird sich auch bis zum kommenden Sommer nicht ändern.

Im Mai wurde im Stadtrat über die fehlenden Plätze berichtet und die Suche nach einer Übergangslösung gestartet. Seit August fehlen 20 Plätze, im Januar kommen noch einmal vier hinzu. 


Kosten für Lösungen zu hoch

Wie Werltes stellvertretender Stadtdirektor Christian Rüve jetzt in der Sitzung des Ausschusses für Familie, Jugend und Sport jetzt mitteilte, habe man überlegt, ein Gebäude Im Ortskern zu mieten und umzubauen. Dieser Plan sei aber wieder verworfen worden, da die Kosten "viel zu hoch" gewesen seien. Auch der Verwaltungsausschuss habe sich gegen diese Planungen ausgesprochen. 

Um dennoch zwei Gruppenräume samt Ruhe- und Wickelräumen und Sanitärbereich mit einer Größe von etwa 175 Quadratmetern einzurichten, sei geprüft worden, Container am Kindergarten St. Klara aufzustellen. Auch hier seien die Kosten erheblich gewesen, für ein Jahr lägen die Kosten bei etwa 65.000 Euro. Hinzu käme die Ausstattung und die Kosten für die Erzieher, so Rüve.

Auch Personal Mangelware

Genau hier gebe es das nächste Problem, denn auch bei der Betreuung gebe es derzeit einen Fachkräftemangel, so Rüve. Nach Gesprächen mit der Kirchengemeinde als Träger der Kita St. Klara sei deutlich geworden, dass dieses Personal nicht kurzfristig zu gewinnen. Somit könne der Betrieb der Containerlösung erst im Februar 2019 beginnen, sagte Rüve. Mit Blick auf die Fertigstellung der neuen Krippe am Kindergarten St. Sixtus im Sommer 2019 schlug Rüve vor, von dieser Übergangslösung abzusehen. 

Stadtdirektor Ludger Kewe ergänzte, dass die Verwaltung im Gespräch mit den betroffenen Eltern sei und die Situation erläutert habe. Viele hätten Verständnis gezeigt und könnten ihre Kinder bis zum kommenden Sommer anderweitig unterbringen, etwa durch Tagesmütter. 

Nachhaltige Lösung

Kewe und Rüve bekräftigten, dass sie anstelle eines "Schnellschusses" auf nachhaltige Lösungen setzen. Denn laut Rüve würden die beiden neuen Krippengruppen im Sommer 2019 sofort wieder voll sein. Wie es im Ausschuss weiter hieß, sei eine Erweiterung der Kita St. Klara möglich, um auch in den kommenden Jahren ab dem Sommer 2020 genügend Plätze vorzuhalten. 

Ausschussmitglied Christoph Lorenz sagte, er habe sich gewünscht, dass die Verwaltung mehr Weitsicht in der Planung gezeigt hätte. Er sprach sich für die Containerlösung aus, da "die Krippenplätze da sein müssten", so Lorenz mit Blick auf den Rechtsanspruch der Eltern. 


Rüve erwiderte, dass die Gemeinde sich an den aktuellen Bedarfen bei der Kinderbetreuung orientiere, und dass sich diese Zahlen von Jahr zu Jahr unterschiedlich gestalteten. Mit Blick auf den Sparkurs der Stadt sehe man nun von der Übergangslösung ab. Rüve wies zudem auf die im Zuge der Haushaltsdebatte von der SPD eingebrachte "Streichliste" für Investitionen hin. Dies passe mit den hohen Kosten für die Übergangslösung nicht zusammen, so Rüve. 

Bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme sprach sich der Ausschuss mehrheitlich dafür aus, von der Übergangslösung für Krippenkinder abzusehen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN